Ausgabe 
4.12.1844
 
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dem Hrn. Geh. Rath v. Kuder als Präſident und Hrn. Dr. Wagner als Sekretär bildete ſich ein aus 20 Mitgliedern beſtehendes Comité für obigen Zweck, und von welchem Segen die Bemühungen deſſelben begleitet waren, geht aus einem Berichte der Großh. Heſſ. Zeitung vom 27. Dezem ber 1843 hervor. Am 8. Februar d. J. veröffentlichte das Comitè ſeinen Rechenſchafts-Bericht; blos an baarem Gelde waren 693 fl. 9 kr eingegangen; der Werth der geſchenk ten Sachen belief ſich auf 200 fl.; viele Frauenzimmer und Schneidermeiſter verfertigten die Kleidungsſtücke umſonſt; unter 480 Kinder wurden außer Eßwaaren und einigen geſchenkten Spielſachen vertheilt: 255 Paar Schuhe, 110 Paar Strümpfe, 42 Paar Hoſen, 88 Weſten, 59 Kamiſole, 3 Kittel, 7 Kappen, 1 Hoſenträger, 7 Hemden, 3 Vorhem den, 90 Röcke, 20 Mützchen, 216 Halstücher, 12 Kleider, 138 Schürzen, 33 Paar Handſchuhe, 80 Sacktücher, 18 Hauben, 14 Halswärmer, 17 Pulswärmer, 12 Beutel, 250 Schreibbücher, 490 Federn, 300 Bleiſtifte, 14 Köcher, 55 Bücher, 6 Käſtchen, 1 Schiefertafel, 12 Farbenkäſtchen u. ſ. w.,

Aehnliche Feierlichkeiten fanden im Jahre 1843 auch in einer kleinen thüringiſchen Ephoralſtadt und in der Neu hofanſtalt zu Straßburg Statt, wo gleichfalls die Anſchaf fung der Weihnachtsgeſchenke durch beſondere Gaben mög lich gemacht wurde.

Nach dieſen geſchichtlichen Notizen faͤhrt Herr Dr. Knispel fort:

Bedarf es nun wohl noch einer beſonderen Ermun terung, ſolche Veranſtaltungen allerwärts in's Leben zu rufen? Gewiß nicht. Vielmehr hegen wir die feſte Ue berzeugung, daß jenes dreifache Echo der verfloſſenen Weih⸗ nacht aus dem Elſaß, aus Thüringen und aus Heſſen, dem ſich wohl manche Stimme noch aus heimathlichen Gauen beigeſellen mag, nicht ſpurlos verhallen, ſondern einen freu digen Anklang in allen Wohnſtätten unſeres großen Vater landes finden werde. Deutſchland iſt die Wiege einer ſinni gen Chriſtbeſcherung; und wer wollte nicht das Seinige dazu beitragen, daß eine echt deutſche Sitte großartiger, ſegensreicher und nachahmungswürdig auch für andere Na tionen hingeſtellt werde? Zwei Dinge ſind es, die unſere Zeit, die unſer Vaterland gegenwärtig auf's heftigſte bewe⸗ gen, der traurige Zuſtand der ärmeren Klaſſen und die bedauernswerthen Störungen des confeſſionellen Friedens. Hier aber bietet ſich ein Liebeswerk dar, welches in düſteren Tagen wenigſtens einen milden, erheiternden Schimmer der Verſöhnung in die Hütte des Nothleidenden bringen kann, und zu welchem, wie es in Darmſtadt geſchah, überall Ka tholiken und Proteſtanten ſich unbedenklich die chriſtliche Bruderhand reichen werden, wenn ſie das Herz nur öffnen dem Weihnachtsrufe der himmliſchen Heerſchaaren: Ehre ſei Gott in der Höhe, und Friede auf Erden und den Menſchen ein Wohlgefallen!

Freundlich bitten wir noch die Redactionen vaterlän diſcher Blätter um gefällige ſchleunige Aufnahme und Ver breitung dieſes Schreibens, ſowie Wohlthätigkeitsvereine, Stadt⸗, Kirchen-, Schulvorſtände, Geiſtliche, Lehrer und

(ar f Menſchenfreunde uberhaupt, um raſche gütige För 16 fl. dieſer Angelegenheit, damit ſchon am nächſten Weihni ße Kutboll. feſte in manchen Städten und Dörfern eine neue Sat 4 1 Wohlthuns reife! ahn ir be

Wir unſererſeits haben nichts weiter hinzüzufthe 1 cal

. uͤberlaſſen uns der freudigen Hoffnung, daß die Wort e abel, we Hrn. Dr. Knispel überall den verdienten Anklang ft 15 ben 90 werden, ganz beſonders auch in Friedberg, wo, w che 1 nehme

dem Anfange dieſer Mittheilung und der hinzugefügten 9 in drei merkung erſichtlich, die Sache, um die es ſich handelt, 10 oben. mehr neu iſt. Es kommt nur darauf an, daß überm ug weh, 10 Jemand an die Spitze ſtellt und Jedermann wird en ate einige Groſchen und Kreuzer geben, um in die Nact J Pa ſagen. Armuth ein Lichtlein hineinſcheinen zu laſſen an dem I fs doch ww führ wo das Licht der Welt ſeine Bahn begann. D. 0 Men 3

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ang, wir wohl

dr peinigen, 1d Verwandten. An die Geſang-Vereine in der Wetterig an ehen d

Ueber das im 2. Hefte des deutſchen Sängerſaales Cherausgeenm ſe eignet, eln ſe zu Offenbach a. M. bei Joh. André) befindlicheSoldaterlah delete! diese Schauspiel

Geld Alles dar, liger und morge eine Kupplerin. Chatakter habet die er I. ſeine nen Geſinnun hei den meiſte! WN. d G

Eindruck diy

Meinen Dank zuvor dem Herrn Wd., der dem ſender in Nr. 89 dieſes Blattes über den Verfaſſer Soldatenliedes die gewünſchte Auskunft gegeben.. derſelben enthält das Lied eigentlich 7 Verſe, von wic Göthe die erſten und Schiller nur die letzten, da! und 7. verfaßt hat. Da nun imdeutſchen Sang ſaale, blos 4 Verſe(Strophen) und wohl gewiß! erſten ſtehen, ſo haben wir's hier nicht mit Verſen Schiller, ſondern mit Verſen von Göthe zu thun. leicht wird mir's um's Herz, den edlen Schiller vo Laſt dieſer Verſe befreit zu ſehen. Schiller ſagt im Bekauntn ſchiede an den Leſer am Schluſſe ſeiner Gedichte, Bekannt

Nicht länger wollen dieſe Lieder leben, 5

Als bis ihr Klang ein fühlend Herz erfreut,

Mit ſchönern Phantaſieen es umgeben, N

Zu höheren Gefühlen es geweiht; ꝛc. 6 0 Edi Dieſer herrliche Dichter konnte das Soldatenlied 1(327) le

95: 5 ö 815 geſchrieben haben, deſſen 4, imSängerſaales ſtahl dag dir f

Verſe, ſo lauten: worden. Cs Es leben die Soldaten! Heut schwören wir der Hun 10 e B Der Bauer gibt den Braten, Und morgen der Suſame, ſelben im Te Der Gärtner gibt den Moſt, Die Lieb' iſt immer neu Samſtat Das iſt Soldatenkoſt. Das iſt Soldatentreu'. f Der Bürger muß uns backen, Es heißt bei unſern Feſten 7 an Den Adel muß man zwacken, Geſtohlnes ſchmeckt am been Präglaſoden Sein Knecht iſt unſer Knecht, Unrechtes Gut macht fett, werden. Das iſt Soldatenrecht. Das iſt Soldatengebet. Butzbach

Damit ſoll indeß auch über den genialen Gül nicht blindlings geurtheilt werden. Das Lied wurde, 1. G1 wir hören, vor der Aufführung von Schillers 1 50(1528) 3

ſtein geſungen und ſolltegleich vorn herein mike 1 Stimmung der rohen Soldateska- bekannt machen. Mah lr, 0 man im Theater iſt und nach Anhörung dieſes Liedes 1 deb 100 Aufrollung des Vorhangs jene heimathloſen, blutdürſſiſ gedachten Wi und wüſten Burſche wirthſchaften ſieht, ſo begreift in Wan