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dem mir angewiesenen Quartier bei Herrn Apotheker Trapp. Es war Sonntag: sfieh⸗ rere Gäste waren zu der Familie eingeladen. In der Wirthin, einer Mutter von, irre ich nicht, sechs Töchtern und fünf Söhnen, fand ich die Schwes ter eines alten Freundes des itzigen Oberschulraths Hn. Schellenberg Zu Wiesbaden. Auch die Prediger des Orts, die Herren Pilger und Koch, vormalige Zu⸗ hörer, eilten freundlich herbei. Bis Mittag herzliche Gesprä che und Wiederholung ala demischer Jahre. Dann ein frohes Mahl. Ich sah deutlich, daß ich den— wie es schien recht glücklichen— Familienkreis nicht störend verengte. Nur mich erinnerte er fast allzu lebhaft an den eignen, von dem ich immer weiter entfernt ward.“
Das, was Niemeyer in Frantfurt a. M. erlebte, ist wichtig, weil er dort in eine Familie geführt wurde, deren Nachkomme in diesen Tagen viel genannt wird, und weil er hier aus Anlaß eines bestimmten. Falles Trostgedanken entwickelt, die in dieser Zeit des Todesleides bekümmerte Herzen aufzu richten vermögen.
(Fortsetzung folgt.)
Kleine Mitteilungen.
Am 15. Juni hat der Direktor der Pa⸗ riser Missions⸗Gesellschaft, Jean Bianquis in Paris(nach der„Femaine Religieuse“ vom 26. Juli) einen Vortrag über„Das Evangelium und Französisch⸗Afrika von morgen“ gehalten und sich über die Mit⸗ arbeit evangelischer Missionen anderer Nationalitäten wie folgt ausgesprochen: „Wir müssen unseren ganzen Einfluß aufbieten, um den Missionaren der ver⸗ bündeten Länder, England und Amerika, sowie denjenigen der neutralen Länder,
Skandinavien und die Schweiz, den Zugang zu unseren Kolonien zu erleichtern, bis zu. gut Stück ihres zukünftigen Lebens ab⸗
dem Tage, an dem das reumütige Deutsch⸗ land, nachdem es seine Fehler bekannt und unzweifelhafte Proben seiner Zuwendung zu einem selbstloseren Ideal gegeben hat, in den Schoß des Völkerbundes aufgenommen ist, auch seinerseits seinen Platz in der Arbeit an der Evangelisation der ganzen Welt wieder einnehmen! kann, für die ohne! Zweifel seine auf einige Jahre zu erwartende! Aus⸗ schaltung eine e bedeutet!“ Also lieber Schwächung der Missionsarbeit als Hilfe der deutschen Missionare! Besonders betroffen werden hierdurch die Basler und Baptisten⸗Mission in Kamerun, die Nord⸗ deutsche in Togo. Die evangelischen Mis⸗
hausen, seinem Ruhesitz, gestorben. Am 1. Juni 1842 als Sohn des vielleicht noch bekannter gewesenen Pfarrers Johann Chri⸗ stoph Blumhardt in Möttlingen geboren, übernahm er nach dem Tode des letzteren (25. Februar 1880) die 919075 von Bad Boll, die er bis zum Jahre 1911 inne hatte. Ungezählte Tausende haben an dieser Stätte bleibende seelische Aufrichtung und Bel lebung, viele auch Wiederkehr ihrer körperl ichen
Kräfte gefunden, und der Geist tiefgegrün⸗ deter religiöser Weitherzigke it hat auf zahl⸗
reiche Kreise verschiedensten konfessionellen Standes befruchtend gewirkt. Aus Gründen Felgen völlig unpolitisch er Ueberzeugung hatte Blumhardt Ausgang der 90 er Jahre auch längere Zeit engere Fühlung mit der Sozialdemokratie genommen und trat als Abgeordneter im Württembergischen Land⸗ tag bis zum Ablauf„feines Mandats für die idealen Ziele des Sozialismus ein, ohne jedoch je die innere Verbindung mit allen anderen, an ihn herantretenden Kreisen zu lösen. Im Mittelpunkt seines religiösen Wirkens stand die Neubelebung der Hoff⸗ nung auf das Reich Gottes, als deren Träger auch fernerhin der Freundeskreis von Bad Voll sich darstellen möchte.
Worte zum Nachdenken. Betrachte dich zu jeder Frist, Sieh, was du warst und was du bist Und was aus dir noch werden soll, So hüt'st du dich vor Sünden wohl. Sebastian Brant. Unsere Kinder sollen merken, daß wir in einer unsäglich ernsten und entscheidungs⸗ reichen Zeit leben; aber sie sollen auch merken, daß wir diese Zeit zu tragen wissen. Davon, wie wir jetzt uns halten, wird ein
hängen. Fichte.
Kirchliche Anzeigen. Sonntag den 24. August(10. n. Trinitatis). 5 In der Stadtkirche. Vormittags 8 Uhr,
zugleich Christenlehre für die Neukonfirmier⸗
sionskreise in Frankreich laden mit diesem übertriebenen Nationalismus eine schwere
Verantwortung auf 1
Der weit über ee und selbst Deutschland hinaus bekannte„Pfarrer von Bad Boll“, Christoph Blumhardt, ist am 2. d. M. im Alter von 77 Jahren nach län⸗ gerem Kranksein im benachbarten Jeben⸗
ten aus der Matthäusgemeinde: Pfarrer Mahr.— Vormittags 9½ Uhr: Pfarr⸗ assistent Schaefer.
In der Johanneskirche. Vormittags 8 Uhr, fällt aus. Siehe Stadtkirche!— Vormittags 9½ Uhr: Pfarrer Ausfeld.
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Wartburg, evgel. Jünglings⸗ und Männer⸗ verein, Diezstraße 15. Sonntag, 24. August, Tagesausflug. Näheres im Vereinslokal. Freunde des Vereins herzlichst eingeladen. — Samstag, 30. August: Unterhaltungs⸗ abend der älteren Abteilung. Gäste stets willkommen.
JJ.ͤöX1õw4õ Verantwortlich: Pfarrer B echtolsheim er. Druck und Verlag der Brühl'schen Universitäts⸗Buch⸗ und Steindruckeres R. Lange, Gießen.
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