Ausgabe 
29.4.1837
 
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1 2 3 5 Zur Erzielung eines guten Eſſigs iſt nur das Vorhandenſeyn einer Flüſſigkeit, welche die wei⸗

nige Gährung beſtanden hat und das Ausſetzen derſelben einer gewiſſen

Wärme, unter Zutritt der Luft,

mit Zuſatz von Eſſighefe, nöthig und wird die Stärke des gewonnenen Eſſigs durch die in einer ſolchen Flüſſigkeit enthaltene Menge von Weingeiſt oder Zuckerſtoff bedingt. Jeder weitere fremdartige Zuſatz, um dem Efſſig mehr Säure und Schärfe zu geben, iſt unnöthig und beſteht in der Regel aus Subſtanzen, welche der Geſundheit nicht zuträglich ſind. Die eigentliche Eſſiggahrung, oder das Sauerwerden der weinartigen, zu Eſſig beſtimmten Flüſ⸗ ſigkeit, geſchieht in größern Fabriken entweder im Sommer im Freien an der Sonne ausgeſetzten Orten,

oder in beſonders gewärmten Räumen, den ſ. g. Eſſigſtuben. Kleinere Fabrikanten und Oeconomen benutzen dagegen hierzu die Wärme der Küchen und ſelbſt

der Wohnſtuben, welches letztere, wegen der bei der

Gͤhrung entweichenden Kohlenſäure, einer, bei zu

großer Anhäufung in geſchloſſenen Räumen, der Geſundheit, ja ſelbſt dem Leben, höchſt ſchädlichen Luft⸗ art, möglichſt vermieden werden ſollte. Da auf die letztere Art die zur ununterbrochenen Gährung noth⸗ wendige gleichförmige Temperatur nicht immer erreicht wird, ſo iſt man in der Regel genöthigt, um der zu Eſſig beſtimmten, vor Beendigung der Gährung erkalteten Flüſſigkeit, die dazu nöthige Wärme zu geben, einen Theil davon zu erhitzen, und dann der Geſammtmaſſe zuzumiſchen.

Dies geſchieht häufig entweder in leicht gebranntem Töpfergeſchirr, oder in einem ku⸗

pfernen Keſſel.

Geſchieht erſteres, ſo wird der Eſſig das Blei der Glaſur auflöſen und ein höchſt ge⸗

fährliches Gift, den Bleizucker, bilden. Das Erhitzen des Eſſigs in kupfernen Gefäßen iſt nur dann ge⸗ fahrlos, wenn dieſelben rein und blank ſind, und der Eſſig vor dem Erkalten wieder herausge⸗ nommen wird, indem, wenn das Eine oder das Andere nicht Statt hat, Kupfer aufgeloößt und Grün⸗

ſpan gebildet wird.

Daſſelbe geſchieht, wenn die Eſſigfäſſer mit meſſingenen Krahnen verſehen ſind, oder

wenn das zu Eſſig verwendete Läuterwaſſer zu lange in der kupfernen Blaſe ſtehen geblieben iſt.

Ein blei- oder kupferhaltiger Eſſig hinterläßt im Munde einen eigenen, metalliſchen, andauernd zuſammenziehenden Geſchmack, und iſt zum Speiſegebrauch gänzlich zu verwerfen.

Ein guter reiner Eſſſg muß bei mehr oder weniger Färbung vollkommen klar und ohne allen Bodenſatz ſeyn, einen angenehm weinartig ſauren Geruch und Geſchmack beſitzen und nach dem Genuß

weder ein Brennen an den Lippen und dem Gaumen

zurücklaſſen, noch die Zähne merklich ſtumpf machen.

In erſterem Falle enthält er ſcharfe ſchädliche Stoffe, in dem andern einen Zuſatz von Mineralſäuren. In beiden Fällen iſt es am rathſamſten, den verdächtigen Eſſig dem Apotheker zur genaueren

Prüfung zu übergeben und nach Befund die Anzeige

Die auf dieſe Art verfälſchten Eſſige werde weshalb ſehr wohlfeile und dabei ſehr ſcharf und ſa Darmſtadt am 24. Februar 1837.

benutzen iſt.

der betreffenden Polizeibehörde zu machen. u in der Regel zu ſehr mäßigen Preiſen verkauft,

uer ſchmeckende Waare mit beſonderer Vorſicht zu Großh. heſſiſches Medicinal-Colleg.

Einiges über Bierbereitung.

Das Bier iſt das geſündeſte und nahrhafteſte, beſonders dem Landmanne nicht genug zu empfeh⸗ lende, in neueren Zeiten aber leider durch Apfel⸗ wein und Brandwein beinahe verdrängte Getränk. Es wird bei uns bekanntlich in der Regel aus Gerſte bereitet; es giebt aber auch Waizen⸗ Rog⸗ gen⸗, Mais, Tannen⸗ und Quecken⸗Bier. Am beſten nimmt man zum Malz junges und friſches Getraide, ſowie ſolches, welches auf magerem, leichtem oder kieſtigtem, nicht ftiſch gedüngtem Bo⸗ den gezogen wurde. f

Das Trocknen des Malzes geſchieht entweder in freier Luft oder in einem Ofen, letzteres, um es mehrere Jahre aufheben zu konnen; das Luft⸗

malz giebt dem Bier mehr Güte, als das Darr⸗ malz und iſt deshalb vorzuziehen; zu ſehr gedürrtes Darrmalz giebt ein ungeſundes Bier.

Das zum Malz⸗Einmeiſchen nöthige Waſſer muß ein reines, leichtes, mit wenig erdigten oder ſalzigten Theilen vermiſchtes ſeyn und nie darf, wie es früher geſchah und noch jetzt von manchen Brauern geſchieht, ein ſchmutziges, dickes, beinahe ſchlammiges und faules Waſſer genommen werden, in⸗ dem dieſes ſehr nachtheilig für die Geſundheit wirkt; ſchwaches Eiſenwaſſer verbeſſert das Bier, und kann man ſolches haben, ſo ſollte man es allem anderen vorziehen.

Ohne Hopfen würde das Bier ekelhaft ſuß werden, leicht verderben, verſauern und ſehr ſchwer verdaulich ſeyn; deshalb iſt er ein Hauptingredienz

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