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hatte gegen die Promotionnichts einzu⸗ wenden und erließ den dritten Teil. Etwas bedenklicher lautete das Urteil des Chemi⸗ kers und Mineralogen Wilhelm Lud⸗ wig Zimmermann:Da die anlie⸗ gende Abhandlung nur sehr allgemein ge⸗ halten und nichts enthält, was nicht längst jedem Dilettanten bekannt wäre, so scheint es mir ebenfalls ungehörig, für ein an der Oberfläche schwebendes Ding der Art sich einen bedeutenden Abzug gefallen zu lassen. Verfasser von Schriften der Art, Roman⸗ schreiber, Musikanten und Zeichner, werden uns anbetteln um Erteilung einer Würde, die bei übergroßer Nachsicht von unserer Seite aufhören wird, fernerhin unter die Würden gezählt zu werden. Nur durch die Majorität veranlaßt, stimme ich für Erlaß eines Dritteils. Diese Aeußerung ist um deswillen bemerkenswert, weil sie ohne Zweifel richtige Gesichtspunkte enthält, aber die natürliche Folgerung, nämlich Er⸗ höhung der Ansprüche und Erschwerung der Anforderungen an die Promotionsarbeit, nicht zieht.

Bemerkenswert ist das Urteil des Philo⸗ sophen Joseph Hillebrand, das folgenden Wortlaut hat:Die beigefügte Abhandlung zeigt bloß, daß der Petent neben der Ausübung der Kunst auch hier und da über sie dies und jenes liest, aber für die Erteilung der Doktorwürde reicht sie nicht hin; es fehlt ihr sowohl an historischer Gründlichkeit als auch an scharfsinnigem Urteile und an klarer ästhetischer Auf⸗ fassung des Gegenstandes. Da aber auch die schönen Künste als solche durch die be⸗ treffende Würde an einem Subjekte geehrt werden können, so verdient der Kandidat in dieser Hinsicht das Doktorat ohne Wider⸗ rede. Das beigelegte Blatt zeigt nicht nur

eine große Richtigkeit der Zeichnung und eine treffliche technische Ausführung über⸗ haupt, sondern auch eine schöne charakte⸗ ristische Anordnung rücksichts der Staffage. Dazu kommt, daß der Petent durch seine vielseitigen Reisen sich eine gewiß achtens⸗ werte Bildung in seinem Fache wird er⸗ worben haben. Ich stimme daher für die Erteilung, doch gleichfalls nur für den Er⸗ laß eines Drittels des Honorars. Nachdem auch der Rektor, der Theologe Karl Christian Palmer, sich dem Beschlusse der philosophischen Fakultät an⸗ schloß, erteilte der Universitätskanzler, der Jurist Franz Joseph Arens am 6. Juli 1824 die Promotionserlaubnis für den Fall der vorherigen Erwirkung der nötigen Befreiung von der Prüfung und der öffentlichen Disputation. Sein Befreiungsgesuch begründete nun Lerch damit,daß durch die Reise nach Gießen, um sich examinieren zu lassen und öffentlich zu disputieren, die Promotions⸗ kosten für ihn bedeutend erhöht und eine Unterbrechung in seinen dringenden Amts⸗

geschäften herbeigeführt werden würden. Diese Gründe erkannte das Promotions⸗ kollegium am 31. Juli für stichhaltig an. Denn, so heißt es in seinem Bericht an das Ministerium des Innern und der Justiz, das Doktorexamen, die Prüfung der Thesen, deren Abdruck und Austeilung, die Disputa⸗ tion nebst der Herreise und Rückreise wür⸗ den ihn zuverlässig vierzehn Tage entziehen. Hierzu kommt nun noch, daß es für einen angestellten Staatsdiener, welcher der all⸗ gemeinen Achtung genießt und das Be⸗ wußtsein, dieselbe zu verdienen, hegen darf, schmerzlich sein müßte, wenn er bei der öffentlichen Disputation durch die ihm ge⸗ machten Einwendungen vielleicht bloß des⸗ wegen in Verlegenheit gesetzt würde, weil er im schnellen Ueberdenken der Gründe und Gegengründe und in der Gewandtheit des Ausdrucks denen nachstünde, deren Fach und deren Funktionen darin größere Fertigkeit fordert und verschafft. Aus diesen Grün⸗ denund besonders auch, weil der Bittsteller nicht als akademischer Lehrer auftreten wolle, befürwortete der Bericht das Gesuch, das am 15. August vom Ministerium ge⸗ nehmigt wurde. Daraufhin wurde Lerch am 22. August 1824 wegen seiner Verdienste um die Ausübung und Lehre der Baukunst (arte quam profitetur et exercenda et docenda optime merito) die philosophische Doktorwürde erteilt.

In Gewaltmärschen bis zur Marne. Aus dem Kriegstagebuch des Hauptmanns d. R. Landgerichtsrat Trümpert, Gießen. (Fortsetzung.) 8. 9. 1914. Um 6 Uhr geht der Tanz schon wieder los. Die feindliche Artillerie steht noch in ihren Stellungen und hindert uns am Uebergang über den Rhein⸗Marne⸗ Kanal. Ich habe viel Post erhalten, auch von

Frau und Kindern. Die erste Karte von der

Hand meiner lieben Frau machte mir be⸗ sondere Freude. Die Arme hat es gar schwer; gebe Gott uns ein gutes Wieder⸗ sehen! Auch erhielt ich Schokolade, sehr zur rechten Zeit, da gestern mein Mundvorrat zu Ende ging; den Koffer, in dem noch mehr ist, bekomme ich nicht zu sehen. Während ich seither meist abwechselnd mit dem Batterieführer beobachtete und das Feuer der Batterie leitete, bin ich gestern und heute wieder als Zugführer in der Batterie eingetreten. Der Feind hatte uns mit einigen Lagen gut gefaßt, zum Glück wurde aber niemand verwundet. Die Bat⸗ terien der Franzosen sind sehr geschickt auf⸗ gestellt, sie sind nicht aufzufinden. Auf un⸗ serer Seite sind neue Batterien eingesetzt worden. a Statt Kaffee gab es heute Wasser und Brot, und ob wir heute abend wieder ein⸗ mal etwas Warmes bekommen, ist recht zweifelhaft. Ringsumher sieht man die