bild* 90 9. gr. 1 Intelligenzblatt eln für die g allg. N U 2 8—* ufſage. e f 0 N 2 2 4— f rovin D G ber hes N age. 2 im Allgemeinen, — l 3 2.. 2 den Kreis Friedberg und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen. W ee* 10 d M27. Sonnabend, den 3. Juli 1841. 18 Juri, Mi dem uſten Juli kann auf dieſes Intelligenzblatt für das zweite halbe Jahr mit 40 kr. abonnirt werden, welcher
3 fl. 3 Betrag jedoch voraus zu bezahlen iſt. Carl Bindernagel.
F U
1 AB
1
——
2 * 2 S
ö
uli 18, Jubelfeier.
Am 29. Juni feierte in dem benachbarten kur⸗ heſſiſchen Flecken Dorheim der würdige Schullehrer Lotz ſein Amts jubiläum. Wir hoffen bald eine nä⸗ here Beſchreibung dieſes ſchönen Feſtes, das allge⸗ meine Theilnahme fand, unſern Leſern geben zu können, und haben zu dem Ende einen dazu tüchti⸗ gen Augenzeugen bereits gebeten, uns eine ſolche auszuarbeiten. D. Red.
Rekrolog.
In der Nacht zum 20. Mai ſtarb zu Vilbel der Schullehrer Johannes Andreas Gruner. Der⸗ ſelbe ward 1801 den 7. November zu Kaichen ge⸗ boren, wo ſein Vater Schullehrer war. Dieſer wurde ſpäter nach Kleinkarben befördert. Hier verlebte der Knabe die Tage der Jugend. Der häuslichen Erziehung nahm ſich der Vater mit ſolcher Liebe und Hingebung an, daß Gruner's ſanftes Gemüth— ein Hauptzug ſeines innern Lebens— die Wünſche des Vaters ſchon frühe als heiliges Geſetz anſehen lernte. Mit welcher Zärtlichkeit, mit welcher Pietät vergalt er der noch lebenden, aber ſchon ſeit 12 Jahren erblindeten Mutter die Sor⸗ gen und Mühen ſeiner frühen Jugend! Als die Tage herannahten, in welchen ſich der Juͤngling
irgend einem Lebensberufe zu widmen pflegte, wählte er das Schulfach. Im Jahr 1817 war er und ſein älteſter Bruder unter den Zöglingen, mit denen das neu errichtete Schullehrerſeminar eröffnet ward. Die hinterlaſſenen Papieren ſprechen ſich dankbar über den genoſſenen Unterricht aus. Nach vollen⸗ detem dreijährigem Curſus unterſtützte er den Vater in ſeiner Schule. Kaum waren ſo einige Jahre ver⸗ ſtrichen, ſo traf die Familie der unerſetzliche Verluſt des Verſorgers. Gruners Herz erhielt dadurch eine tiefe Wunde. Man übertrug ihm das Vikariat und hoffte, der Patron würde ihm aus Rückſicht für die zahlreiche Familie die Stelle übertragen. Da dies jedoch nicht geſchah, ſo ging unſer Freund nach Beendigung dieſes Vikariats zu ſeinem Bruder, dem unterdeſſen die Knabenlehrerſtelle in Rodheim übertragen worden war. Hier lebte er ganz dem Schulfache. Freie Stunden wurden in der Natur zugebracht. Jeder Gang in dieſen ſchuldloſen Tem⸗ pel war ihm ein Kirchgang. Sein Herz war voll Andacht, ſeine Seele ruhig, wenn er in ihr weilte. 1825 wurde ihm die neu errichtete Mädchenlehrer⸗ ſtelle in Vilbel übertragen, wo er 16 Jahre mit hingebender Liebe als ein treuer Lehrer und Erzieher wirkte. Mit bewährter Amtstreue war er bemuͤht, die ihm anvertraute Jugend zur ächten Religioſität


