Zur wetterauer Chronik.(2
al haben wir unſern Leſern eine traurige . te wguthelen 0 wollen's ihnen erzäh⸗ ie's uns zugekommen iſt. g e ging's in dem Orte Zie⸗ enberg, wie an gar vielen andern, nicht ſehr ruhig her; jeder junge Burſche glaubte ſich berech⸗ tigt, trotz des Verbotes tüchtig zu ſchießen. Da aber nicht Jeder mit dem Gewehr umzugehen ver⸗ ſtand und die Kraft des Pulvers eben ſo wenig kannte, als die damit verbundene Gefahr, ſo blieben die traurigen Folgen nicht aus. Ein Burſche glaubt ſeine Piſtole mit Gewalt recht voll Pulver ſtopfen zu müſſen, hält dieſelbe zwiſchen den Beinen feſt und fängt nun an, nach Kräften den Laoſtock ein⸗ zuſtoßen. In dem Augenblick entzündet ſich das Pulver und der Lauf zerſpringt. Ein Theil deſſel⸗ ben dringt in den oberen Schenkel; ſeine beiden Hände werden ſchrecklich zugerichtet. Ehe der Tag graut, hat er ſich verblutet. g f Das iſt ein neues Opfer des unſeligen Neujahr— Anſchießens. Sollte es denn gar kein Mittel geben, demſelben zu ſteuern? Wir ſchlagen, wenn Andere nicht helfen, Folgendes vor. Es beſteht in der Er— richtung eines Schieß⸗Vereins in jedem Orte. Jeder unbeſcholtene Burſche hat das Recht bei— zutreten, ſobald er bei ſeinem Bürgermeiſter ſich da⸗ für gegen Erlegung von 6 Kreuzer einen Zettel ge— holt hat. Von dem Bürgermeiſter wird aus Jägern, Forſtleuten, ehemaligen Soldaten ꝛc. ein erfahrener achtungswerther Mann ausgewählt, welcher gegen Vergütung eines Guldens, der aus den eingenom— menen 6 Kreuzern bezahlt wird, das Commando übernimmt. Es verſammeln ſich vor Neujahr alle zum Verein gehörige Burſche mit den ungeladenen Ge— wehren vor ſeinem Hauſe zur Uebung. Er zieht mit denſelben hinaus, in Reih und Glied, und ſtellt Alle an einem ſicheren Orte vor dem Dorfe in Eine Reihe auf, zeigt, wie das Gewehr geladen werden muß, und läßt Jeden einmal losſchießen. Hierauf ziehen ſie wieder nach Hauſe. In der Neujahrsnacht verſammeln ſie ſich wieder, ziehen feierlich hinaus, ſtellen ſich in einer Reihe auf und ſchießen dreimal mit Hurrah⸗Ruf das Neujahr an. Wenn das ge⸗ ſchehen, ziehen ſie wieder in das Dorf zurück. Wer vor oder nach dem allgemeinen Schießen das Ge— wehr abfeuert, verliert das Recht der Theilnahme an dem Verein und darf beim nächſten Zuge ſich keinen Zettel löſen noch mit den Andern ausziehen ꝛc.
Etwas uͤber Donnerkeile. (Schluß.) g Nun was ſind denn aber eigentlich die Don— nerkeile?— Wir wollens zu erklären ſuchen.— Noch jetzt findet man hier und da in Nord⸗ uud Süd“⸗Amerika und auf manchen Inſeln der Südſee Völker, die auf einer ſo niederen Stufe der Bil⸗ dung ſtehen, daß ihnen der Gebrauch der Metalle
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gänzlich abgeht. Dieſe Völker bedienen ſich zum Schneiden, Hauen, Spalten oder als Waffen der Steine, die ſie dazu auf eine zwar mühſame aber ſehr geſchickte Art ſchleifen und zurichten, und die ſie mit außerordlicher Fertigkeit auf der Jagd und im Kampfe mit ihren Feinden zu führen wiſſen.— Nun denke man ſich, daß vor mehreren tauſend Jah⸗ ren die Bewohner unſerer Gegend eben ſo roh und un⸗ bekannt waren mit dem Metall, wie dieſe Völker heut zu Tage noch ſind, und da dienten ihnen denn dieſe Donnerkeile auch anſtatt der Meſſer, Beile, Keile, oder Waffen im Kriege, je nachdem ſie groß oder klein, leicht oder ſchwer, dick oder dünn ſind; denn ſie erſcheinen in allerlei Geſtalt. Das muß ſchon gar zu lange her ſeyn, denn als vor achtzehnhundert Jahren die Deutſchen mit den Römern kämpften, da gebrauchten ſie ſchon Waffen von Eiſen.— Wenn nun aber ein ſolcher Mann in jener fruhen Zeit ſtarb, ſo gab man ihm ſeine Waffen und Ge⸗ räthſchaften mit ins Grab. Wirklich findet man zuweilen in ganz alten Grabhügeln dergleichen Don⸗ nerkeile. Das machte ſie darum ſchon ſchätzbar. Insbeſondere mögen ſie aber auch bei heiligen Ge⸗ bräuchen, namentlich den Prieſtern beim Opfern, ge⸗ dient haben, und davon erhielten ſie denn eine ge⸗ wiſſe Heiligkeit. Wenigſtens wurden nach altnordi⸗ ſchen Gebraͤuchen mit dem Thorhammer(das iſt der Donnerkeil) die Ehen eingeſegnet, mit dem⸗ ſelben die Leichen geweiht und dergleichen mehr. Kein Wunder, daß ſpäter, als der Gebrauch des Metalls, beſonders des Eiſens ſie verdrängte, immer doch noch eine gewiſſe heilige Scheu ſich bei ihrem Anblicke kund gab, und daß ſpäter bei dem Land⸗ volke bis auf dieſe Stunde ſich ſo viel Aberglaube an dieſelben anknüpfte. Auf jeden Fall bleiben ſie ehrwürdige Reſte aus einer uralten Zeit, und ſchon darum ſind ſie für uns von Bedeutung. Das iſt auch die Urſache, warum Schreiber dieſes ſie geſam⸗ melt hat und in Ehren hält.
In die Kaſſe ſuͤr taubſtumme Konfirmanden Von Herrn Major Fay aus Frankfurt 2 fl. 42 kr. Von Herrn Ur Matti aus Frankfurt 5% 24
8 955 9 90 8 fl. 6 kr. durch Herrn Revierförſter Weihl in Obereſchbach. Dank dis⸗ ſen braven Männern! Dank beſonders dem Letzteren, durch den ſchon ſo viele Beiträge in dieſe ſtets offen ſtehende Kaſſe gefloſſen ſind! Roller.
Dritter Jahresbericht der Augenheilanſtalt
des praktiſchen Arztes Dr. Küchler.
Im Intereſſe unglücklicher Menſchen, die blind ſind oder ſchwer augenleidend und dabei der nöthwendigſten Bedürfniſſe des Lebens ermangeln, fahre ich fort, die Reſultate meiner Heilanſtalt zur öffentlichen Kenntniß zu bringen. Ich zaͤhle jetzt ſeit dem Beſtehen der Anſtalt(Auguſt 1835) außer den anderweitigen Heilungen und trotz mehrjähriger unglücklicher Unterbrechung meiner Wirkſamkeit ſchon mehr als 80 ſtock⸗ blinde oder faſt blinde Individuen, die allein in dieſer Anſtalt geheilt worden ſind.— Die Anſtalt hat in dieſem Jahre von 21 Staarblinden 17 ſo vollſtändig geheilt, daß ſie im
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