Ausgabe 
20.2.1841
 
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und Weisheit des himmliſchen Vaters. So lange der lebt(und ſein Weſen iſt ewig) brauchts uns vor einem Weltuntergange nicht bange zu ſeyn. Da⸗ von abgeſehen, enthalt auch das Schriftchen Manches, was einer großen Berichtigung bedarf. Und da in einigen Nummern unſeres Intelligenz-Blattes vom Jahrgange 1837 mehrere Stellen daraus mitgetheilt wurden, ſo wollen wir uns an dieſe halten, und das dort Angegebene zu berichtigen ſuchen.

Der Herr Verfaſſer ſucht durch mehrere Beiſpiele die Abnahme des feſten Landes zu beweiſen. Aber alle Beweiſe, die er uns gibt, ſind blos von der Küſte von England hergenommen. Wie ver⸗ kehrt iſt aber der Schluß, den er macht! Muß denn, weil an einigen Orten von England die Kuͤſte ab⸗ nimmt, nun auch nothwendig alles feſte Land ab⸗ nehmen? Wo käme denn dieſes hin? Und ſoll denn am Ende die ganze Erde zu Waſſer werden? Welcher Unſinn! Zum Gluͤcke können wir be⸗ weiſen, daß dieſe von ihm angegebene Abnahme des feſten Landes nur eine ſcheinbare, partielle iſt, und daß, während daſſelbe an Einem Orte abnimmt, es am andern wieder neue Küſten anſetzt. Wir brauchen dazu gar nicht weit zu gehen, und können's in unſerm lieben Vaterlande finden. An der ganzen Nordküſte von Deutſchland ſetzt ſich alljaͤhrlich neues Land an. Da der größte Theil unſerer Leſer keine Gelegenheit hat, das zu beobachten, ſo wollen wir die Art und Weiſe, wie's geſchieht, hier kürzlich mit⸗ theilen.

Erſt ſchlagen da die Wellen über den Sand, und laſſen jedesmal etwas Schlamm zurück. Wenn dieſer zugenommen, zeigt ſich auf dem Watt eine blätterloſe Pflanze, der Krückfuß. Iſt der Schlamm noch ſtärker geworden, ſo erſcheint ein größeres Ge wächs, die Seeſternblume, die den ganzen Watt bedeckt und das Auge erfreut durch ihre blaue Blüthe, die ſich in unendlicher Menge zeigt: Nun bleibt ſchon ſo viel Schlamm, daß nur noch die hohe Fluth drüber geht. Allmählich wird es darum trockener und feſter, und da die Seeſternblume nur die Feuchtigkeit liebt, ſo vergeht ſie nach und nach, und ihre Stelle nimmt eine Art von Seegras ein, das man in Oſt friesland Queller zu nennen pflegt. So iſt denn aus dem See ein Sumpf und aus dieſem ein Weide land entſtanden, das von den Bewohnern als ſolches oder auch als Wieſe zum Heumachen benutzt und von ihnen Heller genannt wird. Allein auch ſo bleibts nicht lange.

Wenn ein ſolches Stück nach Verlauf von eini ger Zeit ganz zum Raſen geworden und groß genug iſt, daß es der Koſten und Mühe lohnt, ſo wird es mit einem Damme(Deiche) umgeben, damit es gegen den allenfallſigen Andrang der Wogen ſicher geſtellt iſt. Iſt das geſchehen, ſo verändert ſich, wie die Natur verändert wurde, auch das äußere An ſehen und der Name. Das Stück neues Land heißt nun Polder, zuweilen auch Groden, und es iſt

eine Freude zu ſehen, wie jetzt der Bewohner Alles aufbietet, um das gewonnene Feld zu verbeſſern und zu ſeinem Vortheile zu verändern. Nun geht da der Pflug, wo noch vor wenigen Jahren die Meeres wogen brauſ'ten. Und wenn der Nachſommer kommt, ſo ſiehſt du an der Stelle, wo ſonſt Seethiere haus ten, fröhliche Schnitter und Schnitterinnen, und Garben häufen ſich auf dem Wagen und werden zur Scheune gefahren.)

Wollen wir weiter gehen, ſo finden wir ander⸗ wärts Beweiſe genug, daß, wenn hier Land abnimmt, es dort ſich vermehrt. So ſind in dem ſüͤdlichen Theile von Rußland ganze Strecken, auf welchen man überall Salzboden gewahrt, und die den Beleg zu den Nachrichten der Alten liefern, daß das ſchwarze Meer und das cas piſche Meer einſt zuſammenhingen, daß aber durch die Abnahme des Waſſers die ſeichteren Plätze in trockenes Land um gewandelt wurden. Die Abnahme des ſchwarzen und aſowſchen Meeres iſt nach des Engländers Spencer Bemerkung bei Taganroe ſehr ſichtbar.

Ebenſo ſind viele Hafen an der Kuͤſte, wo einſt die phöniziſchen Städte lagen, mehrere an der Gegend von Carthago u. ſ. w. jetzt verſandet. So iſt der nördliche Tüeil von Aegypten durch Anhäufung von Schlamm u. dgl., welche der Nil mitbrachte, nach und nach entſtanden. Und wie viele andere Flüſſe ſetzen bei ihren Mündungen alljährlich Land an! Wie viele Inſeln ſind in dem ſogenannten ſtillen Ozean entſtanden durch Korallen-Riffe, auf welche ſich nach und nach, wenn ſie über das Waſſer zu ſtehen kamen, eine Pflanzenwelt anſetzte und durch dieſe Land wurde! Neueren Nachrichten zufolge ſoll die ganze Küſte von Chili in Amerika nach den letzten Erdbeben höher geworden ſeyn. Man will aber uberhaupt eine Abnahme des Waſſers, beſonders an den Küſten von Schweden und von Südfrankreich bemerkt haben. Andere dagegen leugnen es wieder. Indeſſen iſt auf der andern Seite das allerdings nicht zu leug nen, daß in gewiſſen Gegenden das Meer ganze Strecken Landes verſchlang, und wir könnten nament lich aus Holland noch eine Menge Belege hierzu geben, die viel auffallender ſind, als die, welche Herr Dr. Tinius liefert. Wenn er aber von den Zerſtörungen ſpricht, welche feuerſpeiende Berge und Erdbeben anrichten, ſo könnten wir wieder eben ſo viele Fälle erzählen, wo durch feuerſpeiende Berge neue Inſeln entſtanden ſind. Wir wollen aber hier uͤber unſere Anſichten kurz zuſammenfaſſen. Vor un⸗ denklichen Zeiten mag unſer Erdboden große Ver⸗ änderungen erlitten haben, daß ſogar ganze Geſchlech⸗ ter von Thieren untergingen. Soweit aber die Ge

*) Wer ſich hierüber weiter belehren will, dem empfehlen wir eine im Jahr 1819 zu Emden erſchienene Schrift, welche den Titel fuͤhrt:Oſtfriesland und Jever in geographiſcher, ſtatiſtiſcher und beſonders in landwirth⸗ ſchaftlicher Hinſicht, von Friedrich Arends.

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