Zur Warnung.
In dem Dorfe Geisnidda ſtarben in der Nacht vom 3. auf den 4. November die beiden Eheleute Joh. Konrad Köhler und Suſanna Eliſabetha, geb. Luft den ſchrecklichen Tod durch Erſticken. Das im Ofen die Nacht über fortglimmende Braunkohlenfeuer hatte, wie berichtet wird, einen allzu nah befindlichen Balken und ſonſtige leicht feuerfangende Brennſtoffe ergriffen und einen ſo ſtarken Rauch in der Schlaf⸗ kammer erzeugt, daß die genannten Eheleute getödtet wurden. Welch ein Schrecken fur die armen Kinder, die von allem nichts erfuhren bis am Morgen, als ſie die Thüre der anſtoßenden Stube öffneten. Die Frau war im Bette geſtorben; der Mann hatte ſich im Todeskampf bis in die Mitte der Kammer fort⸗ gearbeitet. Alle Wiederbelebungsverſuche blieben er— folglos.
Nähme doch Jedermann vor dem Schlafengehen Bedacht darauf, daß das Feuer ſorgfältig ausgelöſcht oder wenigſtens die Ofenthüren und Aſchenkaſten ordentlich geſchloſſen würden. Beſonders bei Braun- kohlenfeuer muß alles Feuergefährliche entfernt werden. Dieß iſt vor Allem da zu berückſichtigen, wo für Kranke die Braunkohlen die Nacht über fortglimmen ſollen. Man muß ſich wundern, daß bei der Leicht— fertigkeit, mit der halberloſchene Braunkohlenaſche von Vielen behandelt wird, nicht mehr Unglück paſſirt.
Merkwürdige Ausgrabungen bei Butzbach.
Vor einiger Zeit wurde Herr Profeſſor Dr. Dieffenbach von Friedberg beauftragt, die Nach⸗ grabungen auf der großen Römerſtätte bei Butzbach, der Hunenberg genannt, zu leiten. Dieſe Nach⸗ grabungen, welche durch eine vom Staate verwilligte Unterſtützung möglich wurden, lieferten bald die er— freulichſten Reſultate, welche Herr Profeſſor Dieffen— bach am 21. Oktober der Generalverſammlung des hiſtoriſchen Vereins vorlegte.
Am 5. Oktober ſtießen die Arbeiter auf ein läng⸗ lich⸗viereckigtes Fundament von 5% Fuß Länge und 4 Fuß 7 Zoll Breite, was die Unterlage eines Pila— ſters geweſen zu ſein ſcheint. Bald nachher fanden ſich deren noch zwei, Beide 10 Fuß 2 Zoll von dem mitt—⸗ lern entfernt. In der Umgebung fand ſich Eiſenwerk, Ziegeln, Backſteine, Gefäßreſte von Siegelerde, Brett— ſpielſteine, Aſche, Kohlen u. ſ. w. An andern Stellen fanden ſich Brandſtätten mit verkohltem Wai⸗ zen, ein wohlerhaltenes unterirdiſches Gemach 16 Fuß lang, 10 Fuß breit, dabei ein Dachziegel mit zwei ſcharf und deutlich eingedrückten Hundsſpuren. Auch wurde hier ein Calamus d. h. eine Schreib feder von Erz gefunden, zum Beweis daß unſere Me— tallfedern keine neue Erfindung ſind. Die Röhre iſt ſo dick, wie ein Schwanenkiel, der Spalt noch ganz deutlich und die Spitze etwa ½ Zoll breit. Dieſe Feder iſt eine große Seltenheit, da bisher, ſo viel man weiß, noch keine aufgefunden worden.—
Faßt man die Reſultate der ſeitherigen Nachgra⸗
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bungen zuſammen, ſo läßt ſich Folgendes mit Sicherheit annehmen: Die Hunenburg iſt eine der bedeutendſten Römerſtätten in der Wetterau; es ſcheint ein größerer Ort geweſen zu ſein, der wenigſtens 500 Schritte lang und 400 Schritte breit war. Die Form war unre⸗ gelmäßig. Es muß hier eine reiche Fundgrube be⸗ deutender Alterthümer ſein, denn die Haͤuſer der Vornehmen, Tempel und andere Monumente ſind noch gar nicht zu Tage gefördert. Nach Beendigung der Nachgrabungen will Hr. Profeſſor Dieffenbach, der ſich um dieſelben ſo verdient gemacht hat, und mit Vorzeigung des Gefundenen bei den Vereins⸗ gliedern in Darmſtadt große Theilnahme erregte, eine genaue und umſtändliche Beſchreibung heraus⸗ geben, bis zu deren Erſcheinen der wißbegierige Leſer ſich gedulden muß.—
Seitdem ſindbei fortgeſetzten Rachgrabungen wieder gefunden worden.
1) Mehrere Legions- und Cohortenſtempel.
) Zwei Ueberreſte von kleinen Bildſäͤulen aus poröſem Baſalt und Sandſtein.
3) Münzen, Spielmarken, Schreibgriffel.
4) Ein Wohnhaus aus zwei Zimmern beſtehend, worin noch intereſſante Spuren der alten Ein⸗ richtung zu ſehen ſind.
Wie viel Licht können dieſe merkwürdigen Alter⸗ thümer über das häusliche Leben der Römer verbrei— ten! Sonntags ziehen die Butzbacher ſchaarenweiſe nach der Hunenburg um die Ueberreſte einer merk⸗ würdigen Vergangenheit zu betrachten, die uns mit dieſen wichtigen und unwichtigen Geräthen des Be⸗ dürfniſſes und der Bequemlichkeit, aufs lebendigſte vor Augen tritt.
Steinbach.
Der Steinbacher Singverein feierte den 31. Ok⸗ tober auf dem an der Gieſer Straße gelegenen Lutherberg, das Andenken an das Reformations— feſt, durch Abſingung des mehrſtimmig geſetzten Liedes: „ein' feſte Burg iſt unſer Gott.“ Die Orcheſter⸗ begleitung, die große Menſchenmenge, welche den Huͤgel bedeckte, der Schein der Fackeln, welcher in der hereingebrochenen Nacht die bekränzte Büſte des großen Reformators beleuchtete, ſo wie die friſche Erinnerung an das kürzlich vorgefallene Unglück gaben der Feier etwas eigenthümlich Erhebendes und Inniges. Als der Geiſtliche nach Beendigung des Geſanges einige Worte geſprochen und mit dem Vater unſer geſchloſſen hatte, begaben ſich die Verſammelten in ruhiger Ordnung wieder nach Hauſe. Der Luther— berg ſoll nächſten Sommer mit einer Anlage ge⸗ ſchmückt werden. Das Unglück der Abgebrannten hat von allen Seiten her ſo viel Theilnahme gefunden, daß die meiſten Verluſte erſetzt werden. Nächſten Sommer ſind nur noch 22 Scheuern und 7 Wohn—⸗ häuſer wieder aufzubauen. Die engliſche Bibelgeſell⸗ ſchaft zu Frankfurt hat 25 Bibeln geſchickt. Ein an der Straße nach Lich ſtehendes Birnbäumchen,
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