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27. Eine Beschreibung von Gießen
oder dialogisierte Darstellung der gegen⸗
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Als es hell wird, betrachte ich mich, die Stiefel sind ein Schlamm bis obenhin, ebenso die Hosen bis über die Knie und der Mantel unten. Jetzt geht es ans Umziehen und Trocknen.
2 0. Januar 1915. Unsere neue Feuer⸗ stellung liegt unmittelbar westlich der Land⸗ straße Lowicz⸗Sochaczew in dem Dorfe Ka⸗ rolkow, das nur aus wenigen, vereinzelt stehenden Häusern besteht. Die Unterstände bei den Geschützen sind niedrig, und da wegen der Feuchtigkeit der Aufenthalt in denselben ungesund ist, befindet sich immer nur die Hälfte der Bedienungsmannschaft darin, während die andere Hälfte in nahe⸗ gelegenen Häusern wohnt.
(Fortsetzung folgt.)
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Auf dieser hohen Schule waren die vor⸗ nehmsten Studenten auch vorher von meiner Hinkunft unterrichtet, allein sie hatten reinern Mund gehalten, als man es an andern Orten getan hatte. Ich besuchte also einige Hörsäle, um mich auch hier desto lebhafter selbst zu überzeugen, in wiefern via vox doceat. Bei gewissen der dasigen Kathedermonarchen fand ich mein Conto reichlich, einigen aber hätte ich die Aus⸗ leerungen ihrer Weisheit gerne geschenkt. Von erstern nenne ich den Professor Roos!), der mich durch seine instruktiven Vor⸗ lesungen über die Geschichte aufs neue über⸗ zeugte, daß man mehr als Brotessen können müsse, wenn man nicht wolle ausgescharrt werden.— Dieser Mann ist recht eigent⸗ lich zum akademischen Lehrer geboren. Mit
Geschichten und Bilder aus Alt⸗Gießen. der gründlichsten Gelehrsamkeit verbindet er
aus dem Jahre 1792
Mitgeteilt von Dr. Karl Esselborn.
Im Jahre 1792 erschien zu Frankfurt und Leipzig ohne Angabe des Verfassers und Verlegers eine kleine, 202 Seiten starke Schrift unter dem Titel:„Reisen der Mey⸗ werkschen Zöglinge durch verschiedene Kreise von Teutschland auf einige der vornehmsten Universitäten herausgegeben von ihrem Leh⸗ rer und Meister“. Als Verfasser wird an⸗ gegeben Maximilian Christian Friedrich Stiehl. Nach Johann Georg Meusels An⸗ gaben(Das gelehrte Teutschland, Bd. 7, Lemgo 1798 S. 665, Bd. 15, ebd. 1811, S. 549) war Stiehl Instruktor der Prinzen von Nassau⸗Usingen gewesen und zum nassau⸗usingischen Hofrat ernannt worden, darauf war er Hofmeister in Frankfurt und privatisierte dann daselbst und später in Sonnenberg bei Wiesbaden. Von weiteren Erzeugnissen seiner Feder werden genannt: Das satirisch-epische Gedicht„Die Titanen“ (Frankfurt 1790), Pädagogische Kriegs⸗ bilder(Karthago 1790), Geladene Wolken
wärtigen Weltlage(1791), Lieder der schwe⸗ dischen Heerschaaren(1791). Die Reise⸗ beschreibung ist, wie bemerkt, anonym er⸗ schienen und bemüht sich, den Leser auf eine falsche Fährte im Hinblick auf die Person des Verfassers zu bringen, indem dieser an⸗ geblich ein Schneider namens Meywerk ist (ogl. S. 5, 69, 90, 106, 148). Das ist natürlich eine Mystifikation. Die Schrift sollte ursprünglich zur Ostermesse 1792 er⸗ scheinen, kam aber erst später heraus. Die darin erzählte Reise fand wahrscheinlich im Jahre 1791, frühestens 1790, jedenfalls aber unter der Regierung des Kaisers Leo⸗ pold II. statt, der am 20. Februar 1790 auf den Thron kam und bereits am 1. März 1792 starb. Die Seltenheit des wenig be⸗ kannten Büchleins rechtfertigt es, die von Gießen handelnden Seiten 163 bis 173 daraus mitzuteilen.
die rednerischen Talente eines Demosthenes und gehört daher keineswegs zum endlosen Troß marktschreierischer Schwätzer, die, ohne das erforderliche Hirn, den Zuhörer über⸗ reden wollen, als gingen ihre Kopfsuturen von überflüssiger Gelahrtheit auseinander.
Exempla sunt odiosa; sonst könnten wir sehr leicht einige Herrn von solchem Kaliber herankomplimentieren, um dieser unserer Be⸗ hauptung das Siegel der Wahrheit aufzu⸗ drücken. Veritas odium parit. Wir wollen niemand beschimpfen; dies erbittert, und bessert nicht. Wo wir also eine Züchtigung nötig finden, soll sie hinterm Berge voll⸗ zogen werden.
Was der Kanzler Koche) in seiner Art ist, weiß das gelehrte Publikum schon zu gut, als daß es noch unsers Urteils über ihn bedürfe.
Koch, der gegenwärtig mit einem Pane⸗ gyrikus auf den Kaiser Leopold geht, spricht in einer Lehrstunde mehr, als die gesundesten Finger in zehn Stunden nachschreiben kön⸗ nen. Mehrere seiner Aeußerungen erinner⸗ ten mich an die verlorne Autorität jener Sentenz: Propria laus usw.
Herr Hezels) ist hier sehr geliebt und hat ganz den Beifall, den seine Geschicklichkeit und sein guter Vortrag verdienen.
Ein Domestike des Herrn Koch wies uns an der Türschwelle ab mit dem Bedeuten, sein Herr habe Lektion auf der Reitschule.
Herr Roos sammelte gerade poetische Lumpen.
) Johann Friedrich Roos, Sohn des Pfarrers Johann Michael Roos zu Stein⸗ bockenheim im Kreise Alzey, war geboren 1757, Er verheiratete sich 1785 zu Gießen mit Luise Charlotte von Lynstow und starb im Alter von 47 Jahren am 24. Dezember 1804„am Schlagfluß“. Er war zuletzt Pro⸗ fessor der Philosophie und Pädagogiarch (Vorsteher des Pädagogiums).
2) Johann Christoph Koch, Jurist, 1732 bis 1808.
Johann Wilhelm Friedrich Hezel, Orien⸗ talist, 17541824.
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