Ausgabe 
28.9.1839
 
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vor Augen, daß die Landwirthſchaft die hauptſaͤch⸗ lichſte Grundlage des Wohlſtandes unſeres theueren Vaterlandes iſt; daß der, von unſerem Allergnä⸗ digſten Regenten huldreichſt beſchützte landwirthſchaft⸗ liche Verein, eins der wirkſamſten Mittel zu immer ſortſchreitender Hebung der vaterländiſchen Land⸗ wirthſchaft bildet; daß daher jeder treue Heſſe ſich dringend aufgefordert finden muß, ſo viel an ihm ſſt, das Wirken des Vereins fördern zu helfen; wo⸗ zu Feſte, wie das fragliche, vielleicht nicht wenig beitragen. 1 5 i

Sie gewähren mir wohl die Bitte, dieſe meine Erklärung in die nächſte Nummer Ihres Blattes aufzunehmen.

Ich habe die Ehre ꝛc.

Ortenberg am 15. Sept. 1839.

Mosler, Landrichter.

Volks witz.

So ernſt und gemüthlich der Deutſche von jeher war und noch iſt, eben ſo fröhlich und witzig kann er auch ſeyn. Dieſe witzige Laune iſt in die Sprache des gemeinen Lebens übergegangen, und wir haben in derſelben eine Menge ſprüchwörtlicher Redens⸗ arten, welche eben ſo gut bezeugen, daß unſere Vor⸗ Eltern witzige Leute waren, wie das vortreffliche altdeutſche WerkReinecke der Fuchs es offen⸗ bart.

Wir wollen hier unſern Leſern einige dieſer Re⸗ densarten mittheilen, die uns gerade einfallen. Wer länger ſammeln wollte würde ihrer noch gar manche

inden. 5 Von Einem, der viel ißt pflegt man zu ſagen: Er gibt einen ſtarken Leibzoll.

Wenn etwas lange wahrt, ſo bemerkt man: Das kommt am Sanct Nimmerstag.

Stoͤßt ſich Jemand an einen Stein an, daß er ſtol⸗ pert, ſo bemerkt man ihm: Da liegt ein Spielmann begraben.

Hat man einem Andern eine Gefälligkeit unent⸗ geltlich gethan, und er fragt, was es koſtet, ſo lau⸗ tet wohl die Antwort: Fünf Finger und einen Hand⸗ käs.

Bekommt einer eine Ohrfeige, ſo bemerkt ein Dritler: Er hat ihm die fünf Finger ins Geſicht gezeichnet.

Iſt Einer geprügelt worden, ſo ſagt man: Er hat eine Hand voll ungebrannter Aſche bekommen.

Schielt Jemand, ſo bezeichnet man es mit den Worten: Er guckt in die ander' Woch'; oder: Er guckt in's Haferfeld; oder: Er guckt, wie die Gans nach dem Aepfelgrotzen.

Macht Jemand ein mürriſches Geſicht, ſo pflegt man von ihm zu ſagen: Er ſieht aus, wie drei Tag

Regenwetter; oder: Er macht ein Geſicht, wie ein Düppe voll Teufel; oder: Er macht ein Geſicht, als wollt' er die Pfalz vergiften; oder: Er macht ein Geſicht, wie die Katz', wanns donnert.

Will man bezeichnen, daß Jemand einfältig iſt, ſo ſagt man: Er hat's Pulver nicht erfunden; oder: Er iſt nicht ſchuld daran, daß die Fröſch' kein! Schwänz' haben; oder: Er hat den Verſtand mit Löffeln gefreſſen.

Kann Jemand etwas nicht ſehen, was doch leicht ſichtbar iſt, ſo pflegt man zu ſagen: Man muß ihm die Stadtbrill' holen.

Wenn Niemand da iſt, der etwas gethan haben will, ſo äußert man ſich: Das hat der Vetter Nie⸗ mand gethan, der die Dippe verbricht(die Toͤpfe zerbricht.) 11

Bekommt Jemand einen Ausſchlag am Munde, ſo wird bemerkt: Er hat mit dem Pfaff Grüben

gegeſſen; der hat ihm ein paar nachgeworfen.

In der Wetterau hört man oft den Ausdruck: Der hat ſeinen Kopf, wie der börnermer(bornhei mer) Bäcker, der backt nicht, wenn er kein Mehl hat.

Von Einem, der in ökonomiſchen Angelegenheiten ganz zurückgekommen iſt, ſagt man: Er iſt dem lieben Gott einen armen Mann ſchuldig; oder: Er iſt fertig bis aufs Auskehren.

Ganz ähnlicher Art ſind folgende ſprüchwörtliche Redensarten:

Er hat Einfälle wie ein alt Haus.

Er fliegt wie ein bleierner Vogel.

Es geht ihm wie dem Pfaff am Oſtertag.

Er hat mehr zu thun als die Pfann auf Faſt⸗ nacht.

Er trägt die Kirch ums Dorf.

Er bezahlt am letzten Freitag.

Er wirft mit der Wurſt nach der Speckſeite.

Einen nach dem Andern, wie man die Klöß' ißt.

Groß und klein, wie ſie der Hirt zum Thor hinaus treibt.

Er iſt das fünft' Rad am Wagen.

Er ſieht's an, wie die Kuh ein neu Scheuerthor.

Er ſetzt ihm ein' Brill' auf die Naß'.

Er kommt wie die Sau ins Judenhaus.

Er hat Brei im Maul.

Er paßt dazu wie der Eſel zum Lautenſchlagen.

Er hat ihm den Staar geſtochen.

Er hat Dreck im Sack.

Er hat's im Griff, wie der Bettelmann die Laus.

Er hat ihm Floh' in die Ohren geſetzt.

Er verklagt die Hex' beim Teufel.

Er hat ihm gezeigt, wo der Zimmermann ein Loch gelaſſen hat.

Er ſteht da, wie Butter in der Sonn'.

Er gibt einen ſtarken Backofenzins.(Er iſt ein ſtarker Eſſer.)

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