Ausgabe 
4.11.1837
 
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Betre ffend Das Mathildenſtift.

Zu der Samſtag den 11. November l. J., Vormittags 7% 10 Uhr, 7 Rathhauſe dahier ſtatt⸗

fiudenden Generalverſammlung des Mathildenſtißt⸗Vereins, lade ich ſäm

großh. Bürgermeiſter der dabei betheiligten Friedberg am 1. November 1837

Der großh. heſſ. Kreisrath des Kreiſes Felbolcg als Präſident des Mathildenſtifts 0

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Ge einden ergebenſt ein. 2

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Küchler.

Se- nge i e eee Die Einweihung der neuen Kirche zu

2 Staden nt 1

0 Am 22. Oktober d. J. hatte zu Staden die Ein⸗ weihung einer neuerbauten Kirche ſtatt ein Feſt,

welches von den Bewohnern des Ortes ſelbſt mit ſam durch das Gedränge der vielen Theilnehmer

um ſo größerer Freude begangen wurde, als das Lokal, in welchem die Gemeinde ſeit einer Reihe von Jahren ihre gottesdienſtlichen Verſammlungen hielt, ſehr beſchränkt und beinahe für dieſen Zweck unbrauchbar geworden war. Es ſiud jetzt mehr als 40 Jahre, daß die alte Kirche in Staden zuſammenftel und ſo die Gemeinde ihres Gottes hau⸗

ſes beraubt wurde. Dem augenblicklichen Mangel

half die freiherrlich von Lowiſche Familie dadurch ab, daß ſie ein zum herrſchaftlichen Hofe gehöriges Gebäude den Bewohnern Stadens mit der freund⸗

lichſten Bereitwilligkeit einräumte. Mauches Jahr

war ſeitdem verfloſſen bis das Kirchenvermoͤgen durch ſorgſame Verwaltung eine ſolche Größe erhal⸗ ten, daß man, ohne die Gemeinde zu belaſten, den Bau unternehmen konnte; dieſer aber ward durch mancherlei Umſtände verzögert, nach öfteren Un⸗ terbrechungen erſt in dieſem Jahre vollendet und die Einweihung auf den erwähnten Tag beſtimmt.

Das Feſt ſelbſt begann Morgens gegen 10 Uhr

und wie es natürlich iſt, daß man einen alten, durch langjährigen Aufenthalt lieb gewordenen Wohnort

nicht mit einem beſſern vertauſcht, ohne demſelben

noch einmal ein herzliches Lebewohl zu fagen, ſo war es auch der Gemeinde ſelbſt nicht möglich das neue Gotteshaus zu betreten, ohne in dem alten noch einmal zu dem Vater im Himmel gebetet und ſo der letzten und hüchſten Pflicht des Menſchen, der Dankbarkeit gegen den Geber alles Guten Ge⸗ nüge geleiſtet hatte. Den Gefühlen der Gemeinde

gab Herr Dekan Schmitt von Büdingen Worte in

einer ſchönen Rede, die vom Herzen zuut Herzen N f ging. Nachdem derſelbe Geiſtliche noch die Beichte für diejenigen Gemeindeglieder, welche in der neuen

Kirche zum erſten Male das heilige Abendmahl genießen wollten, abgehalten hatte, bewegte ſich müh⸗

des Feſtes aus der Nachbarſchaſt der Zug nach dem einzuweihenden Gotteshauſe. Vorau ging die

Schul jugend, dann Se. Erlaucht der Herr Erbgraf

von Büdingen und Herr Kreisrath Hofmann, hierauf Herr Superintendent SimonHerr Dekan Schmitt und der Ortsgeiſtliche Herr Pfarrer Han⸗ del; dieſen folgten die Herrn Pfarrer Breidenſtein aus Mockſtadt und Münch aus Büdingen neoſt den Kirchenvorſtänden, welche die heiligen Gefäße und

die Bibel trugen, den Beſchluß machte die Gemeinde,

von welcher die Communikanten voran gingen. An

dem Eingange überreichte der Herr Erbgraf von

Büdingen den Schlüſſel zur Kirche dem Herrn Su⸗ perintendenten Simon, welcher nach einer kurzen Anſprache an die Gemeinde das Gebäude eröffnete. Lauge währte es nun bis die Menſchenmaſſe ſich in das Gotteshaus eingedrängt hatte, doch fanden Alle Platz genug und nun begann die Feier.

Wir können nicht unerwähnt laſſen, wie viel ein

Schullehrer aus der Umgegend, Herr Flick, durch die ſchönen Akkorde, welche er der meiſterhaft gebau⸗

ten neuen Orgel enttockte, zur Erhebung der Auwe⸗

ſenden beitrug. Nachdem 12 Verſe geſungen worden, trur Herr Superinten nt Simon vor den Altar und hielt eine paſſende Rede, welche die Freude

des Christen über das Glück, ſich im Haube des

Herrn erbauen zu durfen, zum Gegenstande hatte und worauf der Akt der Einweihung folgte. Nach einem

kurzen Zwiſchengeſang betrat Herr Pfarrer Handel

die Kanzel, hielt die erſte Predigt in der neuen

Kirche, und erbaute nicht allein die, welche das

iche Mitglieder, wie auch die

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