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Letztere, vermengt mit Theilen von bituminöſem Holze, bildet die Hauptmaſſe der Wetterauer Kohlen⸗ Lager, namentlich der hier weiter in Betracht kom— menden und Gegenſtand des Bergbau's ausmachen— den zu Dorheim, Bauernheim, Dornaſ⸗ ſenheim, Weckesheim und Wölfersheim. Die weſentlichen Beſtandtheile der Braunkohlen ſind Kohle und Bitumen, die entferntern Koh⸗ lenſtoff, Waſſerſtoff und Sauerſtoff; die meiſten kommen aber nicht rein vor, ſondern ſind mehr und weniger von erdigen Theilen durchdrungen, welches großen Einfluß auf die Verſchiedenheit deren Güte hat, und weßhalb namentlich die Wetterauer Kohlen, welche 20 bis 22 Prozent Aſche zurüͤcklaſſen, andern, z. B. denen am Weſterwalde, bei Grün⸗ berg ꝛc. vorkommenden, die nur 5 bis 10 pCt. Aſche geben, nachſtehen.
Die Braunkohlen ſind in der Wetterau zwar ſehr verbreitet, von bauwürdiger Mächtigkeit, aber nur auf einer Fläche von circa 1½ Quadratmeile in fünf verſchiedenen mehr und weniger zuſammenhängenden Lagern aufgefunden und zwar in den Gemarkungen von Dorheim, Beyenheim, Bauernheim, Dornaſſenheim, Reichelsheim, Weckes— heim, Wölfersheim und Bärſtadt, in denen an fünf Punkten Bergbau betrieben wird.
Die Wetterau in größerm Umfange genommen, ſo ſind noch Braunkohlengruben bei Grünberg, Salzhauſen, Roßdorf und Oſtheim im Gange, auch noch Kohlen an vielen andern Orten, nämlich bei Gambach, Eberſtadt, Rockenberg, Bru— chenbrücken, Niederwöllſtadt, Gronau, Homburg, Obererlenbach, Bommersheim ic. entdeckt worden, die aber wegen Beimengung von Schwefelkies und vieler Thonerde, als Brennmaterial von geringer Güte waren, daher nur kurze Zeit Gegenſtand des Bergbaues ausmachten.
Die Ausdehnung der zuerſt erwähnten fünf Braun— kohlenlager in die Länge und Breite, beträgt für jedes 150 bis 400 Morgen, ihre Mächtigkeit wechſelt zwiſchen 5 und 80 Fuß, und denkt man ſich jene Lager zuſammengerückt, ſo möchte ein Kohlenfeld von 1400 Großh. heſſ. Morgen à 400 Quadratruthen entſtehen, das einen unterirdiſchen Wald, der circa 24 Millionen Großh. heſſ. Stecken Buchenholz er—⸗ ſetzt, bildet.
O, jene Welt, die in Nacht verborgen lag, Vernahm nichts von der Zeiten Gange, Lang iſt es ſeit ihr Tag erblaßte;
Der Lichtſtrahl der ſie nun umzittert,
Will ſie zu neuem Daſeyn ziehen.
Die Art der Braunkohlengewinnung auf den Wet⸗ terauer Gruben findet durch einen Etagenbau ſtatt, wobei Feſtigkeit mit reinem Abbau verbunden iſt. Die Zutageförderung der Kohlen geſchieht durchgängig auf Schächten von 120 Fuß mittlerer Tiefe.
Wenn an vielen Orten, wo Braunkohlen-Bergbau betrieben wird, verſchiedenartige Naturkräfte, als durch Selbſtentzündung entſtehendes Feuer, böſe Wet—
ter oder tödtliche Gasarten, Waſſer ꝛc. ſolchen oft beſchwerlich und ſelbſt gefährlich machen, ſo hat man bei dem in der Wetterau nur vorzugsweiſe mit letzterm Elemente zu kämpfen und die Trockenhaltung der verſchiedenen Gruben findet zu Dorheim mit— telſt eines Stollens, zu Bauernheim durch Waſ⸗ ſerziehen, zu Weckesheim mittelſt einer Roßkunſt, zu Wölfersheim durch Anwendung von Handpum⸗ pen und zu Dornaſſenheim durch eine Dampf— maſchine ſtatt. 5
Letztere Maſchine(von drei Pferdekraft) arbeitet mit Hochdruck, nämlich 7 bis 10 Atmoſphären und bei Anwendung von 90 Pfd. Braunkohlen pro Stunde, können 85 Großh. heſſ. Ohm Waſſer gegen 100 Fuß hoch gehoben werden.
Sind unſere Braunkohlen zu Tage geſchafft, ſo gelten ſie nicht gleich als Kaufmannsgut, wie die in vielen andern Gegenden, ſondern ſie müſſen wegen ihrer erdigen Beſchaffenheit und geringen Zuſam— menhange, erſt aufbereitet, d. h. geformt, getrocknet und magazinirt werden, ein Umſtand, womit außer den Arbeitslöhnen, große und koſtbare Flächenräume, Schoppen, Geräthſchaften und bedeutende Betriebs— kapitale in Verbindung ſtehen.
Was übrigens in dieſem Aufſatze über die Braun⸗ kohlen der Wetterau zunächſt und allgemeiner in⸗ tereſſiren kann und ſollte, das betrifft die Heitzkraft derſelben gegen Holz, welche Ermittelungen durch Verſuche im Großen und unter genauer Controlle ſtattgefunden haben.
Das Reſultat derſelben war, daß im Durchſchnitt
mit 100 Pfund lufttrocknem Buchenholze 254 Pfd.
Waſſer verdampft wurden, zu welcher Verdampfung ſtatt des Holzes, 141 Pfd. Braunkohlen erforderlich waren, und wornach ſich alſo dem Gewichte nach, das lufttrockene Buchenholz zu den Braunkohlen ver⸗ hält wie
100 zu 141.
Ein großh. heſſ. Stecken dergleichen Holzes wiegt, bei mittelgroßen Scheitſtücken, 1654 Pfd. Frank⸗ furter Gewicht und es wird daher ein ſolcher nach obigem Verhältniß durch 21%, oder zur Sicherheit durch 22 Centner Braunkohlen à 108 Pfd. erſetzt.
Die Anſchaffungskoſten von 22 Centner Kohlen ſind folgende:
a) Den Durchſchnittspreis pro einen Centner auf den Gruben, zu 13 kr. angenommen, thut von 22 Centnern 4A fl.
b) Fuhrlohn davon bis Friedberg 1„, 6
c) Für Umformen des entſtehenden Kohlenkl eins.
Summa 6 fl.
Ein Stecken Buchenholz koſtet— ) im Walde l 0. p) Fuhrlohn davon Nea 1„ä 30„ c) Kleinmacherlon n—„ 362
Summa 10 fl. 42 kr.
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