Wieder ein neuer Mineralbrunnen.
Unſer ſchwalheimer Brunnen hat ganz in einer Nähe einen Kameraden erhalten, der leicht ein gefährlicher Nebenbuhler von ihm werden könnte. Es iſt nämlich den Bewohnern der Nackbarſchaft längſt bekannt, daß unweit dem genannten ſchwal⸗ heimer Brunnen und zwar in demjenigen Theile des dorheimer Gebiets, das man in den Ellern (Erlen) heißt, drei bedeutende Mineralquellen ſich befinden. Der eine heißt der Judenbrunnen, der zweite Faßbrunnen, und der dritte Perl— brunnen. Alle drei liefern zwar ein ſehr gutes und reiches Mineralwaſſer, hatten aber das Unglück, bisher wegen der Nähe des ſchwalheimer Brun— nens faſt ganz unbenutzt zu bleiben und folglich ver— nachläſſigt zu werden.
In dieſem Sommer endlich wurde die Aufmerk— ſamkeit wieder einmal auf ſie gerichtet, und man machte etwa zehn Fuß von dem genannten Faß⸗ Brunnen einen neuen Bohr-Verſuch. Zur großen Freude der Betheiligten ſtieſen am Samstag den 22. dieſes die Arbeiter auf eine reiche und herrliche Quelle, welche aus einer Tiefe von etwa 32 F. den 3 Zoll ſtarken Waſſerſtrahl mehr als 3 Fuß über den Boden empor ergoß. Seitdem hat man den Anfang gemacht, eine eichene Röhre in die Erde einzuram⸗ men, und es wiro ſich nun zeigen, wie die Quelle hervorſprudelt, wenn dieſe einmal die gehörige Tiefe erlangt hat. Am Ende macht ſie gar den ſchwal⸗ heimer Brunnen entbehrlich. Auf jeden Fall iſt ſie eine intereſſante Erſcheinung, und gibt uns einen neuen Beweis, wie reich die dortige Gegend an Mineralquellen iſt. Was den Gehalt der neuen Quelle betrifft, ſo hoffen wir ſpater unſern Leſern ein Näheres mittheilen zu können, wenn ſie einmal von tüchtigen Chemikern genau unterſucht wurde.
Die alten Meſſen und Maͤrkte zu Friedberg.
Wie über die fruͤhere Größe der Stadt Fried⸗ berg, ſo wird auch über ihre ehemaligen Meſſen und Märkte allerlei erzählt, was weder Grund noch Halt hat. Und wenn's einmal geſchrieben iſt, ſo geht's in andere Werke über, und wird immer ſchwerer, das Wahre vom Falſchen zu ſondern. Wir
wollen den Leſern mittheilen, was wir hierüber aus
Urkunden geſchöpft haben. Die gewöhnliche Sage, die ſogar in die Denk— ſchrift überging, welche die Stadt Friedberg im
Jahr 1820 der Stände-Verſammlung überreichte
und durch den Druck unter das Publikum verbrei— tete, führt an, Friedberg habe früher die Faſtenmeſſe gehabt; dieſe ſey aber im Jahr 1340 nach Frankfurt verlegt worden. Wahr iſt's, daß Friedberg ſchon in uralten Zeiten zwei Jahrmärkte hatte, deren Einer den Montag nach St. Walpurgistag, der andere den Mon—
tag nach St. Michaelstag anfing, und jeder 8 1
Tage währte. Wer der Stadt das Privilegium zu
denſelben gegeben, darüber hat ſich bis jetzt keine 1
Urkunde auffinden laſſen. Im Jahr 1332(Dien⸗ ſtag nach St. Matthiastag) ertheilte Kaiſer Lud⸗ wig der Vierte der Stadt das Privilegium, daß dieſe beiden Jahrmärkte verlängert werden und vier⸗ zehn Tage lang währen ſollen.“) Fünf und zwanzig Jahre ſpäter, nämlich am Samſtag nach Himmel⸗ fahrt Chriſti(nach vnsers Herrn Offart) des Jahres 1357 ertheilte Kaiſer Karl IV. bei ſeiner
Anweſenheit in Friedberg den Bürgern der Stadt die Gerechtſame, daß ſie ſich ihrer Meſſen
wegen ein neues Waaghaus bauen dürfen (daz sy vmb kuntliche notturft vnd zu gemache der Kauflute, die vff die Messe zu Frideberg komen, eynen nuwen bau von holtze begriffen vnd in dem platze genant by den wagen cre- men gemacht haben).“) Dieſer Kaiſer Karl iſt derſelbe, welcher ſchon vorher, nämlich 1349 die Stadt an den Grafen Günther von Schwarz— burg verſetzt, jedoch ihr die Verſicherung ertheilt hatte, daß ſie nicht nur in des Reiches Schirm bleiben ſolle, als wenn ſie unverpfändet wäre, ſon⸗ dern daß er ſie auch binnen Jahresfriſt von der Pfandſchaft befreien wolle. Das geſchah aber nicht, und ſo ſehr er ſie auch in der Folge mit Privilegien überhäufte, ſo geht doch aus mehreren Actenſtücken deutlich genug hervor, daß die Stadt nicht ganz klar mit ihm blieb. So ſind zwei Urkunden vor⸗ *) Die Urkunde iſt ungedruckt; eine Abſchrift derſelben
befindet ſich im rothen Buche, Nr. 32. n) Rothes Buch, Nr. 73.— Dieſes Waaghaus, das
mitten auf der Hauptſtraße ſtand, wurde im Jahr 1774
abgebrochen.
ſeile J. laiſelich beſonder! u Fta! Juul eine we Kale! der St. gehötig Jahrme ſellte; wie w Kaiſer eine al 1397 die zu minde
ſeinem der E iht a
5 5
0 8 450 8880 U 4 92 4 150


