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1847 Am 18. April als am letzten Tage der b
vierzig Ritter ein 1½ Fuß hoher Schnee gefallen und schneite es den ganzen Tag.
Am 16. Mai war hier das erste Turnfest, woran teilnahmen die Turner von Fried⸗ berg, Butzbach und Usingen, welche von den Gießer auf dem Selzersberg empfangen wurden und dann mit Musik durch die Stadt zogen bis auf den Turnplatz, Nachmittags zogen sie auf die Hardt.
(Wie Herr Hochstätter mitteilt, so befand sich der Turnplatz des Turnvereins von 1846 anfangs in Bermanns Garten vor dem Asterweg, alsdann wurde er vor das Neuenwegertor auf den Platz verlegt, auf dem sich jetzt das Stadthaus befindet.)
Im April und Mai kostete das Malter Kartoffel 7 bis 8 Gulden, der Weizen 28 bis 30 Gulden, das Korn 24 bis 25 Gul⸗ den, die Gerste 20 Gulden, der Hafer 9 Gulden.
(Die Teuerung des Jahres 1847 war mit die Ursache der Aufstände des darauf folgen⸗ den Jahres. Mögen sich das alle die merken, die gerade jetzt unserem Volke durch ver⸗ brecherischen Wucher und Abschieben von Erntevorräten nach dem Auslande die Lebensmittel verteuern. Wer Ruhe und Ordnung im Lande erhalten will, der darf nicht nur an sich denken, sondern muß wissen, was er der Allgemeinheit schul⸗ dig ist.) H. B.
Uleine Mitteilungen.
Am vorigen Sonntag feierte der Wert⸗ kurgverein sein 33. Stiftungsfest. Der Fest⸗ goltesdienst war mit dem Vormittags⸗ gottesdienst in der Johanneskirche verbun⸗ den. Das Bläser⸗ und Streichorchester des Vereins trug wesentlich zur feierlichen Aus⸗ gestaltung des Gottesdienstes bei und wurde hierbei in hervorragender Weise von Herrn Kapellmeister Wigger, der a die Harfe spielte, sowie von Herrn Konzert- meister Volbrecht, der durch sein vollendetes Viol inspiel erfreute, unterstützt. Um 3 Uhr war eine akademische Feier im Markussaal. Landgerichtsrat Neuenhagen als Vertreter
b Beirates des Vereins begrüßte die Er⸗ schienenen, nachdem das Streichorchester ein Musikstück vorgetragen hatte. Pfarrer Bech⸗ tolsheimer sprach als Vertreter des Gesamt⸗ kirchenvorstandes, während seiner Rede wurde das Bild des verstorbenen Pfarrers Schwabe, des langjährigen Leiters des Ver⸗ eins, enthüllt. Besonders gedachte der Redner auch der 15 im Weltkriege gefallenen Mit⸗ glieder des Vereins, deren Photographien zu einem großen Bilde vereinigt worden sind, das nun im Heim des Vereins ange⸗ bracht worden ist. Pfarrer Becker sprach das
chlußwort, die Versammlung hörte stehend
n Vortrag des Liedes„Ich hatt' einen Kameraden“ an. Die Namen der gefallenen
Vereinsmitglieder sind: Heinrich Hütten⸗ erger, Reinhold Klemm, Konrad Boeckner, Karl Fischer, Otto Feuerstein, Wilhelm Schlemm, Eugen Wirth, Albert Leonhard, Hans Sommerkorn, Heinrich Hahn, Ernst Schneider, Wilhelm Siegel, Karl Albert, Arthur Ney, Otto Hof.
Die Abendfeier im großen Saale des Hotel Einhorn gestaltete sich zu einem rech⸗ ten Wartburgfest. Begrüßten schon die Klänge des Wagners„Tannhäuser“ die Anwesenden, so zeigte jede neue Nummer der Vortragsfolge, daß der Verein in jeder Veise in den Bestrebungen und in dem Sinne des Mönches auf der Wartburg die Jugend heranbildet. Sah man hier in den. turnerischen Vorführungen die Selbstbeherr⸗ schung und Stählung der Muskeln, durch ausgezeichnete Barrenübungen und wunder⸗ bar gestellte Pyramiden, so legte anderseits eine fesselnde Darstellung der Hauptmomente einer Wanderung unserer Wartburger Zeugnis ab von der Erziehung des Sinns für das Wandern, die Schönheiten der Natur und die Geselligkeit. Wie daheim und im engen Kreise unsere Wartburger sich zu be⸗ schäftigen wissen, bezeugte„Der Dorf⸗ lump“, eine spannende, kurze aber lehr⸗ reiche Aufführung, deren Grundgedanke „Es ist nichts so fein gesponnen, jung und alt fesselte. Die Vortragenden wußten den Charakter der handelnden Per⸗ sonen in allen Rollen nur lebenswahr dar⸗ zustellen. Ein lustiger Einzelvortrag„Die Erbschaftsverteilerei“, vorgetragen von Stto Berg, welcher große Heiterkeit hervorrief, bewies, daß man in diesem Kreise auch der heiteren Muse dient. Wie Poesie und Mimik kam auch Frau Musika zu ihrem vollen Recht. Wechselten doch die einzelnen Vor⸗ träge mit klangvollen Musikstücken von dem musikalischen Teil unserer Wartburger, der in der Tat nicht gering ist. So hörten wir neben einem Teil aus Wagners Tann⸗ häuser das„Steuermannslied und Matrosen⸗ chor“ aus der Oper„Der fliegende Hollän⸗ der“ und die ungarische Lustspielouverture von Keler⸗Bela. Besonders gewürzt wurde der musikalische Genuß durch ein Flötensolo „Introduction et Variationes brillantes“ von Rüdiger, vorzüglich vorgetragen von Herrn K. Schneider, sowie durch meisterhaft gebrachte Violinsoli des Herrn Konzert⸗ meisters Vollbrecht(Köln), unter vorzüglich angepaßter Klavierbegleitung des Herrn Harfenisten Kapellmeisters Wigger(Gießen): 1. Konzert Nr. 9 von Boͤriot, 2. Le Canari von Poliakin, 3. Le Berceuse von Godard. Die Hauptverdienste für das Zustandekom⸗ men des musikalischen Teils des Programms gebührt dem Mitglied Herrn Hallenmeister W. Schmitz, dessen Bemühungen besondere Würdigung erheischen. Für die Aufstellung und Durchführung der wechselreichen Vor⸗ tragsfolge und der Mitwirkung der Herren
Wigger und Vollbrecht gebührt Herrn En⸗


