Ausgabe 
8.12.1838
 
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Indem ich Ihnen hiervon Nachricht gebe,

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9)Bei eintretenden Krankheiten werden die Heilungskoſten und Arzneien aus der Staatskaſſe beſtritten weiſe ich

Sie an, ſich vorkommenden Falls darnach z

bemeſſen und die Eltern taubſtummer Kinder zu bedeuten.

Friedberg den 2. Dezember 1838.

Der großh. heſſ. N des Kreiſes Friedbeng

üch ler.

Nachtrag.

Wir haben in Nro. 47 unſeres Blattes eineam ten November 1838 von dem Lehrer B. in der Schule zu R. gehaltene Rede mitgetheilt. Heute müſſen wir unſern Leſern mit Schmerz die Nach⸗ richt geben, daß der Verfaſſer derſelben ſeitdem ge⸗ ſtorben iſt, und da der Tod die gewöhnlichen Ver⸗ träge auflöſ't, ſo können wir ihn nun auch nennen; es iſt der Herr Borſch zu Rodenbach. Schade um den jungen hoffnungsvollen Mann, der, wie man wohl an der mitgetheilten Rede ſchon bemerken konnte, ſeinem wichtigen Berufe mit inniger Liebe oblag. Friede ſeiner Aſche! Die Red.

Witterungs- Nachricht.

Nach dem Sprüchworte pflegen ſtrenge Herren nicht lange zu regieren. Das haben wir in ver⸗ gangener Woche erfahren. Seit dem 24. Novemb. hatte ſich bei ſcharfem Nordwinde ein wahrer Win⸗ ter eingeſtellt, ſo daß am Morgen des 25. und 26. der Thermometer auf 6, am 27. ſogar auf 9 Grad (Reaumur) unter Null zeigte. Damit wars aber auch abgethan. Denn ſchon am 28. ging das Wet⸗ ter wieder auf, und trat in den letzten Tagen der Woche ſo gelinde und regneriſche Witterung ein, daß auch der letzte Reſt von Eis fortging. Sehr günſtig mag ſo ſchneller Wechſel auf den menſch⸗ lichen Körper wohl nicht wirken; doch haben für ihn ſo kalte Tage eben auch nichts ſehr Angeneh⸗ mes, ſelbſt wenn man einen Mantel hat. 5

Wie ein kranker reicher Mann glücklich kurirt wird.

Die lieben Leſer, welche den Tag durch zu ar⸗ beiten haben und in den ſechs Werktagen kaum ihre Wochengeſchäſte beendigen können, wundern ſich wohl manchmal über dieſen und jenen Herrn, der ihnen begegnet, und ſeine Langeweile ein Wenig im Wagen ſpaziren fährt. Es geſchieht auch nicht ſel⸗ ten, daß ein ſolcher Herr um ſeine Spazierfahrt oder um ſeine köſtliche Tafel beneidet wird; wenn aber dieſe Neider genauer ſähen, ſo würden ſie ge⸗ wiß, ſtatt ihn zu beneiden, nur bemitleiden, denn es iſt nicht Alles Gold, was glänzt, wie wir ein ander⸗ mal zu beweiſen ſuchen werden.

Ein ſolcher Herr nun befand ſich ſeit geraumer Zeit ſehr unwohl. Das lange Liegen im Bette half nichts; der rothe Wein wollte nicht munden; das

Nachmittagsſchläfchen machte ihn noch müder, als er vorher war, und wenn er vier Stunden bei der Karte geſeſſen hatte, ſo ſtand er, ſelbſt wenn er ſechs Kronenthaler gewonnen hatte, ganz traurig auf, und gieng nach Hauſe, wo er eine herrlich bl⸗ ſetzte Abendtafel fand, aber keinen Appetit daz mitbrachte. Der Hausarzt kam alle Tage und ver⸗ ſchrieb auch alle Tage, und der Herr wurde indeſſen alle Tage unwohler. Was ſoll daraus werden dachte er. Ich muß mich bei einem andern Arzle befragen. i

Der Johann ſpannte die Pferde an den ſchoͤnen Wagen, und der Herr fuhr an einem lieblichm Maimorgen durch die junge Saat, und ſah die fröhlichen Arbeiter, und hörte die noch fröhlichene Lerche; er ſelbſt aber blieb ganz traurig. In der großen Stadt kehrte er im beßten Wirthshauſe ein, und trank dort noch beſſer als zu Hauſe, und

der neue Arzt, der viermal gekommen war, ließ ſich

vier Goldſtücke einhändigen, und half doch nichts,

Bald darauf hörte er von einem jungen Mann n einer andern Stadt, der ſchon viele gluͤckliche Kurmn an vornehmen Leuten gemacht habe. Auch dieſer mußte zu Rath gezogen werden; der Wagen wurde ihm vor's Haus geſchickt, und als der Arzt da rin bei dem Herrn angekommen war, fiel's gerad in die Mit⸗ tagszeit. Da half denn nichts, der Arzt mußte ſich unit an die ſchwer beladene Tafel ſetzen. Hier faßte er den Herrn aufs Korn, und da er dieſes gethan hate, gieng ihm ein rechtes Licht auf, und er ſagte nachhm:

Mein werther Herr Finanzrath(dieſen Tiſel hatte ſich der Herr um ſchweres Geld gekauft, und that ſich was darauf zu gut, ob er gleich nicht en⸗ mal ſeine eignen Finanzen ſelbſt beſorgte, ſondegen von einem Rentmeiſter um ſchweres Geld beſorgen ließ), Sie ſind allerdings ſehr krank, und wenn Gie nicht die rechte Arzuei gebrauchen und die dazu ge⸗ hörige Diät beobachten, ſo hören Sie, fürchte ih, im nächſten Mai die Lerchen nicht mehr ſingen.

Das war ein Donnerſchlag für unſern Herm, der ihn ſo zahm machte, daß er nicht nur fleheut⸗ lichſt um die rechte Arznei bat, ſondern auch bei allen Heiligen verſprach, alles genau zu beobachte n, was ihm nur der Arzt verſchreiben wurde.

Und nun erklärte ihm dieſer, er würde ihm le Woche ein Schächtelchen Pillen ſchicken, von denen er täglich drei Morgens um fuͤnf Uhr und drei des Nachmittags um fünf Uhr zu nehmen hae. Aber, ſetzte er hinzu,meine Pillen ſind nur hil⸗ ſam, wenn Sie dabei beobachten, was ich Ihnen verſchreibe. Thun Sie das nicht, ſo wirken ſie ärger

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