Ausgabe 
12.1.1842
 
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Stande ſind, einem Beruf nachzugehen; die Namen dieſer wie aller folgenden Kranken ſind in den Händen der Redac⸗ tion. Es ſind die neueren Leiſtungen weiter verfolgt wor⸗ den in Betreff der Operation der Schielenden. Es iſt demerkenswerth, daß dasjenige Mädchen, an dem im Jabr 1840 der erſte Verſuch gemacht wurde(Rothermei), vollſtän⸗ dig geheilt geblieben iſt. Im Laufe dieſes Jahrs ſind meine Reſultate überraſchend glücklich geweſen: ich habe 27 ſchie lende Augen(in und außer der Anſtalt) operirt, und eben ſo viele ſind geheilt worden, und zwar ſind 25 davon ſo voll⸗ ſtändig geheilk, daß man das vorher ſchielende Auge gar nicht oder mit Muͤbe wiedererkennt. Es ſind in dieſem Jahre außerdem unter den Uebeln an den Hülfsorganen des Auges zur Operation gekommen: Thränenfiſteln, zwei Krebſe, vier Verbildungen der Augenliedränder(Abtragung derſelben), viele Balggeſchwülſte der Ader, kleine Fettgeſchwülſte ze. Dieſe Fälle ſind entweder geheilt oder ſind der Heilnng nabe. Eine furchtbare Verbildung der Augenhöhle mit Vorfall des Augapfels iſt gebeſſert worden. Einem gänzlichen Mangel der Augenlider mit drohendem Verluſt des Geſichts und ſcheußlicher Verbildung iſt dadurch abgeholfen worden, daß man die behaarte Kopfhaut auf das Auge übertragen und dadurch ein neues bewegliches und vollig brauchbares Augen⸗ lid gebildet hat. Es iſt weiter eine neuere Erfindung ge pflogen worden, um die unſer Landsmann Dieffenbach große

Verdienſte hat, die ſubcutane Durchſchneidung der Sehnen

zur Heilung von Verkrummungen: es ſind namentlich in der Anſtalt ein Klumpeuß und ein Schiefhals geheilt und ein Schiefmund gebeſſert worden(außerhalb der Anſtalt ſind aber in Folge dieſer Verſuche 5 Klumpfüße geheilt worden und zwei in Heilung begriffen die krankgeweſenen Leute bedie nen ſich der Fußſohlen wieder zum Gehen). Ich habe mich überhaupt bemübt, durch meine Anſtalt zur Erreichung wiſſen ſchaftlicher Zwecke oder in Fällen der Noth auch ſoſchen Kran ken nutzbar zu werden, die ihrem Zwecke nicht unmittelbar angebören, aber dazu beitragen können, ihre wohlthatige Wirkſamkeit zu vermehren. Ich erkenne dankbar an, daß die Anſtalt bei Aerzten, Geiſtlichen und Ortsvorſtänden im mer mehr Anerkennung findet, und ich werde keine Muhe und kein Opfer ſcheuen, die wohlthätigen Zwecke, die ich mir vorgeſetzt babe, zu verfolgen.

Darmſtadt den 23. Dezember 1841. Dr. Küchler.

Bekanntmachungen von Behoͤrden.

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Edictal ladung.

(1374) Ueber das Vermögen des vorhinigen Bürgermeiſters, Muͤllers Jacob Scheuner zu Bruchen brücken und deſſen Ehefrau iſt, da das nach der Bekanntmachung vom 28. Auguſt d. J. verſuchte Arrangement nicht zu Stande gekommen, der 3 Concurs erkannt und Liquidationstermin au

Mittwoch den 26. Januar 1842, Morgens 9 Uhr,

anberaumt worden. g

Alle, ſowohl bekannte als unbekannte Gläubiger der Jacob Scheuneriſchen Eheleute, werden daher an mit aufgefordert, ihre Anſprüche in dem beſtimmten Termine ſogewiß zu liquidiren, als ſie ſonſt von der Maſſe werden ausgeſchloſſen werden. Diejenigen Gläubiger, welche nicht perſönlich erſcheinen, haben ihre Mandatare zugleich mit Vollmachten zu verſehen, die ſpeciell auch auf den Abſchluß eines Vergleiches, auf Beſtellung eines Güterpflegers und Erklärung über deſſen Cautionsleiſtung, ſowie über die Verſilberung der Maſſe, ſodann auf Ernennung eines Glaubiger

Ausſchuſſes und Beſtimmung der Befugniſſe derſelben gerichtet ſind, widrigenfalls ſie in dieſen Beziehungen als den Beſchlüſſen der Mehrheit der erſcheinenden Gläubiger beitretend und an dieſe gebunden werden behandelt werden. Friedberg den 6. Dezember 1841. Großh. Heſſ. Gräfl. Iſenb. Wächtersb. Landgericht Hofmann. Edictal ladung. (1398) Inhaltlich der Hypothekenbücher der Ge⸗ meinde Oberrosbach entliehen: a) Joh. Phil. Greemann von Oberrosbach 300 fl. am 28. Auguſt 1809 bei Förſter Koch daſ., b) derſelbe 45 fl. am 1. September 1817 bei dem Oberrosbacher Kirchenkaſten,

c) Matthäus Becker daſelbſt 120 fl. am 23. Marz 1802 bei dem nämlichen Kirchenkaſten, und behaupten der Schuldner Erben, daß die er wähnten Kapitalien ſchon lange abgetragen, die Schuldverſchreibungen aber verloren gegangen ſeien. Dem geſtellten Antrage zu Folge, werden daher alle, welche den Beſitz der betreffenden Schuldurkun den behaupten oder Rechte aus derſelben geltend machen wollen, aufgefordert, ſolches ſo gewiß bin⸗ nen 60 Tagen hier anzuzeigen, als ſonſt jene Schuld verbriefungen für mortificirt erklärt und die des fallſigen Einträge in den Hypothekenbüchern geloͤſcht

werden ſollen. Friedberg den 7. Dezember 1841. Großh. heſſ. Landgericht Hofmann.

Aufforderung. (22) Der Herr Graf von Solms-Wildenfels beſitzt in der Gemarkung Steinbach eine Fruchtgrundrente von 17 Maltern, 2 Simmern, 2 Kumpf und 2 Mäs chen Korn, zu 99 fl. 55% kr. in Geld angeſchlagen. Dieſe Rente ſoll nach dem Geſetz vom 27. Juni 1836 gegen ein Abkaufskapital von 1798 fl. 44½ kr. ab⸗ gelost werden. Alle diejenigen, welche bei dieſer Ablöſung betheiligt ſind, werden hiermit aufgefor dert, ihre etwaigen Rechtsanſprüche binnen 2 Mo naten bei unterzeichnetem Gericht um ſo gewiſſer anzuzeigen, als ſonſten die Auszahlung des Ablö⸗ ſungskapitals an den oben benannten Berechtigten und für den Fall der Nichtempfangnahme des Ka pitals deſſen gerichtliche Depoſition geſtattet werden wird.

Rödelheim den 27. Dezember 1841. Großh. Heſſ. Graͤfl. Solmſ. Landgericht Buff. Holzverſteigerung.

(42) Donnerſtag den 13. d. M., Vormittags um 10 Uhr, ſollen in dem Obermorler Gemeindewald, Diſtrikt Geitzgraben, folgende Holzſortimente: 10 eichen Scheidſtecken, 2) 1 enrlen ditto, 3) 22 birken und eichen Prüuͤgelſtecken, 4) 13 aspen und erlen ditto, 5) eichen Stockſtecken,