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1.9.1838
 
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Intelligenzblatt

für die

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errichtet war, zu einem feſtlichen Mahle.

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im Allgemeinen, den Kreis Friedberg und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen.

Sonnabend, den 1.

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September 1838

Der Ludwigstag.

Der hohe Namenstag Seiner Königlichen Hoheit, unſers allverehrten Landesvaters, wurde auch dieſes

Mal wieder zu Friedberg feierlich begangen.

Eine große Anzahl von Männern der drei Stände, wohl an drittehalbhundert, verſammelte ſich des Mittags unter einem geräumigen zeltartigen Ge⸗ baͤude, welches auf dem ſogenannten Schützenraine So wie Verehrung des allgeliebten Herrſchers und der hohen Fuͤrſten⸗Familie die zahlreiche Geſellſchaft hier ver einigt hatte, ſo herrſchte während des fröhlichen Mahles nur Ein Herz und Ein Sinn. Mit allge⸗ meiner Begeiſterung wurde der Trinkſpruchauf das Wohl Sr. Königlichen Hoheit, des allverehrten Landesvaters gebracht und aufgenommen. Die Muſik intonirte, und Böller verkuͤndeten in die Ferne den ausgebrachten Toaſt.

Nach dem Gaſtmahle begann der hieſige Schuͤtzen⸗ Verein ein Scheiben⸗Schießen, und Abends beſchloß an derſelben Stätte ein Ball, an welchem viele Bewohner Friedbergs Theil nahmen, den feſtlichen Tag.

Wir ermangeln nicht, beizufügen, daß, während das geſammte Offizier⸗Corps dem oberwähnten Gaſt⸗ mahle beiwohnte, das übrige Militär zu einem gleichen Feſtmahle in der Caſerne verſammelt war. Auch hier wurde dem verehrten Fürſten ein feuriges Lebehoch gebracht.

Der Ehrentag des evangeliſchen Pfarrers, Herrn Brodreich zu Oſſenheim, am 24. Auguſt 1838.

In der Freude meines Herzens kann ich den ſchönen Tag, an deſſen Feier ich heute Theil nahm, nicht beſchließen, ohne Ihnen, lieber D..., eine kleine Beſchreibung davon zu geben.

Heute waren es nämlich zweiundfünfzig Jahre, daß der würdige Pfarrer Brodreich zu Oſſenheim, Kreiſes Friedberg, ſeine erſte Anſtel⸗ lung als Geiſtlicher erhielt. Still und beſcheiden, von ſeiner Gemeinde geſchätzt und einfach ſeinen Weg verfolgend, hatte er bisher in ſeinem Berufe gewirkt, und ſelbſt in ſeinem hohen Alter noch ſeine Pfarrei Cu welcher auch der Ort Bauernheim als Filial gehört) mit rüſtiger Kraft verſehen. Am Wenigſten dachte er daran, ein mit äußerer Feſtlich⸗ keit prangendes Jubiläum zu begehen, ſondern begnügte ſich damit, in ſeinem Herzen dem Allgütigen, der ihn bis hierher gnädig geführt hatte, frommen Dank zu weihen. Allein die nächſt⸗vorgeſetzte Behörde des Jubilars, das Conſiſtorium zu Aſſenheim, glaubte mit Recht, die Gelegenheit zur ehrenden Anerkennung einer vieljährigen Amtstreue dürfe nicht unbeachtet vorübergehen und traf geräuſchlos Anſtalten, um dem Greiſe eine einfache, ſeinem ganzen Sinn und Weſen angemeſſene Feier zu bereiten.

Deßhalb wurde nicht blos Se. Erlaucht, der Herr Graf von Solms⸗Rödelheim, als Patron der Pfarrei Oſſenheim, von dem Vorhaben in Kenntniß, geſetzt, ſondern auch deßfallſiger Bericht an die vor