Ausgabe 
10.11.1838
 
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dem mainzer Thore wurde im März 1836 ein ſ. g. Thränenkrügelchen, wiewohl nicht unverletzt, nebſt mehreren Reſten anderer Gefäße, Stücken von Erz u. dgl. m. ausgegraben. Dabei befand ſich eine ganz kleine roͤmiſche Todtenlampe mit dem Stempel SATTONIS.

Beſonders auffallend waren die Spuren früherer Anſiedelung, als man im Frühjahre 1837 im Rec⸗ toratsgarten der Auguſtiner⸗Schule zum Bau des neuen Schulhauſes nach feſtem Boden grub. Man war genöthigt bis zu einer Tiefe von mehr als 12 Fuß zu graben, bis man endlichgewachſenen Grund fand. Da zeigte ſich denn, daß ehemals hier meh⸗ rere Häuſer geſtanden hatten und zwei von ihnen durch Brand vernichtet worden waren. Mitten durch dieſe Häuſer zog ſich aber auch, und zwar von We⸗ ſten nach Oſten, eine mit Steinen wohl verſehene Kunſtſtraße. Hinter den Häuſern fand ſich eine Menge Schutt aus noch früherer, nämlich der Römerzeit; wie denn ſehr viele Reſte von Gefäßen aus lemniſcher Erde, deren Form und Verzierung das nicht undeutlich zeigten. Darunter befanden ſich auch wieder einige mit Stempel, u. a. einer mit OC CA FX(Tocca ſinxit), ein anderer mit um⸗ gekehrtem von der Rechten zur Linken gehendem Namen VIIIIS. Auch eine Parier-Stange von Erz, mehrere Reſte von Glas⸗Gefäßen u. dgl. m., wurden hier gefunden. Und als ſpäter unter dem Schulhaus ein Keller gegraben wurde, ſo entdeckte man in einer Tiefe von mehr als 12 Fuß einige größere behauene Steine. Schade, daß auch dieſe nur Reſte waren; indeſſen war doch noch deutlich genug bemerkbar, daß es Reſte eines Votiv⸗Altares ſeyn mußten. An der Seite des einen Steines ſind die Buchſtaben EX bemerkbar; an einem andern ſieht man zwiſchen zwei Säulenknäufen den oberen Theil eines Kindes in halb erhabener Arbeit; ein dritter bildet den unteren Theil einer Bildſäule, nämlich das untere Gewand mit dem Fuße. Schrei⸗ ber dieſes wünſcht, daß dergleichen Reſte nicht unter⸗ gehen, ſondern aufbewahrt werden möchten.

Auch mehrere römiſche Münzen ſind ſeit einigen Jahren wieder zu Tage gekommen. Unter Andern wurde ein Antoninus mit der Zackenkrone im Burg⸗ felde gefunden; ein ſchöner Trajanus in Großerz fand ſich an der Stelle, wo Hr. Joh. Fritz 1836 ein neues Haus erbaute, ein Domitianus und ein

Nerva Trajanus unter dem Hauſe des Herrn Nau, ein Trajanus von Großerz lag in den Liebfrauen-Gärten, an einer andern Stelle eine

wohl erhaltene Silber⸗Münze von eben dieſem Kaiſer.

In dem erwähnten Rectorats-Garten wurde außer zwei Erzmünzen, wovon eine von Hadrianus eine andere von Marc. Aurelius, auch eine ſehr

ſaubere Silber-Münze mit der Umſchrift Seve- rus pius Aug. aufgegraben. Referent nennt hier

nur diejenigen, in deren Beſitz er ſelbſt iſt; wie manche mögen ſeit dieſer Zeit in andere Hände ge⸗ gangen ſeyn! So kam ihm ſpäter noch eine Silber⸗ Münze zu Geſicht, welche beim Legen des Funda⸗ ments der neuen Kaſerne zu Tage gekommen war, und deren Avers Julia Augusta, der Revers aber Mater deum(Göttermutter) enthält. Noch in dieſen Tagen fand ſich im Schutte der Schanze, auf welche das Waſſerbehälter der neuen Brunnenleitung zu ſtehen kommt, ein wohlerhaltener Trajanus in Großerz.

In dem Wenigen, was wir hier angedeutet haben, verglichen mit dem, was Schreiber dieſes früher mitgetheilt hatte, beſtätigt ſich von Neuem, daß der Raum, welchen ſowohl die Stadt als die

Burg Friedberg jetzt einnimmt, einſt von den Rö⸗ mern bewohnt war, und daß ſie außerhalb der

Mauern nach Süden und Suͤdoſten ihre Grabſtätten hatten. 5 5

Auch aus dem Mittelalter wurde ſeit kurzer Zeit

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wieder Manches zu Tage gefördert, was einen recht

ſchönen Beweis von dem Kunſtſinne unſerer Väter abgibt, wenn wir nach der Betrachtung unſerer kunſt⸗ vollen, leider aber ſehr vernachläſſigten

Stadtkirche noch eines neuen Beweiſes bedürften. Wir wollen nur auf ganz Weniges hier aufuerkſam

machen. So wurde in vorigem Jahre mehrere ar⸗ tige Steinplättchen von einem alten Eſtrich in dem Rectorats⸗Garten und in dieſem Frühjahre nicht weit davon ein Theil eines hübſchen Ofenaufſatzes aufgegraben. So fanden die Arbeiter noch vor mehreren Wochen in dem vormals dietzſchen Hauſe ein gut gearbeitetes ſteinernes Gefäß, das ohne Zweifel früher zu einem Becken für Weihwaſſer ge

dient hatte. Leider wurde daſſelbe durch Ungeſchick⸗

lichkeit in mehrere Stücke zerſchlagen. Einige Tage vorher fand ſich in dem Keller des ehemals boller

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