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nimmermehr verdüſtre und daß er ungeſtraft auch unter Palmen wandle.
VII. Treibt uns das Schickſal in die Fremde, gieb uns allenthalben das Gedeihen, das die Ka— ſtanie bei uns findet, und gleich ihr das Vermögen, durch wohlthätigen Schatten den Schutz zu vergelten.
VIII. Verleihe Jedem, den ſein Unſtern dazu verdammt hat, nur als Aetzmittel wohlthätig zu wirken, auch die zähe Rinde des Seidelbaſtes, um dieſe Beſtimmung auszuhalten.
IX. Spende Lorbeer und Rhabarber in ſpär⸗ lichem Maaße!
X. Erhalte uns ſchwindelfrei auf ſteilen Höhen, gleich der Alpenroſe, und feſt im Beharren wie der Steinbrech, deſſen zarte Wurzeln endlich die Felſen klüften.
XI. Gieb Segen dem häuslichen Sinne, welcher der Hauswurz ähnlich auch auf magerem Boden oder dem Schutte üppiger Vorzeit ſein gedeihliches Auskommen findet.
XII. Erhalte der Noſe den jungfräulichen Duft; laß die Myrthe nicht welken, bis die Cypreſſe ſie beſchattet, und aus der Granatblüthe glühendem Roth ſtets nur edle Frucht ſich geſtalten.
XIII. Setze die Nießwurz in ihr altes Recht; es thut Noth! Spare den Eiſenhut für kranke Zeiten. Lehre uns mit reinem Sinne erkennen das Myſterium der Lotusblume, in deren Kelche der Gott des Schweigens ſitzt.
XIV. Verbinde in uns mit der trägen Fähigkeit der Lippenblüthigen, die, zerdrückt, Jedem ihre Düfte preisgeben, auch die Kraft, nicht von Jedem un— geſtraft gerieben zu werden.
XV. Gönne jedem Kohlkopf ſeinen Frieden, bis er als Sauerkraut gerichtet wird, und laß gedeihen Rettig und Meerrettig als unſchuldige Epigramma— tiker. Lehre uns zugleich, nur vertrauten Freunden offenbaren unſrer Herzen Geheimniß, wie die Nachtviole nur der ſchweigenden Nacht ihre Düfte ſpendet.
XVI. Entferne aus jedem wohlgeordneten Sy— ſteme die Baſtarde des Zufalls oder des übermüthi— gen Luxus, ähnlich denen der Pelargonien, deren Unarten für Arten gelten ſollen. Gieb jedem guten Gedanken des Wollbaums Fruchtbarkeit und des Baobab's(Adansonia digitata) Dauer.
XVII. Segne Jeden mit dem Kleeblatte treuer Freunde, mit der Hausfrau, züchtig wie Mimoſa, und laſſe des Pythagoras Bohnen an ihm vorüber— gehen.
XVIII. Warne in des Johanniskrauts(Hype ricum pervoratum) durchlöcherten Blättern vor der Vielbrüdrigkeit.
XIX. Halt uns gleich entfernt von der ſtutzer⸗ haften Menge, die in glänzender Spreu und Spel⸗ zen ſich gefällt, gleich den Strohblumen, wie von dem Cynismus der Diſteln.
XX. Gieb der Weibermännigkeit wenigſtens im⸗ mer das liebliche Aroma der Vanille.
XXI. Laß jede edle That ihre Eichenkrone fin⸗ den, aber auch Eichen wachſen die Fülle, damit keine Perle unter die Schweine geräth.
XXII. Nach Boden und Standort gieb Hopfen und Hanf, jenem zur Luſt, dieſem zur Warnung reichliches Gedeihen.
XXIII. Du ſelbſt, Meiſter! haſt ſie noch ver⸗ worfen, wie ſollten wir in dieſer Form uns an Dich wenden; dagegen neige Dein Ohr der
XXIV. Bitte, daß das verzagte Gemüth ſich
ſo ſchnell wieder verjünge und erhebe in dem Be-
wußtſeyn der eignen Kraft und der Freude des Schaffens, als das vertrocknete Laubmoos ſich neu belebt, wenn labender Thau es befeuchtet. Erlöſe uns indeſſen von anderweitiger Kryptogamie und allem Uebel. Amen.
Wetterauer Chronik.
Im Jahr 1792 ließ ſich ein übelberuͤchtigtes Subjekt, Namens Karl Wilh. Friedr. Schaber, der ſich Prefeſſor nannte und der Sohn eines würtem— bergiſchen Geiſtlichen war, ſich in vielen Oertern Deutſchlands herumgetrieben, nirgends aber ſich gut aufgeführt, manchen ehrlichen Mann belogen und betrogen, darum in mehreren öffentlichen Blättern aber, z. B. Nro. 67 und 68 des Anzeigers(der Deutſchen) vom Jahr 1792, als ein Vagabund dargeſtellt, der ſeine Frau böslich verlaſſen, in Nro. 154 der Leipz. Zeitung von 1788 ſogar we— gen eines entwendeten Pferdes und Cabriolets mit Steckbriefen verfolgt wurde, in Cöln und Düſſel⸗ dorf für den Herrn Hofrath Schiller von Jena, in Mühlheim am Rhein für den Herrn Candidaten Wilhelmi ausgegeben ꝛc., in Burgfriedberg nie— der, und gab eine„Wetterauer Chronik“ heraus, die aber nur bis zum 34. Stücke(wöchentlich 2 Bl. in 8.) dauerte und am 26. Oktober 1792 endete, wo Houchard mit den Franzoſen in Friedberg ein— rückte. Er hat ſich auch mit einem 4. Bande einer Fortſetzung von Virgils Aeneide traveſtirt v. Blu— mauer, ſo wie einem traveſtirten„verliebten Ovid“ beſchmutzt. Aber weder ſeine Zeitungsſchreiberei noch ſein Anerbieten, Unterricht in der franz. Sprache „und andern Wiſſenſchaften“ zu ertheilen, noch ſeine Rechtfertigung in Nro. 13 ſeiner Chronik, worin er erklärt, er wolle in Zukunft durch Rechtſchaffenheit alle Beleidigungen an ſeinen Mitmenſchen ausſüh⸗ nen, fanden großen Anklang, oder Vertrauen bei dem Publikum. Wo mag er wohl ſpäter hingekom— men ſeyn?
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