Ausgabe 
9.6.1838
 
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Ueber Saatfrucht.

Es iſt keinem Zweifel unterworfen, daß ohne gute und reine Saatfrucht keine eigentlich gute Ernte zu erwarten iſt, und daß gute Saatfrucht eine der Hauptbedingungen derſelben iſt. Wie in deſſen ſolche zu gewinnen ſeyn moͤchte, dieſe Frage iſt nicht leicht zu beantworten. Daß es aber gerade für unſere Wetterau beſonders noth thut, darauf aufmerkſam zu machen, erkennt Jeder, der nur einen Gang in unſere Fruchtfelder gethan hat. Wir ſehen faſt keinen Waizen, der nicht zum ſechsten, ja bisweilen zum vierten Theile mit Korn durch- wachſen iſt. Daſſelbe iſt der Fall bei Gerſte und Hafer u. ſ. w. und nimmt alljährlich zu. Und wieviel Unkraut wird nicht geſäet? Wie iſt aber dem Allem abzuhelfen?

Wir erinnern uns in Nro. 40 der Zeitſchrift fur die landwirthſchaftlichen Vereine des Großher zogthums Heſſen vom J. 1832 einen Vorſchlag ge⸗ leſen zu haben, der ſich aber hauptſächlich nur auf Reinigung vom Dort bezieht. Es wird gerathen, das Korn nach vorhergegangener gewöhnlicher Säu berung in eine etwa halb mit Waſſer angefüllte Bütte zu ſchütten. Da der Dort auf dem Waſſer ſchwimmt, ſo kann er leicht abgeſchüttet oder mittelſt eines Seihlöffels abgeſtreift werden. Damit iſt aber Anderes noch lange nicht fortgeſchafft.

Einſender kannte Landwirthe, welche den armen Kindern die Aehren abkauften, die ſie auf den Aeckern aufgeleſen hatten, und welche die daraus gewonnene Frucht zur Saatfrucht benutzten. Dieſe Weiſe iſt allerdings ſehr gut; ſchwerlich wird ſie aber allgemein empfohlen werden können, weil 1) große Landwirthe nicht leicht auf dieſem Wege ihren vollen Bedarf werden erhalten können, und 2) weil dieſe Art zu ſammeln leicht Veranlaſſung zu Mißbräuchen abgibt, indem Betrügereien darunter laufen und ſolche Kinder die Abweſenheit der Feldbeſitzer be nutzen, um die erſten beßten Garben der Nachbar ſchaft zu plündern. Eben darum fanden ſich auch an mehreren Orten die Behörden veranlaßt, alles Aehrenleſen zu verbieten, ſo ſehr es auf der andern Seite eine Erwerbsquelle für Arme und ein Mittel iſt, reine Saatfrucht zu gewinnen.

Andere Landwirthe pflegen vorher die reinſten ihrer Fruchtäcker auszuwählen, und von dieſen die in der Mitte ſtehenden Früchte beſonders für die

Saatfrucht zurückſtellen zu laſſen. Das mag wohl etwas nützen, aber im Ganzen doch nur wenig, namentlich in ſolchen Feldern, wo Korn und Waizen, Hafer und Gerſte allzu nahe neben einander und auf ſchmalen Aeckern gepflanzt werden.

In ſolchen Fällen rathen wir, mit andern Land wirthen zu tauſchen und lieber einen geringen Ver⸗ luſt nicht anzuſehen, als nach und nach die ganze Frucht ſich verunreinigen zu laſſen. Je mehr das in einer Gemarkung überhand nimmt, deſto weniger wird im Verhältniß zu andern Gemarkungen die Frucht von Käufern geſucht, und über kurz oder lang zeigt ſich der Schaden zehnfach. Eben deßhalb wünſchen wir, daß in ſolchen Dörfern, welche durch unreine Frucht ſich beſonders auszeichnen, mehrere verſtändige und begüterte Männer ſich vereinigten und auf gemeinſame Koſten an ſolchen Orten, wo reinere Frucht zu haben iſt, ihren Saatbedarf, wenn auch nur wenige Jahre hinter einander, ſich ankauften. Die darauf verwandten Koſten werden ſicher wieder auf anderem Wege erſetzt werden.

In wiefern es überhaupt nützlich, ja nothwendig iſt, bei gewiſſen Erzeugniſſen, z. B. Kartoffeln, Lein, Hanf u. d. gl. auf Saat⸗Austauſch zu ſehen, darüber werden wir vielleicht bei einer andern Ge legenheit unſere und Anderer Erfahrungen den Le ſern mittheilen. Vor der Hand begnügen wir uns, auf dieſen Einen Punkt aufmerkſam gemacht zu haben, und wünſchen ſchließlich, daß erfahrene Land wirthe ihre Anſichten darüber dem größeren Publi kum durch dieſes Blatt mittheilen möchten.

Der Sonnenhof.

Oeffentliche Blätter ſprechen von einer ſeltenen Lufterſcheinung, welche man zu Pfullingen in Würtemberg am Himmelfahrtstage beobachtete; es war ein Hof, der die Sonne in einer Entfernung von wenigſtens 30 Sonnendurchmeſſern umgab und dem Auge alle Farben des Regenbogens darbot.

Der Unterzeichnete hatte Gelegenheit eine ähnliche Erſcheinung an demſelben Morgen vor zehn Uhr mit ſeinen Schülern auf dem benachbarten Winter⸗ ſteine zu bemerken. Es ſchien indeſſen dieſer Hof weit mehr als 30 Sonnendurchmeſſer zu haben, zeigte ſich aber in einem blaſſen Scheine und hatte keineswegs die Farben des Regenbogens.

Friedberg. Prof. Ph. Dieffenbach.

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