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erlernte er das Franzoͤſiſche und gab bald ſelbſt Un— terricht darin, wodurch er ſich die Mittel erwarb, ſeinen Hang nach Studien weiter zu befriedigen.
Als er waͤhrend ſeiner militaͤriſchen Dienſtzeit ein halbes
Jahr in Gießen zubringen mußte, benutzte er dieſe Zeit moͤglichſt zum Beſuche der Collegien.— Heß war in der Artillerie(1801) zum Unteroffizier avancirt und trat ſpaͤter(1807) als Banconducteur in Ci⸗ vilſtaatsdienſte uͤber. Er verheirathete ſich in ſeinem 22. Jahre mit der Wittwe des Kammerraths Bork— hauſen und uͤbernahm zugleich die Pflichten uͤber drei vaterloſe Waiſen. Das nachgelaſſene Herbarium die— ſes im Fache der Naturwiſſenſchaften ruͤhmlichſt be— kannten Mannes machte ihn mit der Wiſſenſchaft bekannt, welche ſpaͤter ſein Lieblingsſtudium wurde und worin er ſich ſo ſehr auszeichnete, der Botanik. Ein neuer Schatz oͤffnete ſich ihm, den ſein edler, fuͤr die herrlichen Gaben der Natur ſo empfaͤnglicher Geiſt wieder ganz durch ſich ſelbſt ſich anzueignen verſtand. Er nuͤtzte ſpäter durch ſeinen Unterricht in dieſem Fache, durch Anlegung eines botaniſchen Gartens ꝛc. viel und war namentlich auch der Leh— rer unſeres jetzigen Garteninſpectors Hrn. Schnitt⸗ ſpahn, der wiederum ſo Tüchtiges in dieſer Wiſſen⸗ ſchaft leiſtet.— Durch ſein erſtaunliches Gedaͤchtniß unterſtuͤtzt, erlernte Heß, außer der franzoͤſiſchen und lateiniſchen, noch mehrere Sprachen, wie die grie— chiſche, engliſche und italieniſche. Seine unendliche Liebe zu den Wiſſenſchaften gab ihm die noͤthige Aus— dauer, ſich alle die Kenntniſſe zu erwerben, durch welche er den ehrenvollen Standpunkt einnahm, auf welchem wir ihn in der buͤrgerlichen Geſellſchaft er— blicken. 1811 war er zum Landbaumeiſter, 1821 zum wirklichen Rathe bei dem damaligen Oberbau— colleg, jetzigen Oberbaudirection, mit dem Titel Oberfinanzrath(welcher 1832 in den eines Ober— bauraths umgewandelt wurde) befoͤrdert worden.— Auf jede Weiſe ſuchte dieſer brave und ehrenwerthe Mann dem Staate und ſeinen Mitbuͤrgern nuͤtzlich zu wirken. Entfernt von jedem Eigennutze, blos aus reinem Eifer fuͤr die Sache, arbeitete er Jahre lang in der großh. Hofbibliothek und verwaltete den botaniſchen Garten, dem er als Direktor vorſtand. Auch als Schriftſteller trat er mit Gluͤck anf. Er ſchrieb ein nuͤtzliches Werkchen uͤber Botanik und arbeitete an mehreren trefflichen Werken uͤber. Baukunſt und Mechanik, woruͤber ihn leider der
Tod ganz unerwartet uͤberraſchte. Ein Nervenfieber entriß ihn ploͤtzlich am 23. Juni ſeiner Familie, ſei— nen Freunden, dem Vaterlande. Allgemein war die Trauer um dieſen als guten und edlen Menſchen, wie als tuͤchtigen und redlichen Staatsdiener gleich ausgezeichneten Mann. Er gehoͤrte zu den Wenigen, welche nur Freunde zaͤhlen. Sein Andenken wird im Segen bleiben.“
Bekanntmachungen von Behoͤrden. Gläubiger- Aufforderung. (619) Wilhelm Ehrbar von Vilbel beabſichtigt nach Homburg a. d. Höhe, Johannes Weil von da nach Frankfurt a. M. und Eliſabetha Herzer von da nach Bornheim auszuwandern. Rechtsan— ſprüche an dieſelben ſind binnen drei Monaten bei großh. Landgericht Großkarben anzumelden, gegen— falls die Entlaſſungsurkunde ertheilt werden wird. Friedberg den 24ſten Juni 1837. Der großherzoglich heſſiſche Kreisrath des Kreiſes Friedberg. In Verhinderung: Der großh. Kreisſekretair. Ca meſasca. Hofraithe⸗ Verſteigerung. (622) Montag den 14ten Auguſt l. J., Vormit⸗ tags um 11 Uhr, ſoll in hieſigem Rathhaus die Jacob Finzel'ſche halbe Hofraithe mit Nr. 268. bezeichnet auf dem vorderen Haag, an Philipp Heinrich Weckerling und Chriſtoph Fiſcher gelegen, beſtehend in halbem Wohnhaus, halbem Ställchen, öffentlich meiſtbietend verſteigert werden. Friedberg den 3. Juli 1837. In Auftrag gr. heſſ. Landgerichts Der Bürgermeiſter D. Fritz. Straßenbau ⸗ Arbeiten. (623) Montag den 24. Juli d. J., Nachmittags 1 Uhr, ſoll die Erdarbeit der zu bauenden Provin⸗ zialſtraße auf der Strecke von der Nidda-Brücke bei Aſſenheim, bis an die Dornaſſenheimer-Gränze in der Länge von 1500 Klaftern in 4 Abtheilungen unter den vorher bekannt gemacht werdenden Bedin— gungen an den Wenigſtfordernden zur Verſteigerung gebracht werden. Der Sammelplatz iſt um die oben genannte Zeit auf der Bauſtelle nächſt der Dornaſſenheimer-Gränze. Die Herrn Bürgermeiſter des Kreiſes Friedberg werden erſucht, dieſes in ihren reſp. Gemeinden gehörig bekannt machen zu laſſen. Im Unterlaſſungs⸗ falle wird Anzeige an die reſp. Kreisbehörde geſchehen. Friedberg den öͥten Juli 1837. Der großh. heſſ. Kreisbaumeiſter Holzapfel.


