Ausgabe 
23.2.1919
 
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Ernst Schwalb, geboren im Juni 1837 (Tochter Johannette geboren 1835). Nach⸗ träglich bemerke ich noch hinzu, daß an dieser Arbeit zwei Gesellen geholfen haben wovon einer aus Wetzlar Namens Anton Kleinfelder und der andere aus Lautenthal aus dem Königreich Hannover, mit Namen Wilhelm Eberle.

So geschehen Gießen den 20 te Juni 1840.

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Rothauge war zweifellos ein origineller Mann, auch ein Mann, der von sich selbst nicht gering dachte, sonst hätte er sich nicht gedrungen gefühlt, sein Andenken bei der Nachwelt wach zu erhalten. Sein Hinter⸗ haus, das von zwei ganzen Studenten be⸗ wohnt wurde, muß ein imposanter Bau

gewesen sein, sonst hätte es nicht den Namen

Schloß Schadeck geführt. Vermutlich war es eine arge Baracke und wurde von den Studenten scherzhaft so genannt. Rothauge starb dahier am 16. April 1852. Sein Ge⸗ burtsdatum hat er in seinerUrkunde nicht richtig angegeben, vermutlich hat er es nicht genau gewußt. Sowohl aus dem Kirchenbuchseintrag über seine am 23. Mai 1836 erfolgte Eheschließung wie aus dem Sterbeprotokoll geht hervor, daß er nicht 1802, sondern 1803 geboren war, das Kir⸗ chenbuch besagt, daß er im Alter von 48 Jahren und 6 Monaten gestorben sei. Sein Mitarbeiter Schwalb wurde ein Opfer seines Berufes, er starb am 9. April 1859 im Alter von 59 Jahren 4 Monaten und 14 Tagen infolge eines unglücklichen Sturzes von einem Scheuerdache.

Kleine Mitteilungen.

An den letzten Wochen sind in englischen Kirchen bedeutsame Stimmen laut gewor⸗ den, die erweisen, daß gereifte christliche Er⸗ kenütnis sich auch gegen den stärksten Sieges⸗ taumel zu behaupten und durchzusetzen ver⸗ mag.

Dr. R. W. Inge, Prediger an der St. Pauls⸗Kirche in London, der auch während des Krieges in selten aufrechter Weise mehr⸗ fach für den Friedensgeist Zeugnis abgelegt hat, ist in seiner Weihnachtspredigt für einen Frieden der Gerechtigkeit und wahren Ver⸗ söhnung eingetreten unter erstaunlich ehr⸗ licher Kritik an der Haltung seiner Lands⸗ leute und seines Landes.Ich fürchte, daß viele, die sich für eine Liga der Nationen erwärmen, keine Liebe zum Frieden in ihren Herzen haben; daß sie nur eine andere Art Widerstreit und Gewalt an die Stelle des bisherigen Systems setzen wollen. Bei uns sind ganze Bücher geschrieben worden, um zu beweisen, daß wir nicht in eigennützigem Interesse kämpften. Und nun stürzt der Bau, den wir auf solchen Beweisen errichtet hatten, wie ein Kartenhaus zusammen. Inge sagr zum Schluß seiner Ausführungen sehr rich⸗

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tig: Wenn, wie es zu kommen drohe, der Völkerbund ein Werk der Gier und der Selbstsucht werde, so würden die Folgen bitter und zerstörend sein.

Auf einer anderen Kanzel Londons hat der Prediger Dr. Charles Brown in ähn⸗ lichem Sinne gesprochen, gleichsam die posi⸗ tive Ergänzung zu den wesentlich kritischen Ausführungen Inges gebend.Die große Aufgabe, die vor uns liegt, ist die, einen Frieden der Gerechtigkeit zu schließen. Das Gebot der Gerechtigkeit muß in Sinn und Herz unseres Volkes eingebrannt sein, bevor ein dauernder Friede verbürgt werden kann. Den Weg der Gerechtigkeit zu wählen, ist natürlich nicht leicht. Er erfordert Opfer⸗ sinn und Selbstbeschränkung. Brown be⸗ merkt dann noch sehr fein, daß dieser Geist natürlich auch in den innerpolitischen und wirtschaftlichen Verhältnissen zur Herrschaft kommen müsse, und daß das undenkbar sei ohne eine tiefere Beeinflussung des öffent⸗ lichen Lebens durch die Religion.Es darf nicht länger gesagt werden, daß Religion mit diesen Dingen nichts zu tun habe. Sie muß sich einsetzen für Gerechtigkeit in jedwedem Lebensgebiet. Mit der Herrschaft der Ge⸗ rechtigkeit aber würden Kriege unmöglich werden.

Wer fühlte sich nicht innerlichst gedrängt, diesen englischen Christen die Hand zu reichen?

Kirchliche Anzeigen. Sonntag den 23. Februar(Sexagesimä). Gottesdienst.

In der Stadtkirche. Vormittags Uhr: Pfarrer Mahr. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Matthäusgemeinde: Pfarrer Mahr. Abends 6 Uhr: Pfarr⸗ assistent Schaefer. Abends 8 Uhr: Ver⸗ einigung der konfirmierten männlichen Ju⸗ gend der Matthäusgemeinde. Dienstag den 25. Februar, nachmittags 4 Uhr:

Frauenmissionsverein. Freitag den

28. Februar, abends 8 Uhr: Vereinigung der konfirmierten weiblichen Jugend der Matthäus⸗ und Markusgemeinde gemein⸗ sam.

In der Johanneskirche. Vormittags Uhr: Pfarrer Bechtolsheimer. Vormit⸗ tags 11 Uhr: Kinderkirche für die Lukas⸗ gemeinde: Pfarrer Bechtolsheimer. Abends 6 Uhr: Divisionspfarrer Fritsch⸗ Abends ½8 Uhr: Vereinigung der kon⸗ firmierten weiblichen Jugend der Lukas⸗ gemeinde. Am Sonntag den 2. März

findet im Abendgottesdienst Beichte und hei⸗

liges Abendmahl für die Lukas⸗ und Jo⸗ hannesgemeinde gemeinsam statt. Anmel⸗ dungen vorher bei dem Pfarrer jeder Ge⸗ meinde erbeten.

Verantwortlich: Pfarrer Bechtolsheimer. Druck und Verlag der Brühl'schen Universitäts⸗Buch⸗ und Steindruckerel R. Lange, Gießen.

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