Intelligenzblatt
für die
Provinz Oberbeſſen im Allgemeinen,
Kreiſe Friedberg und Hungen
und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen.
. Sonnabend, den 1. Januar 1842.
* Das„Intelligenzblatt für die Provinz Oberheſſen“ erſcheint im Jahr 1842 wöchentlich zweimal und zwar ſo, daß es den Dienſtag und Freitag Mittag von den Kreisboten des Kreiſes Friedberg abge⸗ holt„ den Mittwoch und Samſtag Vormittag aber hier von mir, in Laubach, Lich und Hungen jedoch von den dortigen Poſtverwaltungen ausgegeben wird. Die Kreisboten des Kreiſes Hungen nehmen Dienſtags und Freitags Abends die noͤthigen Exemplaren für die Großh. Bürgermeiſter ſowohl, als auch diejenigen für die Privaten, von der Poſtverwaltung zu Hungen in Empfang.
Obgleich mir durch das wöchentlich zweimal Erſcheinen des Blattes größerer Koſtenaufwand und mehr Arbeit erwächst, ſo werde ich doch den Preis pro 1842 nicht erhöhen, ſondern ihn wie bisher beſtehen laſſen, hoffend, daß ich durch eine größere Anzahl von Abonnenten und Zuwachs von Inſeraten ſchadlos gehalten werde. Der Abonnementspreis beträgt für 1 Jahr 1 fl. 12 kr. für ½ Jahr 40 kr., für ¼ Jahr 24 kr., welcher Betrag jedoch voraus bezahlt werden muß.— Die Einrückungsgebühren betragen für die erſte Zeile 4 kr., für die zweite 3 kr., für die dritte und jede folgende 2 kr.—
In das zuerſt in der Woche erſcheinende Blatt werden alle Inſeraten aufgenommen, welche bis zum Mittag des vorhergehenden Sonntags bei mir eingelaufen ſind, dahingegen kommen alle bis zum Mittwoch Abend bei mir einlaufenden Inſeraten in das folgende Blatt.
Gemeinnützige Aufſätze werden ſtets mit Dank für mein Blatt aufgenommen werden.
Friedberg den 10. Dezember 1841. Carl Bindernagel.
Amtlicher Theil.
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Der großherzoglich heſſiſche Kreisrath des Kreiſes Hungen an ſaͤmmtliche Großh. Heſſ. Fuͤrſtl. und Graͤfl. Solmſiſchen Buͤrgermeiſter des Kreiſes Hungen.
Betreffend: Arretirung eines Quackſalbers, angeblich Peter Kroͤckmann oder peter Weckmann von Bellersheim.
Vor einigen Tagen wurde durch die Gensdarmerie ein Mann angehalten, welcher auf Befragen den Namen Peter Kröckmann oder Weckmann angab, und von Bellersheim zu ſeyn behauptete, jedoch mit Hinterlaſſung nachverzeichneter Gegenſtände:
1 ſechs Pfeifenköpfen von Porzellain, D zwölf dergleichen Taſſen, 3) eine Schachtel mit zum Theil ſehr ſtark wirkenden Arzueimitteln in 40— 50 Gläschen und vielen Schächtelchen. a 4 einem Säckchen mit Roß⸗ oder Strengelpulver, die er in einem ledernen Ranzen trug, entſprungen iſt.
Nach eingezogener Erkundigung kommt jener Name in Bellersheim nicht vor, es wird aber vermuthet, daß der Angehaltene der vor mehreren Jahren nach Sachſen ausgewanderte Philipp Emmel aus Bellersheim war, der als Quackſalber bekannt ſein ſoll. Ich fordere Sie daher auf, denſelben im Betretungsfalle zu arretiren und mit ſicherer Bewachung hierher abzuliefern, auch Anzeige davon zu


