Ausgabe 
15.7.1837
 
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das Moos des Stammes und der Aeſte, oder an die Knospen ſelbſt, wo ſie jeder Witterung trotzen und nur dann in Gefahr ſind, wenn die Bäume ſtark mit Eiſe überzogen werden. Die Sonnenwärme brütet ſie aus und nun fallen die kleinen Räupchen über die zarten Knospen und halbentwickelten Blät⸗ ter her, nachdem ſie dieſe vorher mit ihrem Geſpinnſte überzogen haben, um die Blättchen geſchloſſen und zart zu erhalten und dazwiſchen ſichere Wohnung zu finden. Man hoffe nicht, daß die im Anfange des Mai noch raupenfreien Bäume verſchont bleiben werden. Denn wenn die Bäume, welche zuerſt an⸗ gefallen wurden, ganz kahl gefreſſen ſind, ſo weiß die kleine Raupe ſelbſt entfernt ſtehende Bäume zu erreichen, ohne dahin kriechen zu müſſen. Geht näm⸗ lich die Nahrung aus, ſo hängt ſie ſich an einen 5 6 Fuß langen Faden auf und wartet auf einen Winzſtoß, der ſie mittelſt deſſelben zum näch⸗ ſten Baume führt, und ſo wird die kleine Luftſeg⸗ lerin durch Hülfe des leichten Fadens bei ſtärkerem Winde ſelbſt bis in andere Gemarkungen getragen und dem nächſten Baume zugeweht, auf welchem ſie ſogleich ihre Zerſtörung beginnt.

Es verdient hier bemerkt zu werden, daß der Froſtſchmetterling(in den naturgeſchichtlichen Syſte⸗ men Phalaena geometra brumata genannt) vor vierzig Jahren und ſpäter in unſerer Wetterau ganz unbekannt war und Einſender dieſes, obgleich ſchon damals ein Freund der Natur und Naturge⸗ ſchichte, ſah zum erſtenmale die Verheerungen der Bäume durch dieſes Inſect und dieſes ſelbſt im Jahre 1791 in den Gärten um Gießen. Wie iſt nun, fragt man vielleicht, daſſelbe zu uns gekommen, da das Weibchen nicht fliegen, und auch nicht zu Fuße wandern kann? Dies erklärt ſich daraus, daß die kleine Raupe wie ſo eben geſagt wurde, mittelſt des leichten Fadens eine Lüftſeglerin iſt und durch einen ſtarken Wind, wenn auch nur vereinzelt, ſehr weit fortgetragen werden kann. Schreiber dieſes hat es im vorigen Jahre ſelbſt beobachtet, wie dieſe Raupe von einem Ende der Baumſtücke ſeines Wohnortes bis zum andern durch den anhaltenden Nordoſtwind verbreitet wurde, ſo, daß alle größere Bäume auf der nach Nordoſt gekehrten Seite bereits kahl gefreſſen waren, während die entgegengeſetzte Seite noch ganz friſch daſtand. Auch in größerer Ferne ganz abge⸗ ſondert ſtehende Bäume wurden auf der genannten

Seite allmählig bevölkert, und ſelbſt ſolche Obſtgattun⸗ gen, welche in der Regel verſchont bleiben, wie Kir⸗ ſchen, Birnen und Aprikoſen, wurden dadurch verheert,

6 die el daß der Zufall die Luftſchiffer gerade an ſolche 19 f

Bäume ſchleuderte, welche die Mutter zum Abſetzen m

der Eier nicht wählt, und wo ſie der Hunger zu einer

Nahrung nöthigte, welche ſie ſonſt nicht lieben.

Daß dieſes gefährliche Thierchen ſich immer wei⸗

ter verbreitet und bei günſtiger Herbſtwitterung an Zahl ins Ungeheure vermehrt, läßt uns mit Recht die gänzliche Zerſtörung unſerer Obſtbäume befürch⸗ ten, weil jeder Baum, welcher im vollen Safte 9

ſaͤmmtlicher grüner Spitzen beraubt und dadurch gezwungen wird, durch die harte Rinde ſtärkerer Aeſte neue Triebe zu machen, ſtets in Gefahr iſt brandig zu werden oder im Safte zu erſticken, und,

wofern dieſes auch nicht geſchähe, zum wenigſten

auf mehrere Jahre unfruchtbar zu werden. Kommt eine ſolche Verheerung etliche Jahre hintereinander, ſo iſt der Untergang der Hälfte aller Obſtbäume unvermeidlich, und Schreiber dieſes könnte jetzt ſchon hierfür traurige Beweiſe liefern. Wie iſt abet dieſe gar nicht eingebildete Gefahr abzu⸗ wenden? Dieſe Frage ſoll nun beantwortet werden.

Allerdings iſt die Natur ſelbſt am geeignetſten, Hülfe zu leiſten, indem durch einen recht naſſen und ſtürmiſchen Herbſt, von der Mitte Octobers bis in die Mitte Dezembers, dieſes ſchädliche Thier, wenn auch nicht von Grund aus vertilgt, doch bis zur Unſchädlichkeit vermindert werden würde. Auch haben die drei letzten trockenen Herbſte zur Vermeh⸗ rung dieſes Ungeziefers vorzüglich mitgewirkt, wäh⸗ rend wir in früheren Jahren, wo die Herbſtmonate in der Regel vorherrſchend naß geweſen ſind, daſſelbe nur einzeln bemerkt haben. Da indeſſen jene un⸗ günſtige Verhältniſſe der Herbſtwitterung auch fer⸗ nerhin fortdauern können, ſo ſollten wir wenigſtens thun, was wir vermögen, um der Zerſtörung unſe⸗ rer Obſtbäume vorzubeugen. Und hierzu vermögen

wir ſehr viel, wenn wir uns entſchließen wollen,

durchgreifende Maßregeln anzuwenden, deren einige hier vorgeſchlagen werden ſollen, welche ſich auf die Lebensweiſe des Thieres gründen. Das Weib⸗ chen des Froſtſchmetterlings kriecht mit dem Anfange der Dämmerung an den Baumſtämmen hinauf und wird an dieſen von dem Männchen aufgeſucht. Man

findet ſie bis tief in die Nacht an dem Stamme a 7

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