Ausgabe 
25.3.1837
 
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wie auch alle blutigen nicht genießbaren Stücke des Halſes ſind von der Zugabe ganz ausgeſchloſſen. Die Zuwiderhandelnden trifft eine Strafe von 1 fl. bis 1 fl. 30 kr.

Dieſe Polizei-Verfügung tritt vom April l. J. an in Wirkſamkeit.

Friedberg den 22ſlen März 1837.

Der großherzoglich heſſiſche Kreisrath des Kreiſes Friedberg.

Küchler.

Wie ſich der Mißbrauch des Branntweins furcht bar raͤcht.

Wenn irgend eine Erfindung beim erſten An blicke in ihrer Nützlichkeit zweideutig erſcheint, ſo iſt es der Branntwein. Zwar iſt auf der einen Seite ſeine Nützlichkeit nicht zu beſtreiten, indem er, ein fach und abgezogen, vielen Künſten und Gewerben ein unentbehrliches Hülfsmittel geworden iſt, und auch als Getränke mannichfachen Nutzen gewälrt, wenn er Leuten, welche in der Kaͤlte ſchwere Ar beiten verrichten und harte Koſt genießen, ein Mit tel der Erwärmung und Verdauung, oder denjeni gen, welche bei ſtarker Erhitzung Durſt fühlen, ein Mittel gegen die Schädlichkeit des kalten Trunks wird, wenn ſie zuerſt einen Schluck Branntwein nehmen, oder unter das Waſſer miſchen. Unter dieſen Verhältniſſen wird er eine heilſame Arznei, wenn er als ſolche betrachtet und genoſſen wird.

Ganz anders wirkt er aber, wenn er als täg liches Getränk zum Bedücfniſſe geworden iſt. Seine heilſame Wirkung wird in die des Giftes verwandelt!

Man beruhige ſich bei dem täglichen Gebrauche des Branntweins nicht damit, daß man nur eine gewiſſe Portion genießt und ſich nicht damit be⸗ rauſcht. Denn kein Genuß überreizt ſo ſtark und macht ſo ſchnell einen reichlicheren Genuß zum Be dürfniſſe, als der Branntwein. Tauſende fingen an mit einem kleinen Würfchen und endigten mit täglicher Trunkenheit, oder doch mit dem Ueber⸗ maße und waren ohne Rettung verloren, weil kein Laſter den Menſchen feſter umklammert, als die Branntweinſucht.

Dieſem ſcheuslichen Laſter folgt aber alsbald ein ganzes Heer trauriger Wirkungen nach.

Seht zuerſt, wie der Branntweinſäufer allmäh⸗ lig alle Freude an ſeinen Geſchäften verliert, träge und gedankenlos einherſchlendert, aller Berufsge⸗ ſchäfte uͤberdrüſſig wird, weil ihn die wüthende

Begierde nach ſeinem Lieblingsgenuſſe foltert, wie er nur in ihm ſein höchſtes Gut findet, außer wel chem er nichts zu denken vermag. Die nothwendige Folge iſt die Verarmung, wie es die traurigen Le bensläufe der meiſten Säufer beweiſen. Selten iſt ein Menſch ſo rüſtig, daß er eine längere Reihe von Jahren den Einwirkungen dieſes böſen Geiſtes auf ſeine Geſundheit widerſtehen könnte. Bei wei tem die mehrſten fühlen bald ihre Lungen angegrif fen, trocken und zum Huſten geneigt, den ſie für eine Folge der Erkältung halten, bis die Lunge in Eiterung übergeht und dem wüſten Leben ein Ende macht. Der Branntweinſäufer wird alſo ein Selbſt mörder, indem er ſich täglich vergiftet. Wer an der giftigen Natur des Branntweins zweifelt, der beobachte den Lebenslauf eines ſolchen Selbſtvergif ters, wie ſeine Lunge ſich allmählig zerſtört, wie ſein Geſicht Anfangs mit einer hellen Morgenröthe, bald aber mit einer dunkeln Abendröthe überzogen wird, welche einen heftigen Sturm verkündiget und im Geſichte des Säufers das Zeichen der Auflöſung des Fleiſches und der Gährung aller Säfte iſt, welche auf den Sarg hindeutet. Iſt das nicht ein Zeichen der Vergiftung?

Doppelt verderblich iſt der Branntwein in dem jungen Korper, der bei ſeiner geringen Feſtigkeit, bei ſeinem größeren Feuer und dem ſchnelleren Um laufe ſeiner Säfte der Auflöſung um ſo mehr un terworfen iſt. Wenn wir unter der Branntwein trinkenden Klaſſe ſo viele kleine, unentwickelte Ge⸗ ſtalten ſehen, ſo iſt das zum großen Theile die Wirkung des frühzeitigen Genuſſes des Brannt weins. Dies ſcheint man zu ahnen, da der Glaube allgemein iſt, man könne junge Hunde durch Ein ſchütten von Branntwein klein erhalten. Selbſt wenn dies nur ein Aberglauben wäre, ſo ſollte man glauben, daß Leute, die in anderen Dingen ihr Verhalten durch den lächerlichſten Aberglauben beſtimmen laſſen, ſich vom Gebrauche des Brannt⸗

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