Ausgabe 
23.1.1841
 
Einzelbild herunterladen

* 27.

aber mein Tagewerk vollendet und der Abend kommt heran, ſo wirds ja wohl ein Ruhebettlein geben und ein Plätzchen, wo ich ausruhen kann.

Mit wem will's der Leſer halten?

Jahres- Bericht der Augenheilanſtalt des praktiſchen Arztes Dr. Küchler.

Die ärztliche Wirkſamkeit in meiner Augenheil anſtalt konnte laufenden Jahres erſt mit dem Mai eröffnet werden. Ich war ſeitdem unabläſſig thaͤtig und habe am Schluſſe des Jahres wieder gute Er folge mitzutheilen. Der Geſundheitszuſtand unſerer Stadt war gerade in der Jahreszeit, die ſonſt als die beßte anerkannt wird, zur Ausführung der hoͤchſt difficilen Operation des grauen Staares, der übelſte. Der ungünſtigen Witterungs- und athmoſphäriſchen Verhältniſſe wegen, habe ich mehrere meiner Staar kranken längere Zeit zurückſtellen müſſen, um ihnen ein unvermeidlich ſcheinendes längeres Krankenlager zu erſparen. Ich habe die Freude gehabt, in dieſem Jahr einen ſeit der Geburt Blinden an bei den Augen zu heilen, und einen andern, der faſt ſeit der Geburt blind war. Es ſind manche an dere neue oder ſonſt wiſſenſchaftlich-intereſſante Fälle zur Heilung gekommen. Es iſt die Operatlions methode ſchielender Kranken, durch die neuerdings Profeſſor Dieffenbach in Berlin Erfolge erhalten hat, mit Glück ausgeführt worden. Es iſt überhaupt erfreulich, daß nicht bloß Leidende mehr meine An ſtalt aufſuchen, die an Blindheit leiden, ſondern daß auch die vielfältigen Uebel zur Heilung kommen, die theils an den Hülfsorganen des Auges ihren Sitz haben und dieſes mittelbar gefährden, theils ſolche, die an den Augen Abſcheu erregende Entſtellung hervorrufen. Die nachfolgenden Individuen ſind ſämmtlich völlig geheilt worden und zwar vom grauen Staar:

Chriſtian Geriſch von Auerbach, J. P. Grall von Erbach, Ludwig Spaar von Darnmſtadt, Franz Hepp von Spitzaltheim und Philipp Schwefel von Roddau(der Letzte von angebor ner Blindheit) desgleichen J. Knotts Ehefrau von Mörfelden, von Thränenfiſtel, Friedrich Derner von Pfungſtadt, von Zerſtoͤrung des untern Augenliedes durch Bildung eines neuen, Ludwig Deweid von Pfungſtadt vom Kugel⸗ ſtaphylion, Katharina Rothermel von Darm ſtadt, vom Schielen, Eliſabetha Egner aus dem Hahn, vom Blutſchwamm des Augenliedes (die letzte Hülfe geſchah nach der Entlaſſung), end lich Jacob Schmitt von Oſthofen, von ſchwerer Augenentzündung mit Blindheit(durch innerliche Hülfe).

Ungeheilt oder unvollkommen geheilt geblieben ſind drei Individuen, Daniel Triebel aus Kett wich, Samuel Scheuer aus Waldilwersheim und der ſchon genannte L. Deweid an ſeinem rech

ten Auge, woran er zwar von einem Staar völlig und nach Wunſch befreit worden üſt, an dem aber eine vorher durch keine Unterſuchung erkennbare Geſichts ſchwäche den Erfolg der Operation vereitelt hat. Noch in Behandlung iſt Bauer von Moßbach. Der verfloſſenen Jahres in Behandlung gebliebene Kriechbaum von Hohenſtein iſt mit einem groben Geſichte begabt worden.

Es iſt außer dieſen Kranken eine bedeutende Anzahl operativer Auͤgenkranken zur Heilung gekom men, die in die Aufzählung der Hauptreſultate mei⸗ ner Anſtalt nicht gehört.

Darmſtadt am 3. Januar 1841. Dr. Küchler.

Bekanntmachungen von Behoͤrden. N Bekanntmachung.

(26) Donnerſtag den 28. Januar l. J., Nach⸗ mittags 2 Uhr, ſollen in hieſigem Rathhauſe von dem Fruchtvorrath des vereinigten Armenfonds aus der Ernte von 1840, 50 bis 60 Malter vorzüglich gutes Korn, zweimalterweis, öffentlich an den Meiſt

bietenden verſteigert werden. Friedberg den 7. Januar 1841. In Auftrag der Armen-Commiſſion: Der Beigeordnete Bender. Hofraithe- Verkauf. (42) Auf Antrag der Friedrich Hahn's Erben ſoll erbvertheilungshalber Mittwoch den 27. Januar ihre in hieſigem Orte ſich befindliche Hofraithe, be ſtehend in einem vor 18 Jahren groͤßtentheils von Eichenholz neu erbauten 60 Fuß langen und 46 Fuß breiten zweiſtöckigen Wohnhaus mit 2 gewölb ten Kellern, einer 71 Fuß langen und 46 Fuß brei⸗ ten ganz von Stein erbauten Scheuer, einem ſtei nernen Branntweinbrennhaus, Stallung für Pferde, Kühe, Schweine u. ſ. w. Der Hoftaithsplatz ent hält mit dem daran ſtoßenden Garten Morgen. Das Ganze eignet ſich wegen ſeiner Lage an der Hauptſtraße vorzugsweiſe zu einer Gaſtwirthſchaft, es wäre aber auch, wegen hinlänglichem Brunnen waſſer, zu jedem Fabrikgeſchäft einzurichten. Kaichen am 13. Januar 1841. Der großh. heſſ. Burgermeiſter Hahn. Wohnungs⸗Vermiethung. (45) Dienſtag den 26. d. M., Nachmittags 3 Uhr, wird in dem Büreau des Unterzeichneten eine in dem fiscaliſchen Hauſe, die Bauverwalterei ge⸗ nannt, in dahieſiger Burg befindliche Wohnung, enthaltend Stube, Kammer, einen Theil des Kellers und einen Theil des Speichers, auf 3 Jahre, vom 16. April d. J. anfangend, an den Meiſtbietenden vermiethet. Friedberg den 12. Januar 1841. Der großh. heſſ. Rentamtmann B u ß.