Ausgabe 
15.7.1837
 
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mit

den fz. Mauser fin ner zu;

er in Ridge Iriedberg

5. Juli 1837

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reisrath d. K üchler.

Beilage.) -

Regina Eliſal

Jakob, gel Wilhelm, 90

Mariane b

18 Dand Fort

ſiglerdens Nille

im Allgemeinen,

M23.

Ueber eine Gefahr, welche unſere Obſtbaum⸗ zucht bedrohet, und deren Abwendung.

Die Erziehung und Anpflanzung der Obſtbaume, welche in unſerer Wetterau ſo herrlich gedeihen und an manchen Orten reichen Gewinn bringen, breitet ſich immer mehr aus. Ueberall entſtehen neue Pflanzungen und die neu angelegten Kunſt⸗ ſtraßen prangen mit ſchönen Aepfelbüumen. Die alte Gleichgültigkeit gegen die Beſchaffenheit der Aepfel verſchwindet und neue, beſſere Gattungen wer⸗ den herbeigeſchafft und junge Bäume damit veredelt. Das Alles iſt löblich, und erfreulich zu bemerken. Deſto auffallender muß es aber dem Beobachter erſcheinen, wenn er fortdauernd eine Gleichgültig⸗ keit und Sorgloſigkeit bemerkt gegen eine immer höher ſteigende Gefahr, welche die Erziehung der Obſtbaume und deren Nutzen bedrohet.

Mit dieſer Gefahr bedroht uns der immer mehr überhand nehmende Froſtſchmetterling und deſſen kleine, grünliche Raupe; auf dieſe Gefahr die Aufmerkſamkeit zu lenken und einige Mittel zu deren Abwendung anzugeben, iſt der Zweck dieſes Aufſatzes. Man ſucht im Herbſte und Früh⸗ jahre die Raupenneſter auf; man tödtet die Rin⸗ gelraupen, welche ſich in der Morgenkühle an den Baumſtämmen ſammeln; man befreiet die Bäume von der Beutelraupe, welche ſich oft zu tauſenden in einem ſackartigen Geſpinnſte befinden, um ſich darin des Nachts vor der Kälte, oder am Tage vor dem Regen zu ſchützen. Man glaubt hiermit alles Mög⸗ liche gethan zu haben und begreift nicht, woher nun

den Kreis Friedberg und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen.

Sonnabend, den 15. Juli

1332

die kleinen grünen Raupen kommen, welche im Mai plotzlich in ſo großer Menge erſcheinen, daß ſie in einigen Wochen die Bäume einer ganzen Flur, ja ganzer Termineien und Gegenden, ſo gänzlich kahl freſſen, daß dieſe wie abgeſtorben erſcheinen. Man ſieht dieſe Zerſtörungen mit Erſtaunen an und hält ſich fuͤr unvermögend Etwas dagegen zu thun; und doch ſind wir auch gegen dieſes Uebel nicht rathlos, ſobald es uns nur um Rath zu thun iſt und der Wille nicht fehlt, ihn zu befolgen. Bevor jedoch die Mittel zur Vertilgung derſelben näher angege ben werden, ſoll zuerſt Einiges über die Natur die⸗ ſer kleinen Verwüſter geſagt werden.

Die kleine Raupe, welche auch jetzt wieder ganze Fluren verheert, kommt aus dem Ei des Froſtſchmetterlings, welcher ſeinen Namen daher hat, weil er unter allen Schmetterlingen am ſpä⸗ teſten, nämlich von der Mitte des Octobers bis zur Mitte Dezembers, erſcheint, ſelbſt bei einer Kälte von 2 bis 4 Grad des Abends umherfliegt und hauptſächlich die Aepfel⸗ und Zwetſchenbäume, unter den erſtern aber wieder vorzugsweiſe gewiſſe Gat tungen, beſonders auswählt. Das Männchen iſt mit ausgeſpannten Flügeln kaum ½ Zoll lang, die Vorderflügel ſind bräunlichgrau, mit einem dunk⸗ lern Querſtreifen, die Hinterflügel weißgrau. Das Weibchen iſt von kurzem und dickem Leibe und ſieht oben weißgrau und unten braungrau aus. Anſtatt der Flügel hat es nur 4 kurze Stumpfen. Es kann alſo nicht fliegen, ſondern kriecht am Stamme hin⸗ auf und erwartet dort das zum Fliegen eingerichtete Männchen. Das Weibchen legt nun ſeine Eier in