Ausgabe 
31.8.1839
 
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kommen wären, ſo müßten ſie auch ſo auseinander

gehen, und bei dem Streit, den ſie jetzt anfangen wollten, keine Bosheit oder üble Geſinnung im Her⸗ zen hegen; es ſey blos auf eine ehrenvolle Nach eiferung und auf einen Wettſtreit in der Stärke abgeſehen, nicht aber auf eine Schlägerei; daher erinnert er ſie, gute Laune und Eintracht dabei zu haben. Dieſe Rede wird von der ganzen Geſellſchaft mit Beifall aufgenommen. Dann gehen die Ringer an ihre Beluſtigung, wobei der Vorſteher des Hau⸗ ſes immer der herausfordernde Theil iſt; und da er Uebung hat, ſo wird er gewöhnlich Sieger, und wirft jeden von der Geſellſchaft zwei- oder dreimal nacheinander nieder. Doch geſchieht es bisweilen, daß er einen findet, der ihm gewachſen iſt, beſonders, wenn er müde zu werden anfängt. Die Zuſchauer bezahlen jeder einen Schähi, oder drei Pence eng⸗ liſches Geld, wofür ſie während der Beluſtigung mit einem Kalian(d. i. ein Apparat zum Ta⸗ bakrauchen nach Perſiſcher Art, wobei der Rauch erſt durch Waſſer gehen muß) und Kaffee erfriſcht werden.

So treibens die Perſer, und wie treiben ſie es bei uns? Da findet man die Gymnaſtik auf dem Sopha, auf dem Federbette, in dem Romanſtudiren auf Polſtern, auf der Promenadenchaiſe, allenfalls noch auf dem Tanzboden und in einer ſchattigen Allee. Die Früchte davon nimmt man überall wahr. O unſere ganze Generation hat eine allgemeine Krankheit uͤber⸗ fallen, welche nun nothwendig geheilt werden muß. Hier und da erhebt ſich eine Stimme, aber größten⸗ theils vergebens. Möchten doch diejenigen Männer, welche dieſes kräftige Heilmittel kennen, ſich zum Wohle ihrer Mitmenſchen aufgefordert fühlen. Möchte un⸗ ſere Nation wieder eine ächte deutſche werden, damit nicht wieder ein Körner anferſtehe, der da ausrufe:

Deutſches Volk, du herrlichſtes vor allen,

Deine Eichen ſteh'n; du biſt gefallen.

Wetterauer Nachrichten aus dem dreißigjaͤhrigen Kriege.) J.

Bekanntlich hatten im Jahre 1634, wo für die Schweden und die evangeliſchen Reichsſtände die

) In den Kir chenbüchern mehrerer Ortſchaften der Wetterau ſind Dank den Geiſtlichen der damaligen Zeit! aus dem dreißigjährigen Kriege intereſſante Nach⸗ richten niedergelegt, die wohl in dem Intelligenzblatte eine Veröffentlichung verdienten. Solche Nachrichten ſollen ſich namentlich in den alten Kirchenbüchern der Gemeinden Leidhecken, Dauernheim u. ſ. w. finden.

unglückliche Schlacht bei Nördlingen erfolgte, in unſern Gegenden, weil ſie proteſtantiſch, alſo im Sinne der kaiſerlichen Partei ketzeriſch waren, die Kroaten und andre kaiſerliche Schaaren, furchtbare Gräuel verübt und mit Raub und Mord gewüthet, ärger als die Türken. Davon geben z. B. die Er⸗ ſtürmung des feſten, mit geflüchteten Menſchen ange⸗ füllten Schloſſes Bingenheim durch die Kroaten oder, wie man ſie damals naante, Krabaten, die Plünderung und Verbrennung des großen Fleckens Echzell, der Lanzenmord wehrloſer Menſchen zu Dauernheim, u. ſ. w. genügendes Zeugniß. Nun zog die Peſt, die ſchlimmſte Begleiterin ſolcher ſchau⸗ dervollen Scenen, in die verheerten und niederge⸗ brannten Dörfer und mit Gefluͤchteten angefüllten feſten Städtchen ein, und wüthete das darauffolgende Jahr 1635 hindurch auf die furchtbarſte Weiſe. Wie groß die Sterblichkeit zu dieſer Zeit war, läßt ſich nach einer Angabe des alten Kirchenbuches eines jener feſten Städtchen, des Städtchens Nidda, er⸗ meſſen. In dieſem Kirchenbuche nämlich finden ſich allein von dem Jahre 1635 über 1740 Todte na⸗ mentlich verzeichnet, die in Nidda verſtorben ſind, mit der öfters bei einem und dem andern Tage hinzugefügten ausdrücklichen Bemerkung, daß außer den aufgezeichneten Todten noch mehrere verſtorben ſeyn ſollen, über die dem Aufzeichner nichts Näheres bekannt geweſen. Dieſer ſelbſt, wahrſcheinlich der Geiſtliche, hat mehrmals gewechſelt, vermuthlich vom Tode hingerafft; denn es findet ſich nach einander verſchiedene Handſchrift in der Aufzeichnung. Am Rande des Buches iſt immer der zehnte Todte mit der Zahl 10 bezeichnet, wohl um die Geſammtzahl leichter zu überſehen. Uebrigens ſind nicht ſämmt⸗ liche Todte Einwohner des Städtchens Nidda, ſon⸗ dern großentheils Leute aus der nahen Umgebung deſſelben, bis gegen Staden hin. Daß ſich nicht weiterher Einzele unter den Todten finden, ſo viel mir eriunerlich iſt, darf wohl der eignen Befeſtigung Stadens zugeſchrieben werden, hinter deſſen Burg, Wall und Mauern mit ſtarken Thuͤrmen verſehen, ſich wieder die Bewohner der daſigen Gegend flüuͤch ten und bergen konnten.

II.

In dem Peſtjahre 1635 konnte wenig oder nichts geärndet werden; denn die kaiſerlichen Soldaten, die in der Gegend zurückgeblieben waren, droſchen die Frucht auf dem Feld aus, um ſich Mundvor⸗ rath zu verſchaffen und aufzuhäufen oder um ſie zu füttern. So klagt in einem Bittſchreiben an die damalige Grafin Solms als Vormünderin eine Päch⸗ terin ſolmſiſcher Güter zu Berſtadt, mit dem Bemerken, daß jenes mäniglich bekannt ſey.

Wöd.

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Bekannt

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