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ſie oft vom Feuer, und fühle, ob ſie durchaus und in gleichem Grade erweicht ſey. Iſt dieſes der Fall, ſo halt man alsdann den Kiel, welcher den Rücken unter ſich gekehrt haben muß, in der linken Hand, auf den mit einem wollenem Tuch bedeckten Tiſch, drückt mit dem Rücken eines breiten Meſſers oben auf den Anfang des Rohrs, zieht ſodann den Kiel rückwärts darunter weg, oder zieht ihn zwiſchen einem rauhen Tuch mehrmals durch, und gibt ihm mit der Hand ſeine vorherige runde Geſtalt wieder. Durch das erſtere ſtreift ſich das äußerſte Häutchen ab; von dem Zuſammendrücken aber entſtehen Striemen. Wer ſehr harte Spulen liebt, kann ſolche zweimal ziehen, und ſie das erſtemal auf dem Rücken, das zweitemal aber auf der Seite mit einem Meſſer überſtreichen; nur muß dieſes nicht gleich hinter einander geſchehen, ſondern die Feder muß vorher ganz erkaltet ſeyn.
Einige pflegen die Kiele bis an das Gefider in heißen Sand oder heiße Aſche 10 Minutenlang zu ſtecken; der Sand oder die Aſche muß aber zuvor ſchon einen ſolchen Grad von Hitze haben, daß ein darauf geſtellter und mit Waſſer gefüllter Topf, zu ſieden anfängt, die darauf folgende Bereitungsart iſt die naͤmliche, wie oben.— Andere ziehen fol⸗ gende Bereitungsart vor: Sie ſtecken die Feder ebenfalls in heiße Aſche oder Sand; alsdann tau⸗ gen ſie dieſelbe in kalte Lauge, wieder aufs neue in heiße Aſche, und dann iſt die Verfahrungsart die nämliche wie oben.
Gemeinlich werden 25, 50 oder 100 Stuͤck die⸗ ſer Federn in ein Gebund gethan; die Farbe des Bindfadens bezeichnet die Güte der Gebuͤnde; ſie werden in folgende Sorten eingetheilt:
1) Extra großes Gut iſt das theuerſte; man erkennt dieſe an dem rothfarbenen Band. Ein ſolcher Pack oder Bund Federn beſteht aus lauter großen, ſchö⸗ nen und ausgeſuchten Poſen. Auf dieſe Sorte folgt.
2) Groß gut mit grünem und rothem Hanft um⸗ wickelt.
3) Die Mittelſorte hat ein rothes und grünes Band. Darauf folgt
4) Meßextra, welches kurzgebundene, mit rothem
oder blauem Kordel umwickelte Bunde ſind. H. Bauernfreund.
Bekanntmachungen von Behoͤrden. Edictalladung. (283) Nach einem Eintrage in dem Hypotheken⸗ buche der Stadt Friedberg vom 14. Februar 1823 ſoll Heinr. Martin Falk von hier von dem damaligen großh. Hofrathe Langsdorff zu Wiſſelsheim unte r
Verpfaͤndung mehrerer Grundſtücke ein Kapital von 100 fl. geliehen haben. Der genannte Gläubiger hat zwar beſcheinigt, daß jenes Darlehen nie gelei— ſtet worden ſey; da jedoch keine Gewißheit vorliegt, ob auf die ausgefertigte und nicht mehr beizubrin— gende Schuldverſchreibung ſonſt Niemand Anſprüche zu machen habe, ſo wird, auf Antrag der Falckiſchen Erben, zu deren Anzeige binnen 6 Wochen unter dem Rechtsnachtheile hiermit aufgefordert, daß nach Ablauf dieſer Friſt die vorgedachte Schuldurkunde für mortifizirt erklärt und der Eintrag in den Hypothekenbüchern gelöͤſcht werden wird. Friedberg den 16. März 1839. Großh. Heſſ. Landgericht. Hofmann. Oeffentliche Ladung. (284) Nachdem über das Vermögen des Johan⸗ nes Will und deſſen Ehefrau zu Altenſtadt der Con⸗ curs erkannt worden, ſo werden deren ſämmtliche Gläubiger zur Anzeige und Begruͤndung ihrer For 2 ſowie zum Verſuche eines Arrangements au Mittwoch den 17. April l. J. Vormittags 9 Uhr, unter Androhung des Ausſchluſſes von der Maſſe, anher vorgeladen. Großkarben den 13. März 1839.
Großh. heſſ. Landgericht Muhl.
Bekanntmachung, eichen Lohrinde Verſteigerung im Revier Oberrosbach Forſts Friedberg betreffend. (285) Das diesjährige Ergebniß von eichen Loh⸗ rinden, in den nachbemerkten, vom Raumholze rein geſtellten Niederwaldſchlägen, wird dahier Freitag den 26. April d. J., Vormittags um 10 Uhr, an die Meiſtbietenden öffentlich verſteigert, nemlich A. in den großh. Domanialwaldungen:
1. Frauenwald ungefähr 191 Centner 2. Frauenwald 15 1 3. Kellerberg 5 333 57
Summe 712 ¾ Eentner B. in den Communalwaldungen der Gemeinden: 1. Obermöͤrlen ungefähr 414 Centner 2. Ockſtadt 7 52
Summe 739 ½ Centner
Hauptſumme 1452 ¾ Centner Die näheren Bedingungen werden vor'm Aus⸗ gebot eröfnet, einſtweilen wird nur bemerkt, daß Nachgebote nicht angenommen werden. Die großh. Forſtſchützen zu Niedermörlen, Obermörlen, Winter⸗ ſtein, Ockſtadt und Oberrosbach, werden den ſich bei ihnen Anmeldenten, die Lohſchläge vorzeigen. Oberrosbach den 22. März 1839. Der gr. Revierförſter Bingmann.


