8 Intelligenz-Olatt
für die
Provinz Oherheſſen
im Allgemeinen,
die Kreiſe Friedberg, Grünberg und Hungen
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und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen.
— nd:
is),
Amtlicher Theil.
— Der Großherzoglich Heſſiſche
Kreisrath des Kreiſes Hungen in ſmmtliche Großh. Buͤrgermeiſter dieſes Kreiſes.
Unterſuchung gegen Volpert Bender in Eberſtadt wegen Diebſtählen. wer unten ſignaliſirte Volpert Bender aus Eberſtadt, Ache zum Zweck der Verbüßung einer gegen ihn erkann— e chthausſtrafe feſtgenommen und einſtweilen in das esgfängniß in Lich war gebracht worden, iſt daraus in Nicht vom 27/28. d. M. entflohen. Sie erhalten die Weiſung den Genannten im Betre⸗ ingeßelle arretiren und hierher abliefern zu laſſen. bungen den 29. November 1844. Follenius.
0 Signalement.
458 lter: angeblich 39 Jahre, Größe: 6 Sch. 8 Zoll 2
Ante Haare: dunkel, Stirne: niedrig, Augenbraunen: hell⸗ unkl Augen: graublau, Naſe: lang und ſpitz, Mund: ge⸗ vöhulth, Kinn: rund, Geſicht: länglich, Statur: ſtark und untziſgzt, Bart: dunkel.— Beſondere Zeichen: Nichts.
Iden armen Kindern eine Chriſtbeſcherung!
Sind ſchreiben chriſtlicher Liebe an alle Wohn⸗
ſtätten des deutſchen Vaterlandes,
Inter dieſer Aufſchrift befindet ſich in der, von Herrn
Hoßproiger Dr. Zimmermann zu Darmſtadt herausge—
geban allgemeinen Schulzeitung vom 23. v. M.
ein un Herrn Dr. Knispel geſchriebener Aufſatz, aus dem
wip niſern Leſern einen kurzen Auszug mitzutheilen uns ver mlußt ſehen.
Es war am Abend des dritten Advents 1839, als in
dem enſinolocale zu Friedberg i. d. Wetterau die„Weih—
n diets nähe, eine Cantate von Würkert(componirt von
zur Aufführung kam.„Wie wäre es, dachte
Seteper dieſes, welcher letztere veranlaßt hatte, wenn man
die milden Empfindungen, welche jene Dichtung und Muſik erweckt, dazu nützte, armen Kindern auch wirklich das Licht des Chriſtbaums leuchten zu laſſen?“—
„Gedacht, gethan. Es wurde angekündigt, daß am Schluſſe der Aufführung freiwillige Gaben in eine bereit— ſtehende Büchſe gelegt werden könnten, die zu einer Weih⸗ nachtsbeſcheerung für arme Kinder der Stadt und der Taub— ſtummenanſtalt verwendet werden ſollten. Schon dieſe Samm⸗ lung lieferte eine ſchätzbare Summe, welche durch das wei⸗ tere Collectiren würdiger Frauen in einzelen Häuſern noch vermehrt wurde, ſo daß durch gemeinſames, eifriges Zuſam⸗ menwirken am Weihnachtsabend in dem Rathhausſaale eine feierliche Chriſtbeſcherung für die erwähnten Kinder zu unaus— ſprechlicher Freude aller Theilnehmenden ſtattfinden konnte*).
„Von nun an war unſer Sinnen darauf gerichtet, wie die Idee ſolcher Weihnachtsfeſte allgemeiner verbreitet und zunächſt etwa in Darmſtadt ausgeführt werden könne.—
„Als Einleitung ſollte hier abermals eine größere Aut— führung der„Weihnachtsnähe“ oder eine andere würdige Spende der Kunſt und zu beſagtem Endzwecke ſelbſt der pecuniäre Ertrag einer ſolchen Aufführung dienen. Aeußere Hinderniſſe aber, die ſich dieſem Plane mehrmals entgegen— ſtellten, ließen unſere Angelegenheit ſo lange Aufſchub er— leiden, bis wir zu der Ueberzeugung gelangten, daß die er— wähnte Idee ſich wohl allein ſchon Bahn zu brechen vermöge. — So brachten denn am 5. und 6. Dezember vorigen Jah— res hieſige Blätter in wenigen ſchlichten Worten und unter dem Motto:
„Ein jedes Kind hat heute
Ein Bäumlein und ein Licht
Und hat dran ſeine Freude—,
Nur bloß ich armes nicht!“
Rückert.
die Bitte um eine daſelbſt zu veranſtaltende Chriſtbeſcherung für arme Kinder. Der Erfolg war außerordentlich; unter ) Dieſelbe Sache wiederholte ſich im vorigen Jahre, als Herr Seminar-
lehrer Thurn in der dahier beſtehenden Muſeumsgeſellſchaft die vorerwähnte Compoſition zur Aufführung brachte. D. Red.


