Einzelbild herunterladen

bor, daß erpflege agen di⸗ ädtischen Und das ten aus icht ar⸗

über den pgefange⸗ es nicht ergütung nd zwar id Kraft, n Sache b. Linker, irche be⸗ Geschäft im Ein⸗ t es sich auf dem sich aus zur an⸗ kann.

mihi.

Uhr: : Kinder⸗

Pfarrer vrassistent

Februar r konfir⸗ catthäus⸗ Februar : Pfarrer Februar r konfir⸗ Katthäus⸗

Uhr: 11 Uhr: : Pfarrer : Pfarrer lbesprech⸗ tag den reinigung gend der

Männer⸗ ntag und n. Jeden 95 ½ Uhr: 89 id. Jeden en Abtlg.

ar abds. lischer itgliedern rr Mank ). Ein⸗ 1 Zutritt.

eindruckerei

3

E

onntagsgruß

Gemeindeblatt für die evan gelische Kirchengemeinde Gießen

8

Gießen, Invokavit, den 22. Februar 1920

9. Jahrg.

h nauf gen Jerusalem! Evangelium des Lukas 18, 31. Er nahm aber zu sich die Zwölf und sprach zu ihnen: Sehet, wir gehen hinauf gen Jerusalem.

Wir haben die Stadt Jerusalem nie ge⸗ sehen und werden sie vermutlich nie sehen. Noch vor sechs Jahren war es auch solchen, die nicht über unbegrenzte Mittel verfügten, möglich, eine Reise nach dem heiligen Lande zu machen, nun, da Deutschland so verarmt und unser Geld im Auslande so entwertet ist, müßte man schon ein Vermögen auf⸗ brauchen, um nach Kleinasien zu fahren. Das ist sehr schade; denn vielen von uns war es der Traum und der Wunsch ihrer Jugend, den Hügel Golgatha zu sehen, über das Ge⸗ birge nach Bethlehem zu wandern, des Gali⸗ läischen Meeres weißschimmerndes Gestade zu sehen, zu Hebron und Nazareth unter Palmen der Geschichte weit entlegener Tage nachzudenken. Allerdings, was neun Jahr⸗ hunderten nicht gelungen ist, nämlich die Mohammedaner von den der Christenheit heiligen Stätten zu vertreiben, das hat der Weltkrieg fertig gebracht: das heilige Land ist nun im Besitz von Christen, allerdings im Besitze der Engländer, die unsere Geg⸗ ner sind. Wäre diese Besitzergreifung unter anderen Umständen erfolgt, so müßten wir sie als eine freundliche Fügung Gottes an⸗ sehen und uns darüber freuen, daß Men⸗ schen, die von Jesus nichts wissen wollen, an der Stätte, da er litt und starb, nicht mehr die Wache halten.

Dennoch, wiewohl Jerusalem uns jetzt unerreichbar ist, hat das Wort noch für uns Bedeutung: Hinauf gen Jerusalem! Im Geiste gehen wir allemale, wenn die Passionszeit da ist, nach der uralten Königs⸗ stadt. Besonders in den Wochengottesdien⸗ sten der Passionszeit verfolgen wir Zug um Zug das Leiden und Sterben des Herrn. Wir sehen ihn, wie er das heilige Abend⸗ mahl einsetzt, wie er unter den rauschenden Bäumen des Gartens Gethsemane kniet, in dem Palaste des Hohenpriesters stehend den wilden Zorn erregter Menschen erträgt, wie man ihn vor Pilatus schleppt, im Richthause martert und dann hinauf nach Golgatha führt, wo er stirbt. Und wenn wir das sehen, so wissen wir: es ist für uns ge⸗

ehen. Um uns das Heil zu erwerben, hat der Herr geduldet, um uns von der Sünden⸗

uld und dem ewigen Tode zu erlösen, ist er in den Tod gegangen. Alle unsere Ge⸗

danken und Empfindungen münden dann in das Wort des Dichters aus:

Drum sag ich dir von Herzen, Jetzt und mein Leben lang,

Für deine Pein und Schmerzen, O Jesu, Lob und Dank,

Für deine Not und Angstgeschrei,

Für dein unschuldig Sterben, Für deine Lieb und Treu.

Argroßtantens Raritätenschrank. Von Helma Esselborn.

(Fortsetzung.) Da endlich scheint er zu sich zu kommen.

und mit verzweiflungsvoller Geste ruft er

klagend:Méine Damen, mein Manufkript, mein Prolog, er ist weg, er ist verschwunden. Ich hatte ihn übernommen, ich bin der schmeichelhaften Aufforderung des Gesang⸗ vereinsHumanitas gefolgt und habe ein Stück verfaßt, ein Stück, meine Damen, es hat mich einen Teil meiner Seele gelostet. Sie finden darin die Gefühlsskala eines Künstlers, der verurteilt ist, in der Prosa des Lebens zu stehen und 855

Hier stockte er.Kurz⸗ und Schnitt⸗ waren, warf ich trocken dazwischen, wofür mich ein strafender Blick traf.

Ach, Sie verstehen mich! Damit wen⸗ dete er sich an Lina, die ihn mit ihren blauen Vergißmeinnichtaugen anhimmelte, daß es nicht mehr schön war.Ich bin unglücklich, unglücklich. Den Musen habe

ich meine innerste Seele geweiht, aber anstatt

Apollos Leyer zu rühren, bin ich dazu ver⸗ urteilt, zeitlebens die verdammte Elle zu schwingen. Und jetzt dieses Unglück! Hastig fuhr er mit beiden Händen in die Taschen: Ich habe es übernommen, den Prolog zu sprechen, und nun, wo ist er, wo? Er muß mir bei dem Unfall abhanden gekommen sein, vielleicht liegt er gar im Schmutz der Straße. Ich bin verzweifelt, einfach ver⸗ zweifelt.

Bei diesen Worten hopste er auf dem Polster hin und her, als sei es mit Nadeln gespickt. Plötzlich ein verdächtiges Krachen, und ein ganz gemeiner beinerner Hosenknopf lag poesielos vor unsern Füßen. Allgemei⸗ nes Schweigen. Starr vor Entsetzen stierte unser Gegenüber por sich hin. Sein Ge⸗ sicht wurde bald purpurrot, bald leichen⸗ blaß. Wir hatten Mühe, nicht vor Lachen loszuprusten, was denn auch in dem Augen⸗ blick nicht mehr zu halten war, da er, hilf⸗