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mit Holz erbauten Gebäuden mindeſtens 6 Fuß entferut und dergeſtalt zugedeckt ſeyn muͤſſen, daß die Luft die Aſche nicht beſpülen kann. Endlich 3) In von allen Seiten mit Mauer umſchloſſenen bedeckten Behältern, vorausgeſetzt, daß die in Satz 2) gegebenen auch auf ſie anwendbaren Vorſchriften dabei beobachtet werden. §. 5. Das Verbringen erkalteter Klötzaſche an öffentliche Orte iſt nur an denjenigen Plätzen erlaubt, welche die Lokalpolizeibehörde jeweilig dazu bezeichnet haben wird. §. 6. Wer den in den§5. 1—4 enthaltenen Vorſchriften zuwiderhandelt, verfallt in eine Polizei⸗ Strafe von 3—5 fl., und wer den. 5 übertritt in eine ſolche Strafe von 1—3 fl. Der Denunciant
erhält/ der Strafe.
Vorſtehende Polizeiverfügung iſt von den Lokalpolizeibeamten noch beſonders öffentlich bekannt zu machen und die Publikationsbeſcheinigung in ihrer Regiſtratur aufzubewahren. Zugleich ſind dieſelben, gleich den Gensd'armen und Polizeiofftzianten, ſtrengſtens angewieſen, den Befolg gehörig zu überwachen und alle Zuwiderhandlungen ſofort zur Anzeige zu bringen.
Friedberg den 20. Januar 1841.
Der großh. heſſ. Kreisrath des Kreiſes Friedberg
Küchler.
Anſtellung.
Bezirkswegwärter Grätz von Großkarben iſt ſeines Dienſtes entſetzt worden. Fähige Bewerber um dieſe Stelle haben ſich binnen acht Tagen mit Zeug niſſen verſehen bei mir anzumelden.
Friedberg den 18. Januar 1841.
Der großh. heſſ. Kreisrath des Kreiſes Friedberg
K ch leer,
Zur wetterauer Chronik.)
Nur zu bald traf ein, und zwar ſelbſt in unſerer Nähe, worüber wir im vorigen Blatte unſere Be— ſorgniß äußerten. Da am vorletzten Donnerstag (14. Januar) ſich zu dem Thauwetter Regen geſellte, ſo ſchwoll ſchon am folgenden Tage unſere ſonſt kleine Uſa, ſo wie die Wetter ſo an, daß ſie die Ufer überſchritten und zwiſchen Fauerbach und Oſſenheim ſich Ein Waſſerſpiegel zeigte. Samſtag den 16. gingen die Flüßchen zwar ziemlich wieder in ihr natürliches Bette zurück. Durch den in der Nacht auf den Sonntag gefallenen Regen ſtiegen ſie aber zu einer ſolchen Höhe, daß wir den Sonntag Morgen um halb ſieben Uhr von den Mühlen her zu Friedberg den Hulferuf vernahmen. In der That war Hülfe nöthig; es hatte ſich, in unſerer Gegend eine Seltenheit, die Uſa in einen furchtbaren Strom
*) Unter dieſer Rubrik gedenken wir künftig, je nachdem ſich Stoff dazu vorfindet, das Intereſſanteſte aus den Zeitläuften unſerer Wetterau öfter als bisher in un— ſerm Blatte mitzutheilen, theils um den Leſern Stoff zu weiteren Betrachtungen zu geben, theils um es für kommende Zeiten aufzubewahren. Wo möglich werden wir dabei Vergleichungen mit früheren Begebenheiten anſtellen. Die Leſer koͤnnen verſichert ſeyn, daß unſer ſorgfältiges Beſtreben dahin gehen wird, nicht leichtſin— nig jedes Gerücht aufzunehmen, ſondern an die Wahr— heit uns zu halten. Sollten wir dennoch uns zuwei— len irren, ſo wird es uns angenehm ſeyn, wenn wir durch die Männer, welche die Sachen genauer wiſſen, berichtigt werden. Wir erlauben uns zugleich die Bitte, uns in unſerm Vorhaben unterſtützen und alles Das mittheilen zu wollen, was in Betreff unſerer Wetterau der Aufbewahrung in einer Chronik verdient. Politik bleibt dabei, wie ſich verſteht, ausgeſchloſſen.
Die Redaction.
verwandelt, der, was ſich ihm entgegenſetzte, zer— ſtören zu wollen ſchien. An einigen Orten ragte die Chauſſee unweit den Brücken bei Friedberg kaum anderthalb Fuß über das Waſſer.(Eine ſolche Waſſer— höhe hatten wir ſeit dem 25. Januar des Jahres 1809 nicht gehabt.) Schon am 15. hatte der Strom Stege, Balken u. dgl. mit ſich fortgeriſſen und an verſchiedenen Orten die Communication geſtört, wie früher der Schnee. Jetzt gings ins Große. Die neue ſchöne Vicinalſtraße zwiſchen Fauerbach und Oſſenheim litt bedeutenden Schaden. Die Noth— brücke zu Vilbel gerieth in ſolche Noth, daß ſie kein Bindungsmittel mehr abgab und wir augenblick— lich von Frankfurt abgeſchnitten wurden. Aber der menſchliche Geiſt weiß Hülfe. Während der Po— ſten-Lauf ſich nun über Hauau wandte, fuhr ein Theil der Familienwagen zwiſchen Frankfurt und Vilbel, ein anderer zwiſchen dieſem und Friedberg; die Perſonen wurden auf Kähnen hinüber und her— über geſchafft. Stünde doch nur an dieſem wichtigen Platze die neue Brücke ſchon! Aber wir werden uns, wie nach andern Richtungen hin, ſo auch hier, noch lange behelfen müſſen, und wollens auch thun, wenn wir Hoffnung haben, daß das Begonnene beendigt wird.
Die Witterung war bisher ſehr milde geweſen; am 17. Januar hatten wir Morgens 6 Grad Wärme. Hierdurch und durch den Regen wurde der alte Schnee bald fortgeſchafft. Er lag am Dienſtag nur loch da, wo er ſich gewaltig aufgehäuft hatte. Mittwoch den 20. waren aber unſere Felder wieder friſch bedeckt und den 21. hatten wir 3 Grad Kälte


