Ausgabe 
9.12.1837
 
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Die wahre Schärfe der uns betreffenden Auf ſätze zeigt ſich aber erſt gegen deren Ende hin. Wie die geſchickten Romanſchreiber und Luſtſpieldichter allemal das Beßte bis zuletzt verſparen, nämlich die Hochzeit, ſo wollen beide in wunderbarer Ueberein ſtimmung vor allen Dingen bei uns Einigkeit, und warnen vor der traurigen Spaltung, welche in unſerer Mitte herrſcht. Hätten wir je, ohne ſo liebevoll darauf aufmerkſam gemacht worden zu ſeyn, dieſen Abgrund geſehen, der doch vor unſeren Augen liegt?

Dank, Dank dieſem Edlen, der uns vor ſo ſicht⸗ barer Gefahr gewarnt hat! Aber beruhigen Sie ſich, Vortrefflicher, in Einem Punkte ſind wir Alle einig, in der Ueberzeugung Ihrer Verdienſte um uns.

Doch wo finden wir Sie, daß wir einem ſolchen Geiſte, einer ſolchen Seelengröße die gebührende Huldigung darbringen? Den Löwen erkennt man an ſeiner Kralle, und den Hirſch an ſeinem Ge weihe; nur Sie, großer Unbekannter, kennen wir nicht von Angeſicht zu Angeſicht, und bemerken Ihre Nähe nur in der Weisheit Ihrer Werke.

O Lieber, Edler(vergönnen Sie meinem Herzen dieſe gemeinbürgerliche Aurede) treten Sie aus Ihrer beſcheidenen Anonymität, und geben ſie uns Ge legenheit, Ihnen dankbar zu ſeyn. Für Ihre Ver⸗ dienſte um unſere Stadt iſt eine Bürgerkrone zu wenig; Sie verdienen eine größere, höhere Auszeich nung für Ihr weiſes Haupt.

Indeſſen genügt Ihrer großen Seele das Be wußtſeyn, das Gute im Stillen gethan zu haben. Sie können dereinſt mit den Worten des frömmſten unſerer Dichter, Klopſtocks, zu ihr(der Stadt nämlich) ſagen:Wenn du auch einen Beglückteren als mich geliebt haſt; laß den Stolz mir, einen Beglückteren, doch nicht Edleren.

Hiſtoriſche Mis zellen. (Friedberg betreffend.) 5(Fortſetzung) Zum Bau der Stadtmauer erhält Friedberg 1346 vom Kaiſer Ludwig dem Bayer auf vier Jahre einen Nachlaß der Steuern. Die Urkunde ſagt:

Darumb daß ſie die Mur(Mauer) deſterbaß ge⸗ feſten vnd gemuren ſollen vnd mögen. ies iſt

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die jetzt noch ſtehende Mauer. Die um die ehen lige Vorſtadt war neueren Urſprungs.) Urkundlic wird auch 1304 ſchon der Stadtmauer erwähnt.

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*. 5.

In dem Jahr 1365, auf St. Lukas Tag de Evangeliſten, erhielt Friedberg durch den ehrwiß digen Rudolph von Friedberg, Biſchof von Verden für die Schöffen das Recht, daß ſie die Urtheilg ſo ſie vor Gericht ſprechen, in ein Buch durch ihten Schreiber mögen ſchreiben laſſen, damit ſie dard allezeit finden mögen, was ſie für ein Urtheil ge ſprochen haben.

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*** 0 1366 am Sonnabend nach St. Ulrichstag wir die Stadt Friedberg durch Kaiſer Karl IV. vo von der Acht befreit, die über ſie ausgeſprochen wan 1367. In dieſem Jahre ſind die Zunftbrieſ der Schmiede zu Friedberg verfertigt worden. 1*

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1368. Freitag vor St. Valentini Tag, erhiel Friedberg die Gnade, ein Gerichtshaus auf der Straßen, wo es ſie dünket, daß es ihrer und de Stadt am bequemſten ſey, zu bauen und darin Ge

richt zu halten. 1(Fortſetzung folgt.)

Bekanntmachungen. von Behoͤrden.

Gläubiger⸗ Aufforderung. (1023) Johannes Reuling von Aſſenhein beabſichtigt nach Frankfurt a. M. auszuwandern Rechtsanſprüche an denſelben ſind binnen drei Mo naten bei großh. Landgerichte Friedberg anzu melden, gegenfalls die Entlaſſungsurkunde ertheil werden wird.

Friedberg den 5. November 1837.

Der großherzoglich heſſiſche Kreisralſ

des Kreiſes Friedberg. Küchler. Gläubiger⸗ Aufforderung. (1042) Suſanne Engel von Obereſchbach beabſichtigt nach Bonames, im Frankfurtiſchen, auszuwandern. Rechtsanſprüche an dieſelbe ſiſd binnen drei Monaten bei großherzogk. Landgericht zu Großkarben anzumelden, gegenfalls die Entlaſſungs urkunde ertheilt werden wird. Friedberg den 14. Nov. 1837. Der großherzoglich heſſiſche Kreisrath des Kreiſes Friedberg. Küchler.

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