Ausgabe 
13.4.1839
 
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Ueber die Zubereitung der Schreibfedern.

Es wird manchen Leſern dieſes Blattes nicht ganz unintereſſant ſeyn, wenn ich denſelben über den oben benannten Gegenſtand meine Anſichten in Nachfolgendem mittheile. Bevor ich aber zu der eigentlichen Bereitungsart der Schreibfedern über⸗ gehe, muß ich eine kleine Beſchreibung der Federn uberhaupt vorausſchicken.

Die Federn, das charakteriſtiſche Eigenthum des Vogelgeſchlechts, beſtehen ihrer äußern Bildung nach aus dem Kiele und der Fahne. An dem Kiele unterſcheidet man die Spule, eine runde, hornar⸗ tige durchſichtige Röhre, gleichſam die Wurzel der

eder; und den Schaft, welcher elaſtiſch iſt, und aus einem weißen, trockenen und ſehr leichten Marke beſteht. In der Spule findet ſich ein häu⸗ tiges Gefäß,(Seele der Feder) das aus lauter in einander geſchobenen Trichterchen oder Bläschen beſteht, die mit einander in Gemeinſchaft ſtehen. Oben endigt es in einer Röhre; unten aber ſteht es, mittelſt einer kleinen Oeffnung dss Kiels mit der Haut des Vogels in Verbindung, und iſt wahr⸗ ſcheinlich das Werkzeug, wodurch der Feder die Nahrung zugeführt wird. Der Schaft iſt zu beiden Seiten mit gleichlaufenden, dicht neben einander ſtehenden Faſern beſetzt, deren jede wieder einen kleinen Schaft mit ähnlichen kleinen Seitenfäſerchen enthält. Dieſe Bekleidung des Schafts nennt man die Fahne, und ſie iſt bei den Flügelfedern an der einen Seite breiter als an der andern, bei den übrigen aber gleich an beiden Seiten. Die Faſern ſind mit Härchen und Häutchen beſetzt, mittelſt wel⸗ cher ſie ſich ſo feſt an einander ſchließen, daß ſie an einander zu kleben ſcheinen, ohne jedoch zuſam⸗ men verwachſen zu ſeyn.

Diejenigen Federn, welche man vorzugsweiſe zum Schreiben braucht, ſind gewöhnlich die ſtärkſten von den Flügeln gewiſſer Vögel, z. B. der Strauße, Schwäne, Gänſe, Raben ꝛc. und haben alſo, je nachdem ſie von dieſem oder jenem Vogel kommen, ihre Benennung davon. Man pflegt mit den Strauß⸗ und Schwanfedern, insbeſondere auf grobes Papier und Pergament zu ſchreiben, gleichwie die Raben⸗ federn zum Klarſchreiben und Zeichnen, die Gänſe⸗ federn aber zum gewöhnlichen Schreiben gebraucht werden.

Diejenigen Federpoſen, Kiele oder Spulen, welche zum gewöhnlichen Schreiben dienen ſollen, ſind am beßten, welche den Gänſen in den Monaten Mai und Juni ausfallen; alle andere Federn, die in der übrigen Jahreszeit ausfallen, ſind zu Schreibfedern nicht zu gebrauchen; ebenſo wenig die, welche ge⸗ waltſam aus den Flügeln gezogen werden. Ein je⸗ der Gänſeflügel hat nicht mehr als 5 zum Schrei⸗ ben dienliche Federn. Die Eck- oder Ortpoſe;

deren in jedem Fluͤgel eine iſt, iſt die härteſte, kürzeſte und rundeſte, aber auch die ſchlechteſte. Auf dieſe folgen 2 andere, welche Schlachtpoſen genannt werden und zu den vorzüglichſten gehören, unter ihnen ſchon ſtehen die ſogenannten Breit⸗ federn. Es iſt bemerkt worden, daß die Fahne der Federn an der einen Seite viel ſchmäler, als an der andern iſt; ebenſo hängen die hakigen Faſern viel dichter an der einen Seite an einander, und dieſe ſchmale Seite der Fahne hat an einigen Federn ganz und gar keinen, an andern wieder nach unten zu einen aufwärts gekehrten Ausſchnitt von Natur. Dies letztere iſt das Merkmal der beiden Schlacht federn. Für die rechte Hand paſſen die Federn des linken Flügels am beßten, indem ſie eine bequemere Lage darin annehmen. Dieſe Federn erkennt man alſo, wenn man ſie aufſchneidet, und ihren Rücken nach unten zu hält, daran, daß die Oeffnung nicht gegen die rechte, ſondern gegen die linke Seite von der graden Linie abweicht.

Nun näher zu obigem Zwecke! Man gibt den Kielen mit heißer Aſche, oder heißem Sande, wo⸗ durch alles in ihnen noch befindliche Fett heraus⸗ gezogen wird, Glanz und Härte, auch zugleich 2 oder mehrere Streifen. Dieſe Spulen heißen als⸗ dann gezogene Spulen, und müſſen weder zu hart noch zu weich ſeyn. Man wähle diejenigen, welche, wenn man ſie an der Spitze zwiſchen dem Daumen und dem Zeigefinger drückt, etwas nachgeben.

Die nach Art der engliſchen gezogenen Federn ſind. klar, ſo daß die Seele inwendig los iſt.

Die holländiſchen hingegen beſtehen aus lau⸗ ter großen Poſen. Auch die ſogenannten ham burger Seeſpulen werden von vielen für die beßten gehalten. Dieſe werden meiſtentheils durch heiße Aſche zugerichtet; allein hierin liegt eben der Fehler, warum dieſe Federn gewöhnlich Zähne be⸗ kommen. Selten wird da die Aſche den gehörigen Grad von Wärme haben, ſondern entweder zu heiß oder zu kalt ſeyn. Im erſten Falle erweicht die Spule zu bald, und wird, anſtatt daß ſie hart werden ſollte, zaͤher, muß alſo Zähne bekommen, da der Spalt keinen freien Aufſprung bekommen kann. Im andern Fall erweicht die Spule nicht genug, oder die Waͤrme durchdringt nicht alle Theilchen derſelben; ſie bekommt daher wieder Zähne. Am beßten iſt es, wenn man die Schreibfedern über dem Kohlenfeuer bearbeitet und ſich dabei folgender Vorſichtsmaßregeln bedient.

Zuvörderſt iſt zu ſorgen, daß die brennenden Kohlen keine Flamme mehr geben, denn dadurch würde die Feder augenblicklich darin verbrennen. Indem man nachher die Feder uͤber das Kohlen⸗ feuer hält, ſo bewege man ſie hin und her, nehme

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Gemei ſet Federn Bindfaden werden in 1) Extr dieſe an d oder Bund nen und folgt.

Y Grof wickelt. 3) Die Band.

4) Me oder bla

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283) buche de ſull Hein Roßh.