198** verſehen, in zweifacher Ausfertigung(das 3. Exemplar bleibt in den Händen des Bürgermeiſters) an
mich einzuſenden.
Da die höchſte Staatsbehörde eine Bewilligung längerer Friſten mißbilligt, ſo bin ich vermüßigt,
auf die Einhaltung jenes Termins mit aller Strenge zu dringen.
Rückſichtlich der Bearbeitung der Vor⸗
anſchläge im Einzelnen habe ich Ihnen nachfolgendes bemerklich zu machen.* 10 Zu Ordnungs⸗-Nummer 19 und 20. Ich mache Sie darauf aufmerkſam, daß bei Berechnung des zur Verwendung im Jahr 1842 disponibeln Kaſſenvorraths nicht überſehen werden darf, die Summen
in Abzug zu bringen, in Anſehung welcher der im Jahr 1840 ertheilt geweſene Kredit auf das Jahr
1841 übertragen worden iſt und im Jahr 1841 verwendet wird.
2) Zu Ordnungs-Nummer 104 und 156.
Bringe ich Ihnen das Miniſterialausſchreiben vom 10.
Mai 1839, wegen Beſtimmung der Hebgebühren der Gemeindeeinnehmer von den außerordentlichen Ein⸗
nahmen in Erinnerung.
3) Zu Ordnungs-Nummer 123125. Im Betreff der Bedürfniſſe der Kirchen und Schulen wollen Sie mein Ausſchreiben vom Heutigen zu beachten nicht verſäumen. 5
4) Zu Ordnungs⸗Nummer 132. Wegen Anlegung von Brennmaterial-Magazinen empfehle ich mein Ausfchreiben in Nr. 29 des Intelligenzblattes von 1838 Ihrer Beachtung. Endlich
5) Zu Ordnungs-Nummer 94, 140 und 165.
Fordere ich Sie auf, ſoviel als es nur immer die
Kräfte der Gemeinden erlauben, für Rückzahlung der Kapitalſchulden Bedacht zu nehmen.
Friedberg am 16. Juni 1841.
Küchler.
Saͤngerfeſt in der Wetterau.
Immer mehr verbreitet ſich in unſerm lieben deutſchen Paterlande ein veredelter Geſang, der die alten Gaſſenhauer verdrängt und die Bruſt erfüllt mit dem Edeln und Crhabe— nen und für alles wahrhaft Schöne das Herz empfänglich macht. Unſere Wetterau bleibt dabei gegen andere deutſche Gauen nicht zurück, und wenn wir auch keine ſo großartige Muſikfeſte aufzuweiſen haben, wie andere Städte und Gegen— den, ſo haben wir doch überall Singvereine, die aber nicht immer vereinzelt wirken, ſondern auch dann und wann ge— meinſam ſich und Andere zu erfreuen und zu erheben und Liebe zur Heimath ſowie zum gemeinſamen Vaterlande zu erwecken und zu nähren beabſichtigen. Für diesmal iſt das vereinte Feſt auf den 4. Juli und als Verſammlungsplatz die Stadt Butzbach beſtimmt. Folgendes iſt das Programm hieruͤber:
„Das dritte Wetterauer Sängerfeſt(das erſte wurde 1839 den 21. Juli in Laubach, das zweite den 12. Juli 1840 in Schotten gefeiert), an welchem die Geſang⸗ vereine aus Oberheſſen, dem angrenzenden Naſſau und Frank⸗ furt Theil nehmen, findet den 4 Juli zu Butzbach ſtatt.
Am Morgen des Feſttages, zwiſchen 7— 9 Uhr, werden die fremden Sänger von den Mitgliedern des hieſigen Ver⸗ eins feſtlich empfangen.
10 ubr. Hauptprobe in der Stadtkirche, für das in dieſer Kirche zu gebende Concert. Zu dieſer Probe iſt der Eintritt außer den mitwirkenden Sängern Niemand geſtattet.
Um 12 Uhr wird die Kirche eröffnet und können Eintritts⸗ karten in der Nähe der Kirche an der Kaſſe in Empfang genommen werden. Der Preis für den erſten Platz(Empor⸗ bühne) iſt auf 36 kr., der für den Zweiten(Parterre) 18 kr. feſtgeſetzt. Der ſich nach Abzug der Koſten ergebende Ueber⸗ ſchuß wird für die Kirche verwendet.
1 uhr. Concert, in welchem unter Direction des Herrn Rektors Algeier folgende Geſangſtücke zur Aufführung kommen:
1) Motette(B dur) für den Männerchor von F. Laur:
„Gott iſt mein Hort.“
2) Erſter Satz aus der Vocalmeſſe(C dur) von T. Haß⸗
linger:„Himmliſcher, erlöſe uns.“
3) Motette(Es dur) von F. Laur:„Bewahr uns Herr dein heil'ges Wort.“ 4) Vater Unſer(D dur) von Julius André.
Nach Beendigung des Concerts Mittagsmahl für die Sänger im Heſſiſchen Hof.
4 Uhr. Feſtzug, in alphabetiſcher Reihenfolge der Vereine, unter Vortritt eines Muſikchors, aus dem Heſſiſchen Hof nach dem in der Nähe der hieſigen Stadt am Schrenzerberge gelegenen Beluſtigungsplatz. Bei der Ankunft an dem be⸗ ſtimmten Orte begeben ſich die Sänger in den für ſie errichte— ten Kreis, worauf nachfolgende Geſänge“) vorgetragen werden:
I. Abtheilung. 1) Feſtlied.
2) Waldluſt v. Speyer:„O Wald, du kühlender Bronnen.“ 3) Geſelligkeit von Wainwright.„Auf ihr Freunde trin⸗ ket aus.“ 4) Guttenbergslied von Speyer:„Töne du Feierlied.“ 9 II. Abtheilung. 5) Das deutſche Vaterland von Speyer:„Was iſt des Deutſchen Vaterland.“ 6) Liedesfreiheit von Marſchner:„Frei wie des Adlers mächtiges Gefieder.“ 7) Das deutſche Lied von Julius André:„Wenn ſich der Geiſt.“ 8) Rheinlied nach der bei J. André erſchienenen Compo⸗ ſition:„Sie ſollen ihn nicht haben.“ Hierauf allgemeine Unterhaltung und Tanzbeluſtigung. Nach Einbruch der Nacht wird der Feſtplatz erleuchtet und ein Feuerwerk abgebrannt. Butzbach im Juni 184. 22 Das Feſt-Comité. 4) Es iſt Vorkehrung getroffen, daß der Text ſämmtlicher Ge⸗
ſangſtücke in Butzbach bei den Herrn Buchbindern und in Friedberg bei der Exp. d. Bl. um 6 kr. zu haben ſeyn wird.
Zur wetterauer Chronik.(9.)
Am 14. Juni ſtürzte ſich ein Mann in das an der Weſtſeite von Friedberg befindliche Waſſer, um ſich das Leben zu nehmen, wurde aber von einem Landmanne, welchen gerade ſein Geſchäft in der Nähe vorbeiführte, herausgezogen, dann vor die Ortsbe— hörde und von da in das öffentliche Krankenhaus gebracht.


