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ſik abwechſelte, und gegen 6 Uhr mit dem kräftigen Choral„Eine feſte Burg ꝛc.“ endigte.— Des Hrn. Grafen Erlaucht ließ in den Pauſen ſämmtlichen Sängern, gegen 300 an der Zahl, Erfriſchungen reichen. Ein dreifaches„Lebehoch“ begrüßte Den⸗ ſelben, das mit gewohnter Gnade aufgenommen und nach einigen herzlichen Worten durch einen ange⸗ meſſenen Toaſt und ein dreimaliges Lebehoch auf die Geſundheit Sr. Königl. Hoh. des Großherzogs erwiedert ward.— Gegen 6 Uhr führte der Feſt⸗ zug auf eine nahe an der Stadt gelegene Anhöhe, wo die wetterauer Sänger ſich durch die Fernſicht -auf ihre Heimath uͤberraſcht fanden. Bedeckte Hütten nahmen die ſämmtlichen Anweſenden auf; ein Nacht⸗ eſſen ſtand für die Sänger bereit und nach demſel⸗ ben wechſelten die einzelnen Chöre mit heiteren Ge⸗ ſaͤngen ab.— Der freudige Tag endigte mit dem Rückzuge zur Stadt, und es verſammelten ſich die Sängerchöre in zwei Gaſthäuſern zu den angeord⸗ neten Feſtbällen, die in ungetrubter, wahrhaft ſchö⸗ ner Heiterkeit bis zum hellen Morgen dauerten. Freudig ſchieden die Fremden von hier und kehrten zu ihren Heimathen zurück.— Gerühmt muß be⸗ ſonders werden: die Freundlichkeit des Erlauchten Herrn Grafen und ſeiner Familie zu Laubach, mit welcher alle Anweſenden aufgenommen wurden, ſo⸗ wie die Bereitwilligkeit des verehrten Kreisraths des Bezirks, mit welcher derſelbe die Feier durch zweckmäßige polizeiliche Anordnungen unterſtützte, endlich die Ruhe und Ordnung, die bei dieſer gro⸗ ßen Menge herrſchten und auch nicht die mindeſte Störung erlitten, ſo daß zur Ehre aller Anweſenden die Vorſichtsmaßregeln überflüſſig wurden.— Dem Sängerchor zu Laubach wird dieſer Tag, der durch das ausgezeichnet muſterhafte und freundliche Be— nehmen der übrigen Singvereine ſo ſehr verſchönert, wurde, unvergeßlich ſeyn, und es bleibt demſelben nur die ergebenſte Bitte um gütige Nachſicht übrig.“
Die Nachrichten, welche uns von dieſem Feſte zugekommen ſind, beſtaͤtigen das oben Geſagte voll⸗ kommen. Beſonders können die ſämmtlichen Mit⸗ glieder des friedberger Geſangvereins, welche dem⸗ ſelben beiwohnten, nicht umhin der ſo liebevollen Zuvorkommenheit rühmend und dankend zu er⸗ wähnen, welche alle Laubacher, mit denen ſie in Berührung kamen, bis zum letzten Augenblicke ihrer Abreiſe an den Tag legten. Gewiß iſt das eine
220 0 der ſchönſten Fruͤchte ſolcher Feſte, daß der Egois⸗ 1
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mus niedergedrückt wird und die Liebe hervortritt,
welche in jedem Menſchen den Bruder erkennen
läßt.— Mas iſt natürlicher, als daß wir wünſchen, ſolche freundliche Geſi innungen erwiedern zu können? — Möchte darum dieſes Feſt jährlich wiederkehren und künftiges Jahr es uns vergönnt ſeyn, alle Vereine, welche an dem ſo ſchönen Feſte in Laubach Theil nahmen, hier in Friedberg zu gleicher Feier begrüßen zu können!
Das Unterpfand.
Es war einmal ein großer Held, der hieß Cid; dem gings, wie manchen andern Leuten, die zwar nicht ſo tapfer ſind, wie er, aber doch ſo redlich und aufrichtig, das heißt, er wurde bei ſeinem Koͤ⸗ nige von ſchlechten Menſchen angeſchwärzt, und weil dieſem auch ſeine derben Worte nicht ſehr willkom— men waren, ſo verbannte er ihn aus ſeinem Reiche zum Lohne für ſeine große Thaten.
In der Fremde kommt man ohne Geld nicht wohl fort! Das wußte der Cid, und darum ſchickte er zum Israel und zum Benjamin, und als ſie kamen, fragte er ſie, ob er von ihnen tauſend Goldſtücke erhalten könnte?
Der Israel und der Benjamin hatten Geld genug, und liehens auch gerne aus— wenn ſie wußten, daß auf ein ſicheres Unterpfand und auf gute Zinſen zu rechnen war. Als ſie darum die zwei großen und ſchweren eiſernen Kiſten ſtehen ſahen, worin ſeine Reichthümer eingepackt waren, und die er ihnen zum Unterpfande dalaſſen wollte, ſo machten ſie weiter keine Schwierigkeiten, zahlten das Gold aus, und ließen die Kaſten von einem Fährcher in ihre Wohnung fahren. Es kam ihnen freilich ein wenig ſonderbar vor, daß der Herr ſich ausbedung, die Kiſten erſt in Jahresfriſt und zwar alsdann zu öffnen, wenn er ihnen binnen dieſer Zeit das Geld mit den Zinſen nicht hätte auszahlen laſſen. Weil er aber ein gar ehrlicher Mann war, der nie⸗ mals die Unwahrheit, noch weniger eine Lüge geſpro⸗ chen, ſo ließen ſie ſich dieſe Bedingung gefallen, und waren ſchon damit zufrieden, daß kaum vier Mann die Kiſten zu lüften vermochten. a
Es war noch lange kein Jahr herum, da kam ein Herr, und zahlte ihnen in Auftrag des Cid die
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