Ausgabe 
16.10.1841
 
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iurich Hauſtein IV. Conrad Leonhard 3, alt 53 Jahre,

Jeſt II. Eheftan

Intelligenzblatt

für die

berhessen

im Allgemeinen,

den Kreis Friedberg und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen.

M 42.

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Zur wetterauer Chronik.(14)

Am Freitag, d. 1. Okt., nahm ſich in einem weſt⸗ lich von Butzbach gelegenen Garten ein von da gebür tiger Soldat der Garde Chevauxlegers durch einen Piſtolenſchuß ganz in der Nähe mehrerer Menſchen das Leben. Wenn ein ſolcher Selbſtmord Einmal geſchieht, ſo können wir nur das Individuum be dauern, das, wer weiß wodurch irre geführt, das gröbſte Verbrechen an ſich ſelbſt zu verüben ver⸗ mochte. Da aber dies ſeit einem halben Jahre der dritte Fall iſt, welcher in Butzbach bei dem kaum etliche hundert Mann zählenden Militär vorkommt, ſo erhält er eine größere Bedeutung fur Regierungs⸗ Behörden ſowohl als für den Menſchenfreund über haupt. Iſt, ſo fragt man, ein verkehrtes Ehrgefühl die Urſache dieſer Selbſtmorde? Soll das Muth ſeyn, ſich ſelbſt das Leben zu nehmen? Der wahre Muth ſchont ſein Leben, bis Fürſt und Vaterland ihn ru⸗ fen, es zu opfern. Iſt es Mangel an Religios, die uns gebietet, das edelſte Geſchenk der Gottheit micht zu zerſtören, wo nicht höhere Pflichten rufen? Iſt es die Leidenſchaft der Liebe, welche die Men ſchen verblendet? Oder iſt der Uebergenuß des Brandweins die Veranlaſſung, der den Menſchen den Gebrauch der Vernunft nimmt? Wir, die wir weiter ſtehen, vermögen die Urſachen nicht anzu geben, bezweifeln indeß, daß dieſe Selbſtmorde bei ſolchen jungen Leuten in jener Seelenkrankheit ihren Grund haben können, welche wir Schwermuth oder Melancholie zu nennen pflegen.

Die Braunkohlen in der Wetterau.

Da die Wärme eins der wichtigſten, in den Ge⸗ werben am häufigſten angewandten Agentien iſt, ſo gehören die Braunkohlen unſtreitig mit zu den nütz⸗ lichſten Foſſilien, die aus dem Schooße unſerer Erde

Sonnabend, den 16. Oktober

1841.

gewonnen werden. Viele Gegenden würden kaum beſtehen können, viele Fabriken nicht exiſtiren und manche Fabrikate zu enormen Preiſen ſteigen, er ſetzten nicht Steinkohlen, Braunkohlen und Torf, den Mangel an Holz.

Wie würde es in der Wetterau ausſehen, wären die Braunkohlen nicht, und es möchte deßhalb hier am rechten Orte erſcheinen, über die Ablagerungen und den Nutzeffekt unſerer Kohlen Einiges mitzutheilen.

Die kohligen Subſtanzen des Mineralreichs ge hören beinahe allen Zeiträumen der Erdbildung an; ſo findet ſich im Uebergangsgebirge, nämlich im Thon ſchiefer, in der Grauwacke der Anthracit, auf der Grenze des Uebergangs und Floͤtzgebirges tritt die Haupt⸗Steinkohlen-Formation auf, eine jüngere, weniger verbreitete, in der Gruppe des Quader ſandſteins.

Das Vorkommen der Braunkohlen gehört mit weniger Ausnahme, den jüngern, ſogenannten ter tiären Gebirgen, namentlich der mächtigen Thon und Sandformation an, und es läßt ſich mit Grund annehmen, daß, durch Erderſchütterungen und Ueber ſchwemmungen untergegangene und zuſammengeflößte Urwälder, zur Entſtehung derſelben Anlaß gegeben haben, ſie ſind durch Vermoderung umgewandeltes Holz, Produkte eines Zerſetzungs-Prozeſſes, die nur in Fällen eines Uebermaßes von erdharzigen Theilen, wie bei der Pechkohle, oder durch Auflöſung, wie bei der bituminöſen Holzerde, ihre Holzgeſtalt ver loren haben.

Es giebt verſchiedene Arten von Braunkohlen, in techniſcher Hinſicht kommen jedoch hier vorzugsweiſe in Betracht:

1) die ſog. Pechkohle, 2) gemeine Braunkohle, 3)Kholzfoͤrmige 40 erdige 70