Ausgabe 
2.2.1839
 
Einzelbild herunterladen

nger d der eſtellt Oeco⸗ eiben. r Ge⸗ udenes Ein⸗ stande Stal⸗

aufzu⸗

fangen, Aecker und Wieſen damit zu bereichern, den Thieren einen geſunden Aufenthalt in ihren Stallungen zu verſchaffen, ſowie dem Mangel an Einſtreumitteln und zugleich dem daraus erfolgen den Mangel an Dünger zu begegnen. Es wird damit auf 8 bis 10 Fuhren Dünger pro Stück Groß⸗Rindvieh(doch bei Stallfütterung) jährlich gewonnen. Das Verfahren iſt Folgendes: f

Zwiſchen der Frühjahrszeit und Ernte, ſo wie im Herbſt nach beendeter Ackerbeſtellung und zu allen Zeiten, wenn Zugvieh und Arbeiter dafür zu Gebote ſtehen, wird die Erde von Gräben, Rän⸗ dern, Dämmen und dergl. in möglichſt großem Vorrathe und ſo trocken, als es ſich machen läßt, in hohe Haufen ohnweit der Stallung gebracht und die im Winter zu brauchende vor dem Froſt ge ſchützt, z. B. durch Ueberdeckung mit Pferdedünger. Dieſe Erde bringt man in die Stallung und zwar entweder tagtäglich auf jedes Stück Groß⸗Rindvieh Cübikfuß, oder auch wöchentlich auf jedes Stück 10 bis 12 Cubikfuß. Erſteres iſt vorzuziehen, wenn die Einſtreuerde viel Lehm enthält, fett und ſchwer iſt; beſſer iſt aber ſandige, trockene, torfartige, po⸗ röſe Erde zum Einſtreuen, weil ſie mehr Feuchtig keit aufnimmt; hat man verſchiedenen Boden, ſo iſt es rathſam, die leichte Einſtreuerde auf den ſchweren Boden zu verwenden und umgekehrt. Hat die Stal lung hinlänglichen Raum, ſo kann man den Dün⸗ ger 4 Wochen und länger unter dem Vieh liegen laſſen, weil derſelbe nur durch die Länge der Zeit gewinnt. Aber es iſt nothwendig, daß der Duͤnger im Stalle wöchentlich zweimal aufgeriſſen und nach den Krippen hin gezogen wird, weil ſich derſelbe ſonſt hinter dem Vieh, wo der meiſte Dünger hin fällt und daher mehr eingeſtreut werden muß, zu hoch anhäufen würde.

Die Einſtreuerde darf nicht in Klumpen ange wendet, muß möglichſt klar gemacht und gleichmä ßig vertheilt werden. Sie wird täglich mit etwas Stroh oder anderer Streu überdeckt, wozu ſich auch trockener Pferdedünger vorzüglich eignet. Iſt ſie ganz durchzogen und wird feucht auf der Ober fläche, ſo wird ſie entweder an die Krippe hinge zogen, oder überhaupt zum Stall hinausgeſchafft und neu eingeſtreut.

Es wird jedem Landwirth einleuchten, wie viel Streumittel dadurch erſpart, wie viel Dünger da bei gewonnen wird und wie zugleich das Vieh ſanf ter, reinlicher und wärmer ſtehen muß. Freilich vermehrt ſich damit die Arbeit, aber dieſe bezahlt ſich reichlich.

Wo das meiſte Silber herkommt.

Im Jahr 1545 verfolgte ein armer Hirte Na⸗ mens Hualca aus Porco im Reiche Peru eine

wilde Ziege, und hielt ſich, um von einer ſteilen Felswand zu kommen, an der Wurzel eines Baumes. Dieſe war aber nicht feſt, und als er an ihr zog, brachte er einige Stücke gediegenen Silbers heraus. Von jetzt an holte er immer mehr, wurde reicher, aber auch beneidet. Es kam endlich dahin, daß die Spanier das Plätzchen entdeckten, und eine Silber grube anlegten. Dieß iſt das berühmte Potoſi, welches allein von den Jahren 1574 bis zum Jahr 1637 eine Maſſe Silbers von dem Werthe von bei nahe 800 Millionen Gulden lieferte. Leider iſt's damit jetzt faſt ganz zu Ende. Dagegen zeigte ſich an einem andern Orte kürzlich wieder faſt auf ähn liche Weiſe eine der reichſten Silberminen.

Im Monat Mai des Jahres 1832(ſo erzählt unſer Landsmann, Herr Eduard Pöppig in ſei ner Reiſebeſchreibung) entdeckte ein armer Holzhauer zu Coquimbo im Lande Chili einen Klumpen gediegenen Silbers. Weil er's aber nicht geheim halten konnte, ſo geſchah, daß in kurzer Zeit einige Tauſende von Menſchen ſich da einfanden, und alle nach Silber gruben. Mehrere waren auch ſo glück lich, Stücke dieſes Metalles und zwar gediegen(d. h. rein von allen Zuſaͤtzen) zu erhalten, von mehre ren hundert Gulden werth. Wer von unſern Leſern Luſt hat, auch ſolche Klumpen aufzugraben, der gehe nur nach Süd-Amerika. Das iſt ein herrliches Land, in welchem es noch weit beſſer iſt, als im Schla raffenlande. In dieſem fliegen einem bekannt lich nur die gebratenen Tauben in den Mund, ohne daß man nöthig hat, etwas anders zu thun, als dieſen aufzuſperren. In Süd-Amerika aber braucht man nur die Taſche aufzuhalten; da fällt das Sil ber von ſelbſt hinein. Wer's nicht glaubt, der gehe nur hin, vergeſſe aber nicht, große Säcke mitzunehmen, um ſie füllen zu können.

Wie gefaͤhrlich es manchmal iſt, gewiſſe Wiſſen ſchaften zu treiben.

Unſern Leſern iſt wohl längſt bekannt, daß der berühmte Mathematiker Galilei auf Befehl Sr. Heiligkeit Urbans VIII., ſeines fruͤheren Freundes, in die Gefängniſſe der Inquiſition geſteckt wurde, weil er den Satz gelehrt hatte, daß die Erde ſich um die Sonne drehe. Er konnte ſich nur da durch von der ihm drohenden Todesſtrafe retten, daß er auf den Knieen dieſen Satz als einen ketzeri ſchen abſchwur und verwünſchte. Das geſchah im Jahr 1633.

Sollte man glauben, daß es im neunzehnten Jahrhundert auch noch gefährlich war, gewiſſe Sätze zu lehren?

Colleta erzählt im erſten Theile ſeiner Ge ſchichte des Königreichs Neapel(S. 311), Semen⸗ tini, Profeſſor der Phyſik, hätte einſt vor ſeinen