Ausgabe 
29.9.1838
 
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handen, durch welche der Kaiſer ſie wieder von der Acht befreit, in die ſie verfallen war.

Ohne daß man weiß, wie,) verloren ſich um dieſe Zeit die Jahrmärkte wieder, oder nahmen wenigſtens ab. Die beiden Städte Frankfurt

und Friedberg geriethen darüber mit einander

in Wort⸗Streit, wie eine von Kaiſer Wenzel aus⸗ gefertigte Urkunde vom Jahr 1380 ausweiſß't, worin er beide zur Ruhe ermahnt, und erklärt, ſie ſollten bei ihren Meſſen und Jahrmärkten bleiben wie von Alkers her.)

Indeſſen ſcheint dieſer kaiſerliche Befehl weiter keine Wirkung gehabt zu haben; Friedberg verlor ſeine Jahrmärkte, wahrſcheinlich aber nicht durch kaiſerliche Verordnung, ſondern durch die Zeitläufte, beſonders aber durch den Umſtand, daß die Meſſen zu Frankfurt unmittelbar oder nachher fielen und Frankfurt überhaupt wegen des Fluſſes zu Meſſen eine viel günſtigere Lage hat. Zwar gebot der Kaiſer Wenzel(Montag nach Kreuzfindung) 1394 der Stadt Frankfurt, daß ſie ihre Meſſen zur gehörigen Zeit halten und endigen, auch bei ihren Jahrmärkten die Jahrmärkte zu Friedberg ausrufen ſollte;**) das Gebot wollte aber nicht viel fruchten, wie wir gleich hören werden. Zwei Urkunden des Kaiſer Wenzel, eine vom St. Urbanstage 1395, eine andere vom Mittwoch nach St. Gallentag 1397 ſprechen ausdrücklich davon, daß der Stadt die zwei Jahrmärkte abgegangen wären. 7) Nicht minder wird von den Bürgern in einer Bittſchrift an Kaiſer Sigismund vom Jahre 1420 über Abegange ir(ihrer) Jarmerkte geklagt. 171) Die Stadt hatte damals bereits ihre Bedeutſamkeit verloren.

Bekanntlich ertheilte zwar ſpäter im Jahr 1530. Kaiſer Karl V. aus Liebe zu Tileman Kreich, ſeinem Geheimſchreiber, einem gebornen Friedberger,

der Stadt noch zwei Jahrmärkte. Dieſelben halfen

ihr aber nicht auf.

*) Eine Urkunde Kaiſer Ludwigs v. 1337(Böhmer C. D. 5412) ſagt indeſſen deutlich genug, daß keine andere Stadt Meſſen und Märkte haben ſoll, welche den zu Frankfurt ſchädlich ſind.

*) Frankfurter Privilegien-Buch. S. 197.

un) Dieſe merkwürdige Urkunde befindet ſich in einem alten Privilegienbuch der Stadt Friedberg. Fol. 49 a. und iſt ungedruckt.

) Beide ſtehen in 5 Bericht ꝛc. ꝛc. Urk. Nro. 40. 42. S. 23 und 2

119 Aus einer A Urkunde.

283

Die Geſchichtſchreiber von Frankfurt, welche von jeher, und zwar mit Recht, eiferſüchtig auf ihre Meſſen waren, haben Alles aufgeſucht, um jene Sagen von Verlegung der Faſtenmeſſe von Friedberg nach Frankfurt als gänzlich ungegründet darzuſtellen. Sie erklärten zuerſt, Friedberg habe nie Meſſen gehabt, ſondern nur Jahrmärkte. Dieſer Grund iſt indeſſen nicht haltbar. Die Begriffe von Meſſen und Jahrmärkten waren damals nicht ſo ſcharf verſchieden, wie ſie es jetzt ſind. In den oben erwaͤhnten Urkunden bedienen ſich die Kaiſer bald des einen bald des andern Ausdruckes, manch- mal ſogar beider zuſammen, wie in einer bei h- mer C. D. Ff. 613 mitgetheilten Urkunde v. J. 1349. Daſſelbe iſt der Fall in andern Urkunden, welche der Stadt Frankfurt und Friedberg ertheilt werden.

Weit ſicherer widerlegt ſich die obige Sage von Verlegung der Faſtenmeſſe durch Thatſachen. Eine Urkunde Kaiſer Friedrichs II. vom Jahr 1240 beweiſ't bereits das Daſeyn der Meſſe zu Frank⸗ furt.) Ferner ertheilt ein Privilegium des Kaiſers Ludwig IV. der Stadt Frankfurt das Recht, daß ſie nicht nur ihren alten Markt behalten, ſondern auch einen neuen und zwar in den Faſten machen möge, und jeder vierzehn Tage dauern dürfe.) Dieſes Privilege iam iſt vom Jahr 1330, alſo zwei Jahre älter al dasjenige, welches den Friedbergern ihre Jaht te auf 14 Tage verlaͤngerte, mithin zu eigentlichen Meſſen machte. Falſch iſt demnach auf jeden Fall die An⸗ gabe, daß die Faſtenmeſſe im Jahr 1340 von Fried⸗ berg nach Frankfurt verlegt worden ſey.

*) Frankf. Privilegia p. 3. Böhmer C. D. Fraucof. 1

p. 68. Es wird dort von Leuten geſpee hen, die auf die Meſſen(nundinas) zu Frankfurt kg. nen.

**) Frankf. Priv. p. 18. Böhmer C. D. F. 506.

Kaſſe für taubſtumme Konfirmanden.

Für die Predigt ꝛc. des Herrn Prof. Sell, von deren Ertrag eine Kaſſe für taubſtumme Konfirmanden gegründet werden ſoll, iſt ferner bis heute eingegangen:

Durch Exempl. 85 kr. Herrn Poſtmeiſter Reuning in Worms 20 33 Poſtpraktikant Alefeld in Alzey 10 2 Lehrer Weckers in Maim 20 6 30 Poſtſekretär Zeller in Mainz 37 7 24

Bürgermeiſter Petri in Steinfurth 2 24 Revierförſter Weihl in Obereſchbach 15 8 Hof Intendant Lotz in Homburg 2 Friedberg den 27. September 1838.

C. Bindernagel.