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auf meine Krankheit behandelt, die schon nach einigen Tagen behoben war, alsdann wurde ich in Bordeaux in einem größeren Hospitale mit Röntgenstrahlen durchleuchtet.
Am 16. November wurde mir durch eine
Operation die Kugel aus der Brust ent⸗
fernt, und so war meine Wunde in 14 Tagen geheilt. Nur der rechte Arm war noch im Schultergelenk gelähmt, was noch über ein halbes Jahr anhielt. Hier konnten wir jede Woche zweimal schreiben, auch die Post aus der Heimat kam pünktlich an. Körperlich nahm ich unter solchen Umständen wieder zu. Leider konnte ich die frische Luft nicht genießen, wir mußten dauernd im Saal
von der Heimat und fern von den Lieben in Kriegsgefangenschaft feiern mußten, konn⸗ ten wir kaum fassen. Die Franzosen respek⸗ tierten die Feier mit aller Hochachtung. Am dritten Weihnachtstage mußte allet Festschmuck wieder verschwunden sein. Tage⸗ lang gingen meine Gedanken nach den Lieben in der Heimat; denn über unsere Heimkehr waren wir sehr im Ungewissen, und Zei tungen bekamen wir nicht zu lesen. Hier
hatten wir freien Zutritt in die Kantine,
wo wir Milch, Kaffee, Wein, Obst, Brot,
Brötchen und anderes noch recht billig kaufen konnten. Unter solchen Umständen litten wir keine Not. Doch wurde uns der Wein schon
berweilen. Die Wachmannschaften erklärten von Neujahr 1915 an entzogen.
uns, daß sie nach Köln und Düsseldorf zur
Besatzung kämen. Wenn wir ihnen sagten, daß unsere Truppen auf französischem Boden
stünden, so stritten sie ganz entschieden da⸗
gegen an. Am 15. Dezember kam ich wegen Uebe
füllung mit einem Transport in eine Hospi⸗
talkaserne, wo wir weiter behandelt wur⸗
den. Hier konnten wir den ganzen Tag auf
dem Kasernenhofe umhergehen. Die Reinlich⸗
keit ließ daselbst sehr zu wünschen übrig. Die Kasernen sahen in Frankreich durchweg sehr schmutzig aus. In den Zimmern waren außer den Betten nur noch die Gewehrstützen und ein Brett oberhalb der Betten, wo die Tornister niedergelegt wurden, sonst waren
nur noch zwei kleine Tische und die dazu gehörigen Bänke da. Die meisten Leute muß⸗ ten ihr Essen auf den Betten einnehmen. Unsere Lagerstätten bestanden aus einer eisernen Bettstelle, einer Wollmatratze, einem Kopfpolster und einer Decke.
In dieser Hospitalkaserne erhielt ich am 24. Dezember von meinen Lieben zu Hause meine ersten Pakete, die zugleich Weihnachts⸗ pakete waren, was für mich eine große Freude war. Zu jeder Mahlzeit gab es hier Kartoffelsuppe und genügend Brot und Fleisch. Dadurch, daß viele Pakete eintrafen. kamen mitunter ganze Brote zu den Speise⸗ resten. Nach einiger Zeit wurde dies von den Franzosen bemerkt, sie holten das Brot wieder aus den Fässern heraus, und wir bekamen es in der Suppe zu essen, worin sich auch noch sonst Unappetitliches genug befand.
Weihnachten 1914 feierten wir stuben⸗ weise. Stube 40 und 41 hatten zur Ver⸗ schönerung des Festes eine Gesangsabteilung gegründet, aus altem Holze wurden künst⸗ liche Weihnachtsbäume hergestellt und von freiwilligen Spendern geschmückt. Auch der Stall zu Bethlehem mit der Krippe und allem, was dazu gehörte, fehlte nicht. Die französischen Rotekreuzschwestern hatten die Kerzen gestiftet, die Spenderinnen hatten sich mit den französischen Aerzten zur Feier ein⸗ gefunden. Ein Vizefeldwebel hielt eine Rede, die uns in das Herz drang und manchen zu Tränen rührte. Daß wir Weihnachten fern
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Verantwortlich
(Fortsetzung folgt.) Kleine Mitteilungen.
der Gefallenen und den in den Lazaretten
ihrer Krankheit von ihrer Verwundung Er⸗
legenen besonders eingeladen. Kirchliche Anzeigen.
Sonntag den 23. November(Totensonntag,
23. nach Trinitatis. Feier des Gedächtnisses der Gefallenen. Hierzu werden besonders die Angehörigen der Gefallenen eingeladen.
Kollekte für die Nationalstiftung für die Hin⸗ terbliebenen der im Kriege Gefallenen. Gottesdienst.
In der Stadtkirche. Vormittags 9½ Uhr: Pfarrer Mahr. Vormittags 11 Uhr: Kin⸗ derkirche für die Matthäusgemeinde. Pfarrer Mahr.— Abends 5 Uhr: Pfarrer Becker.— Montag den 24. November, abends 7½ Uhr: Vereinigung der konfirmierlen männlichen Jugend der Matthäusgemeinde.— Don⸗ nerstag den 27. November, abends 7½ Uhr: Vereinigung der konfirmierten weilblichen Jugend der Matthäusgemeinde.
In der Johanneskirche. Vormittags 9½ Uhr: Pfarrer Bechtolsheimer.— Vor⸗ mittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Lukas gemeinde: Pfr. Bechtolsheimer.— Abende 5 Uhr: Pfarrer Ausfe Abends 8 Uhr: Bibelbesprechung i. Johannessaal.— Mon
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tag den 24. November, abends 7½ Uhr;
Vereinigung der konfirmterten weiblichen Jugend der Lukasgemeinde.
In der Kapelle des Alten Fried⸗ hofs. Nachmittags 2 Uhr: Pfarrassistent Schaefer.
In der Kapelle des Neuen Fried⸗ hof s. Nachm. 3 Uhr: Pfarrer Adolph.
Am nächsten Sonntag, den 1. Advent, fin⸗ det in beiden Kirchen im Vormittagsgottes⸗ dienst Beichte und Feier des heiligen Abend⸗ mahls statt. Anmeldungen werden von den Gemeindepfarrern vorher erbeten.
Pfarrer Bechtolsh eimer. Druck und Verlag der Brühl'schen Universitäts⸗Buch⸗ und Steindrucherel R. Lange,
Gießen.
Wie überall in Deutschland so soll auch in
Hessen das dasjährige Totenfest zu einer Ge⸗ dächtnisfeier für die Opfer des Krieges ge. staltet werden. Es werden deshalb 3 u diesen Feiern die An gehörigen
1 Gem Nr. 48
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