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Offenbach statt, wo die A-Mannschaft un⸗ seres Gießener Wartburgvereins zwei Spiele verlor, während die B-Mannschaft alle Spiele gewinnen konnte. Das Retour⸗ spiel findet in Gießen voraussichtlich am Sonntag, dem 7. November, statt, wo die Brudervereine aus Arheilgen, Mainz und Offenbach antreten werden und wozu wir

unsere Mitglieder und Freunde schon jetzt herzlich einladen. Die Spiele werden jeden⸗ falls auf Oswaldsgarten zum Austrag kommen.

Philipp Moritz Moll(1857 1847). (Fortsetzung.) Am 12. Dezember feierte der Professor Dr. Nebel sein 50jähriges Doktorjubiläum. (Ernst Ludwig Nebel war zu Gießen ge⸗ boren am 17. Februar 1772 als Sohn des Professors Dr. med. Christoph Ludwig Nebel und der Friederike Katharina Anna, geb. Thom. Er starb dahier am 30. Mai 1854. Nebel, der Professor der Medizin war, hat sich sehr viel mit der Gießener Lokal⸗ geschichte beschäftigt und wertvolle Veröffent⸗ lichungen herausgebracht. Die Gießener Chronik des Dreißigjährigen Krieges, die wir im Jahrgang 1914 desSonntags⸗ grußes veröffentlichten, stammt mutmaß⸗ lich von ihm.) 1844.

Am 6. Februar wurden Buchbinder Rühl und Metzger Adolph Möhl zu Beigeord⸗ neten ernannt.

Am 9. April sind wir ins Oswaldshaus gezogen.

Am 12. Juni wurde hier das Gustav⸗ Adolph⸗Fest feierlich mit einem Gottesdienst begangen, wobey von vielen Pfarrern Reden gehalten wurden. 0 (Dieses Fest war die zweite Jahresver⸗ jammlung des Hessischen Hauptvereins der Gustav⸗Adolph⸗Stiftung. Vorlesungen und Schulunterricht wurden am Festtage aus⸗ gesetzt. Um 8 Uhr war Gottesdienst in der Stadtkirche, zu dem sich 2500 Teil⸗ nehmer zusammengefunden hatten, Engel hielt die Predigt, darnach war die Jahres⸗ versammlung gleichfalls in der Kirche. Be⸗ schlossen wurde das Fest mit einem Mahle in Buschs Garten. Bei dieser Gelegenheit wurde das jetzt noch vorhandene Bild Melanchthons von Gießener Bürgern für die Kirche gestiftet.) a

Am 31. August brannte es bey Ziegler Winter im Nebengebäude.

(Dieses Anwesen lag, wie Herr Hochstätter angibt, in den Eichgärten.)

1845.

Am 15. Februar wurden Nikolaus Fehl und Tobias Franz aus Freiensteinau wegen Ermordung des Johannes Fehl dahier mittelst des Fallbeiles auf dem Trieb 1 gerichtet.

die Khronit des Gießener natsdieners

den Erinnerungen des

(Eine Mordtat schlimmster Art fand hier ihre Sühne. Tobias Franz wollte sich mit der Frau seines Schwagers Johannes Fehl, die ein Vermögen von 2838 Gulden hatte, verheiraten, und hatte sich entschlossen, deren Ehemann zu töten. Er bestimmte im Einver⸗ ständnis mit der Frau den Johannes Fehl zu einem Holzdiebstahl im Walde, nachdem er vorher den Nikolaus Fehl überredet hatte, den Johannes Fehl aus dem Hinterhalte zu erschießen. Tobias Franz hatte außerdem seine Schwester mitgenommen und als Wache am Waldrande aufgestellt, sie sollte zugleich auch seine Unschuld beweisen. Nikolaus Fehl wurde im Walde versteckt. Johannes Fehl sägte zwei Bäume ab, da hustete Franz, und das war das Zeichen für den Meuchelmörder, den verhängnisvollen Schuß abzugeben. Die Frau des Ermordeten heuchelte großes Er⸗ schrecken, und Tobias Franz stellte die Sache so dar, als sei Johannes beim Holzdiebstahl von einem Unterförster erschossen worden. Der Meuchelmörder hatte einen Lohn von 5 Gulden bekommen, er gestand seine Tat, war auch reuevoll, während der Anstifter des Mordes verstockt blieb. Franz und Nikolaus Fehl wurden zum Tode verurteilt, das Fallbeil hatte 4 Minuten, nachdem der trau⸗ rige Zug auf dem Triebe angekommen war, seine Arbeit getan. Die Frau des Ermorde⸗ ten wurde zu 16 Jahren Zuchthaus ver⸗ urteilt. Zu dieser Hinrichtung sei aus Herrn Hochstätter noch bemerkt, daß auf dem Marktplatze von dem Kriminaglrichter das Urteil verlesen und

den beiden Verurteilten der Stab gebrochen

wurde. Zu diesem Zwecke war eine Estrade aufgeschlagen worden, auf der sich im Beisein von Richtern und Vertretern der hiesigen Behörden der Akt vollzog. Vom Hause seiner Großeltern Ferber sah unser Gewährsmann, damals ein noch nicht ganz sechsjähriger Knabe, diesem Vorgange zu. Unter militäri⸗ scher Bedeckung wurden die Delinquenten nach dem Trieb zur Richtstätte geführt.) Vom Monat Dezember an liegt das Eis moch auf der Lahn, und am 14. Merz hatten wir noch 14 Grad Kälte, wobei ein mehrere Fuß hoher Schnee. Am 22. Merz als am Ostersamstag hatten wir 13 Grad Kälte und den ersten Feiertag Morgens hatten wir Tauwetter mit Regen, so daß am zweiten Feiertag Morgens Feuerleitern an mehreren

Orten der Stadt zum Uebergehen gelegt wer⸗

den mußten.

Am 19. Merz waren es fünfzig Jahre, daß der alte Heyer kopuliert war und am 27. Merz wurde die Goldene Hochzeit ge⸗ feiert im Einhorn und Abends Ball im Gesellschaftssaal.

(Georg Wilhelm Friedrich Heyer, bekann⸗ ter Gießener Buchhändler, war geboren zu Bromskirchen bei Biedenkopf am 2. März 1771. Da sein Vater, ein Revierförster, früh starb und die Mutter mit sieben unversorg⸗