Ueber das Behuͤten der Kornfelder mit den Schafen waͤhrend des Winters.)
Es gibt gewiſſe Vorurtheile und Irrthümer, welche ſich dem Unbefangenen und Unpartheiiſchen ſogleich als Irrthümer darſtellen, und deſſen unge—⸗ achtet von Vielen feſtgehalten und gegen alle Be⸗ griffe auf's Aeußerſte vertheidigt werden. Dieſe Erſcheinung erklart ſich leicht, wenn man bedenkt, daß mit dieſen Irrthümern gewiſſe Vortheile aufge— geben werden müſſen, weswegen man lieber den Irrthum beibehält, um den damit verbundenen Vor⸗ theil feſt zu halten. 5
An einen ſolchen Irrthum wurde der Schreiber dieſes erinnert, als er vor 8 Tagen des Morgens früh bei gelindem Froſte mehrere Gemarkungen durch⸗ wanderte, und überall die Schafe auf den Korn— feldern weiden ſah. Da er ſelbſt Gutsbeſitzer iſt und in einer Gegend wohnt, wo man gar keine Schafe mehr hält, alſo auch das Korn nicht mit Schafen beweidet; ſo glaubte er deſto unbefangener und unpartheiiſcher über dieſen Gegenſtand ſich aus⸗ ſprechen zu können, da er durch keinen Vortheil oder Nachtheil beſtochen ſeyn kann. Es mögen daher die folgenden Fragen hier ihre Beantwortung finden.
1) Iſt das genannte Abhuten nothwen⸗ dig?
Landwirthe, welche Schafe haben, bejahen die⸗ ſes, weil nach ihrer Meinung„der Roggen ſonſt zu fett werden würde. Es gibt aber ſehr frucht⸗ bare Gegenden, wo man keine Schafe mehr halt, wenigſtens keine Heerden auf die Felder treibt, ohne daß der Roggen darum zu üppig würde. Dagegen weiß man aus Erfahrung, daß derſelbe langer und ſtärker im Halme wird, als wo man ihn im Win⸗ ter abhütet. Nun wird aber bei'm Austreiben der Heerde kein Anſehen der Perſon gemacht und das magere Korn eben ſo gut, als das fette behütet; wird es nun dem mageren nicht ſchaden? Man ſagt:„es ſtelle ſich dichter.“ Das mag ſeyn, denn es wachſen wirklich mehr Hälmchen nach dem Be—⸗ hüten; aber ſie ſtehen da wie ſtängeliges Gras mit
3) Dieſer beherzigenswerthe Gegenſtand wurde ſchon ein⸗ mal in dieſen Blättern von einem ſehr erfahrnen Oeko⸗ nomen beleuchtet, und zwar in Nr. 11 und 12 des Jahr⸗ ganges 1834, worauf wir die Leſer verweiſen.
Anm. d. Red.
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erbärmlichen Aehren, welche Erſcheinung beſonders da beobachtet wird, wo der Schäfer mit ſeiner Heer⸗ de einen öfteren Stillſtand macht. Von der Noth⸗ wendigkeit kann alſo keine Rede ſeyn. Aber, ſagt man,„es erleichtert die Ernährung der Schafe im Winter.“ Das mag wahr ſeyn; iſt aber dieſer Vortheil nicht zu theuer erkauft? Dieß führt auf die zweite Frage. 2) Iſt das Behüten unſchädlich?
Dieſe Frage iſt bei der erſten ſchon zum Theil beantwortet. Es möge daher dieſe Frage noch aus der Natur der Pflanzen beantwortet werden. Jede Verwundung ſtört die Pflanze, beſonders Stauden⸗ gewächſe, das heißt, alle, welche nicht Sträuche oder Bäume ſind, in der Entwickelung, was man ſchon am jungen, üppigen Waitzen wahrnimmt, wenn er im Mai ſeiner Blätter beraubt wird. Er behält dann noch ſo viel Kraft, daß er eine gute Ernte gibt; aber die Ueppigkeit iſt ihm genommen, und der Landmann wird ſich, dieſer Erfahrung ge— mäß, wohl hüten, ſeinen mageren Waitzen der Spi⸗ tzen zu berauben, weil er ſonſt verkrüppeln würde. Nun ſind aber die Pflanzen im Winter weit em— pfindlicher gegen jede Verwundung, weil die Kälte die Säfte ſammt der Entwickelung zum Stillſtande bringt, die verwundete Stelle abſtirbt und mit dem Eintritte der Frühlingswärme in Fäulniß geräth, und die Pflanze krank macht, ſo daß ſie längere Zeit braucht, ſich wieder herzuſtellen. Sie verliert daher die Zeit der naturgemäßen langſameren Ent⸗ wickelung und ſucht dann dieſe Verſäumniß durch eine Eile zu erſetzen, welche an dem ſchmächtigen Triebe ſichtbar wird. Wer ſehen will, wird dieß wahr finden, wenn es ſich auch nicht ſchon im Vor⸗ aus begreifen ließe. Die zarten Pflanzen werden aber nicht blos verwundet durch das Abfreſſen der Blätter, ſondern das Zertreten der Stengel durch die harten und ſpitzen Klauen der Schafe iſt noch viel verderblicher, und nöthiget die Pflanzen zu neuen Trieben aus der Wurzel, welche auf gutem Boden zwar zahlreicher, aber auch viel ſchmächtiger werden, als die Zweige, welche ohne vorhergehende Störung aus der inneren Kraft der Pflanze ſich entwickeln. Wichtiger noch iſt die dritte Frage, welche ſich hiernach leicht beantworten läßt.
3) Iſt es gerecht, mit der ganzen Heerde das Korn zu behüten?
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