Ausgabe 
23.11.1919
 
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und am 22. Juni dieses Jahres in die Lunge verwundet. Seine Freunde brachten ihn auf das Forstschützenhaus in den Forstgarten, in der Nähe von Hausen, und Dr erklärte die Wunde für nicht gefä die erhaltene Trauerbotschaft begab ich mich mit Laura dahin, und auf den Vorschlag des Professors Dr. Wernher, seines Le ehrers,

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tammler Auf

auch der Gedanke wieder für 0 erheiternd, daß ich noch vier Kinder besit itze, welche mir mit Liebe und Zuneigung ergeben sind. Daß sie mir und ihrer Mutter den Abend unseres e so viel als möglich zu erheitern sich bestreben, das haber n sie uns bisher bewiesen. Zu dem lieben 8 Fritz heg ge. ich das frohe Ver⸗ trauen, daß, wenn ich und eure Mutter nicht

wurde Julius am Abend in einem Tr mehr sind, d du soviel, als in deinen korbe in unsere Wohnung gebracht. Kräften steht, 0 zwei unversorgten Wunde heilte zwar im Verlaufe kurzer Zeit, Schwestern Hülfe und Stütze sein wirst.

allein ein Ausfluß wässeriger Flüssigkeil Auch das dritte Jahr meines hiesigen konnte nicht gestillt werden, ohngeachtet auf Aufenthaltes war für mich ein sehr trau⸗ Dr. Stammlers Verlangen Professor Wern⸗ riges Jahr, denn in demselben starb meine her als anerkannter ge eschickter Wundar; Tit zu⸗ innigst geli 5 noch 9 lebende Schwester gezogen wurde. Hierzu gese ellte sich Darm⸗ Naroli ne. Daß dieser Trauerfall, die noch entzündung, welche glücklich beseitigt wurde. ht vernarbten Wunden von neuem auf⸗ Das Auslaufen der Wunde wurde täglich riß, bedarf wohl keiner genauen Erörterung.

welches sich dazu und stellte sich anhal

Fieber, ge⸗

stärker, das Fie heftiger

sellte, wurde

tendes Phantasieren ein, und ohngeachtet die

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Kraft Julius nicht verlassen hatte, starb er am 9. Juli Morgens zwischen 3 und 4 Uhr. Wie sehr uns alle der Schmerz dieses heiß geliebten, hoffnungsvollen Sohnes erschüt

zogene Kinder

terte, das habt ihr selbst mitge fühlt, und von

den Verlust seines ihm Lage

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neuem fühlen wir vorangegangenen Bruders. Unsere grenzte an Verzweiflung. e wir noch den Kummer erleb Seiten des peinlichen Gerich nung des hiesigen Ho sgerichts, 1 Weber, an dem Tage seines Todes Abend eine Sektion vorgenommen

Wer weiß, wie sehr ich besonders Sektionen an Angehörigen abhold bin, der kann sich die Gefühle denken, welche sich! bei mir regten Julius wurde am zweiten Tag nach seinem abends

von

gegen wurde

Tode von seinen Freunden ds gegen 9 Uhr mit Fackeln und Trauermusik äußerst

feierlich zu seiner Ruhestätte gebracht Völlig unerklärlich ist es mir, warum mir Gott die zwei heißge 1 N Kinder in der Blüthe ihrer Jahre abgefordert hat. Beide würden gewiß, wenn ihnen die Vorsehung ihr Leben länger gefristet hätte, tüchtige Männer geworden sein. Emil hatte zwar keine ausgeze eichneten Geistesgaben, er würd 8 diese aber durch einen dbcharnliche Fleiß er⸗ setzt haben. Julius dagegen war ein sehr talentvoller 5 hatte mit Lie Fach ergriffen und würde voraussichrlich demnächst Tüchtiges geleistet haben; denn wenn er während seiner Krankheit mit Dr. Stammler und Professor Wernher über deren Verlauf sprach, äuß erte letzterer mehr⸗ mals,er hat seinen Chelius(Chelius, Handbuch der Chirurgie) gehörig ane Ich habe mich Schicksal durch den festen Glauben, daß Got⸗

tes Absichten immer die besten sind, wenn wir Wege nicht samt neu waren,

wir kurzsichtigen Geschöpfe seine begreifen können, und durch den Gedanken, daß für mich ihre Trennung 1 77 mehr fern sein wird, gefunden. Habe ich gleich vier Kinder durch den Tod verloren,

müßten

getragen

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nun in mein trauriges bahren beftz

so ist doch gut und reichlich.

Ich habe indessen Gott dafür gedankt, daß sie ihren Kindern soviel hinterlassen hat, daß diese davon leben können.

Das Jahr 1843 versetzte uns von neuem in tiefe Betrübnis; denn am Juli starb mein Schwiegersohn H. und hinterließ 3 uner⸗ der Ehe mit Julie.

Der vielg Mann starb am 7 Januar 1862 zu Gießen im Alter von ezu 84 Jahren. Am Abend seines Lebens it er noch Freude an Kindern und Kindes⸗ indern erlebt, nachdem er soviel Leid er⸗ fahren hatte, das er jedoch, wie seine Auf⸗ zeichnung beweist, in christlicher Erg ebung hat

f Meine Erlebniffe

in französischer Kriegsgefangenschaft. Von Ober⸗Telegraphenleitungsausseher

Heinrich Wagner⸗ Gießen.

(Fortsetzung.)

von 10 bis 11 Uhr und von durften wir in dem Hofe, der spazieren gehen, Posten, die nicht

Jeden 3 bis 4 Uhr mit Draht abgezäunt war, dabei bewacht von sechs zulassen 5 daß ein Deutscher mit einem Franzosen ein Wort sprach, weil sonst die Möglichkeit bestand, aus der Kan⸗ tine etwas holen zu lassen. Gern gaben wir für ein Brot einen Franken aus, während 08 sonst nur 40 bis 50 Centimes kostete Wir teilten ein solches Brot miteinander;

n damals herrschte noch Kameradschaft, später leider nachl ieß.

So brachte ich sieben Wochen zu, bis ich am 28. Oktober 1 das Hospital Temperaire in Talence bei Bordeaux kam. Nachts 2 Uhr kamen wir in Bordeaux an, wir waren lauter Schwerkranke viele wurden auf Trag⸗ rdert. Auf Autos e wir nach dem Hospitale gebracht. Dort mußten zuerst selbst unsere Betten, die alle⸗ aufstellen. Nun hatten wir zum erstenmal ein anständiges Lager. Auch der Chefarzt ging mit seiner Behandlung gewiffenhaft vor, 5 die Verpflegung war Hier

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