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zu erziehen. Mit welcher Herzlichkeit hingen die Kleinen aber auch an ihm! Wenn er aus der Schule ging, ſo umgab ihn eine Anzahl Kinder, wovon ihn das Eine am Rocke, das Andere an der Hand feſthielt; das Eine hatte Etwas zu fragen,
das Andere zu erzählen, das Dritte zu zeigen. In
der Schule, im Kreiſe wohlerzogener Kinder, war er am glücklichſten. Und was führte dieſes ſchöne Verhältniß zwiſchen ihm und ſeinen Schülern herbei? Es war die Liebe zur Kinderwelt.
Aber auch viele Pruͤfungen hatte unſer Freund zu erdulden. Die aus der Vaterhand kamen, die verwundet und heilt, betrachtete er als Läuterungen im Vertrauen zu Gott, das ihm bis zum letzten Augenblicke ſeines Lebens treu blieb. Als ihm im Februar vorigen Jahres von ärztlicher Seite das Schulhalten unterſagt wurde, ſchrieb er:„Dunkle Wolken umziehen mein Leben; aber ich ſchaue mit feſter Zuverſicht zum Vater im Himmel empor, der Alles zum Beßten lenkt.“— Sein Geſundheitszuſtand wurde immer bedenklicher. Mit großer Aengſtlichkeit machte er von jener Beſtimmung des Arztes der nächſten Behörde die Anzeige. Der Ortsvorſtand bewilligte bald darauf für einen Aſſiſtenten 240 fl. jährlichen Gehalt, die bis zur Wiederherſtellung der zerrütteten Geſundheit ausbezahlt werden ſollten. In dieſem Beſchluſſe ſpricht ſich zugleich ſein Verhältniß zur Gemeinde aus.— Seine Krankheit wurde immer langwieriger, ſeine Schmerzen heftiger; dennoch nahm er an Allem lebhaften Antheil, was die Schule und das Schulweſen berührte, was Gutes und Exfreuli— ches ſich geſtaltete, was Beſorgniſſe einfloßte, oder Hoffnungen weckte. Selbſt das Gefühl des heran⸗ nahenden Todes vermochte die väterliche Sorgfalt für die Schule nicht aus ſeiner Seele zu verbannen. Nur Ein Gedanke konnte ſeine unerſchütterliche Seelen— ruhe trüben. Der Gedanke an ſein einziges Kind und deſſen Mutter, mit der er ungefähr 4 Jahre in der glücklichſten Ehe lebte. Dieſes angſt⸗ und qualvolle Gefühl— beim Blick in die Zukunft er⸗ greift es jeden Lehrer— verließ ihn in der Nacht zur Himmelfahrt des Herrn, als ſein Geiſt ſanft und Gott ergeben dem Irdiſchen entfloh, um in einer höhern Welt das neue Leben zu beginnen. Am 22. Mai wurde er von ſehr vielen ſeiner er— wachſenen Schülern, von der Schuljugend, von 24 Lehrern aus der nächſten Umgebung zu der Ruhe begleitet, die ihm das Leben verſagte. An dem Leichenzuge konnte man deutlich ſehen, welche An⸗ erkennung ſich der Verſtorbene durch ſein ſtilles, an⸗ ſpruchsloſes Wirken, Streben, Leben erworben hatte. Als der Sarg auf offener Gruft ſtand, ſang die Schuljugend den Choral:„Nach einer Prufung kurzer Tage ꝛc.“ Hierauf hielt Herrn Pfarrer Hinkel eine durchdachte Grabrede. Am Ende derſelben legten die Kinder die getragenen Blumenkränze anf die Ueberreſte ihres theuren Lehrers. Zum Schluſſe
ſang der von dem Verklärten und Iſeinem Collegen Herrn Perron im Jahr 1836 ins Leben gerufene Singverein die Arie:„Wie ſie ſo ſanft ruhn ꝛc.“ Und als die letzten Töne dieſes rührenden Liedes verklungen waren, trennten ſich die Trauernden von dem geſchloſſenen Grabe, das für Viele ein heiliger Altar bleiben wird. S.
Quodlibet. (Eingefündt.) N
Alles iſt doch in der neueſten Zeit auf Welt⸗ verbeſſerung bedacht: in P. P. wo man, wie in England, die Staatsangehörigen in zwei Klaſſen— hier jedoch in eine freie und eine unfreie— ein⸗ theilt, ſoll dem Vernehmen nach eine Culturmateria⸗ lienhandlung etablirt werden. Es gibt dann auch Recepte für indiskrete Feldſchützen.— Pfingſt⸗ nachrichten: Nach einem neu erfundenen Méter „Fressomètre“ kommen für die Dauer eines zwei⸗ tägigen Feſtes auf circa 800 Seelen, à) 3460 dünne Butterkuchen, b) 600 Ratonkuchen, c) 362 große Schüſſelkuchen, d) 245 Schweinebraten, e) 110 Kalbsbraten, f) 96 Schinken.— Dem Intendanten eines berühmten deutſchen Theaters ſoll ein neues militäriſches Schauſpiel„das Tref⸗ fen im Walde“ zugeſendet worden ſein.— In E... werden ſchwere Kinder geboren: man ſieht welche tragen von 65— 80 Pfund, beinahe eben ſo ſchwer, wie ihre Wärterinnen.— In dem Dorfe N. blühen ſchöne Roſen; die Natur hat ſie aber mitunter ſo ſehr in Dornen verſteckt, daß ſie nur mit der größten Muͤhe gepflückt werden können. Es ſoll übrigens aber auch in der Pflanzung in Etwas verſehen worden ſeyn.— Ein bairiſcher Schullehrer hatte ſich unlängſt an einer philoſophiſchen Suppe, bald darauf aber noch mehr an einem mathematiſch combinirten Reisauflauf den Mund dermaßen ver⸗ brannt, daß jetzt an allen für Volksſchullehrer deſtinirten Tafeln dergleichen Speiſen nicht mehr aufgetiſcht werden dürfen. Solche Ereigniſſe hätte ein Giambattiſta Vico erleben müſſen!— In Krähwinkel werden die Kinder, welche zur Geld— ariſtokratie gehören, ſchon in der Wiege copulirt. Daher können Juͤnglinge ſich ſpäter nicht mehr frei bewegen, ſie ſind vielmehr mit dem Genuß ihres jungen Lebens in den engen Kreis verwieſen, welche der kalte Speculationsgeiſt der Eltern ihnen markirt hat. Ueberſpringt ein lebensluſtiger Jüngling dieſen Kreis, jagend nach den Freuden der nie wieder— kehrenden Jugendzeit; liebt er das geſellige Leben und begreift er überhaupt nur einmal den Zweck des Lebens,— ſo wird er in die Acht erklärt und muß entweder ohne Lebensgefährtin ſterben oder in einen anderen Stand übergehen.— Es gibt jetzt auch eine ſogenannte Jungfern-Ariſtokratie! Zur Aufnahme in dieſe Kaſte gehören wenigſtens 25 Mor⸗
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