Ausgabe 
31.8.1839
 
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Erfahrung

6 fl. 20 kt.

Intelligenzblatt

für die

berhessen

im Allgemeinen, den Kreis Friedberg und die angrenzenden We im Beſonderen.

Sonnabend, den 31. August

1339.

Friedberg am 27. Auguſt 1839. Der fünfundzwanzigſte Augnſt, ein uns Fried bergern feierlicher Tag, wurde auch dieſesmal auf verſchiedene Weiſe feſtlich begangen. So war in dem Garten des Burggraviates Mittags eine große Tafel von wohl 200 Gedecken, und Abends Beleuchtung daſelbſt. In dem Caſino-Gebäude fand ein Pike nik ſtatt, welchem ein glänzender Ball folgte. Der Saal prangte mit der transparenten Namensſchiffer Sr. Königlichen Hoheit unſers allverehrten Groß herzogs. Zu gleicher Zeit war Tanzmuſik in dem Gaſthauſe des Herrn Mann und Illumination in dem Garten des Herrn Sieck und vor der Stadt großes Haupt- und Ritter-⸗Scheibenſchießen. Wir bedauern, daß wir nicht im Stande ſind, jedes ein zelne Feſt zu beſchreiben und uns auf dieſe kurze Anzeige beſchränken müſſen.

Perſiſche Gym naſtik

In Franklins Bemerkungen auf einer Reiſe von Bengalen nach Perſien findet ſich unter andern fol gender intereſſante Artikel über die gymnaſtiſchen Uebungen der Perſer:

Es gibt in Schiras Oerter, die man Zuhr Khana, d. i. Stärkungs⸗ oder Uebungshaus nennt, und wo hin die Perſer ſich begeben, um ſich Bewegungen zu machen. Dieſe Häuſer beſtehen aus einem einzigen Zimmer, deſſen Boden ungefähr zwei Fuß tiefer iſt, als die Oberfläche der Erde. Licht und Luft kommen

durch einige kleine oben im Gewölbe angebrachte Oeffnungen hinein. In der Mitte iſt eine große viereckige glatte ebene Terraſſe von gut geſchlagener Erde; und an jeder Seite ſind kleine, ungefähr zwei Fuß hoch über die Terraſſe erhöhete Alkoven, wo die Muſiker und Zuſchauer ſitzen. Wenn alle Theil⸗ nehmer ſich verſammelt haben,(und das geſchieht an jedem Freitag bei Tagesanbruch), ſo ziehen ſie ſich ſogleich bis auf die Mitte des Leibes aus, und legen dann ein Paar dicke wollene Beinkleider an. Hier⸗ auf nehmen ſie zwei hölzerne Keulen, die ungefähr anderthalb Fuß lang und birnenförmig ſind, in die Hände. Dieſe Keulen legen ſie auf beide Schultern und nun bewegen ſie ſich nach der Muſik, mit gro ßer Behendegkeit vor- und rückwärts, ſtampfen dabei mit den Füßen auf die Erde, und ſpannen alle ihre Kräfte an, bis ſie in einen ſehr ſtarken Schweiß gerathen. Wenn dieſes ungefähr eine halbe Stunde gedauert hat, ſo gibt der Vorſteher des Hauſes, der immer mit zu der Geſellſchaft gehört, und durch den Namen Pehlwahn oder Ringer unterſchieden wird, ein Zeichen; nun hören ſie alle auf, legen ihre Keulen weg, ſchließen Hand in Hand einen Kreis, und fangen an ihre Füße ſehr hurtig zu be wegen, und zwar nach der Muſik, die während der Zeit ſehr lebhaft geht. Wenn ſie dies eine geraume Zeit fortgeſetzt haben, ſo fangen ſie an zu ringen; aber ehe der Wettſtreit in dieſer Kunſt angeht, wen det ſich der Vorſteher vom Hauſe mit einer beſon deren Rede an die Geſellſchaft. Er ſagt den Can didaten: da ſie alle als gute Freunde zuſammenge