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„Navolion hat seinen Bruder als Besitzer hier ein gesetz. Auch hat der Fransöschise Keiser Napollion seinen Schwa⸗ ger den prinz Murat als Hertzog zu Berg und Klef(Cleve) am unteren Rein ein gesetz. Auch seinen guten Freund den Jeneral Berthgir(Berthier) als Hertzog von Neu⸗ chatel eingesetz. den Jeneral bernatott auch als Hertzog. Auch ist sein Bruder Luis als Könnig von holland worden. Derselbe ist 1810 wieder abgesetz worden. Anno 1807 hat er seinen Jüngsten Bruder hironimus bonna barth als Könnig von llen eingesetz.“ „D. 26ten Mey als den aten Fingst Feuertag des Morgens 6 Uhr ist des Direc tor Krollmanns Kussier(Kassier 2) bey der pulfer Mühl ertrunken.“
„Auch ist ausgangs Mey an dem Wall tho die Bruck über den Stadtgraben ab⸗ gebrochen worden welches von den 1 Brucken die Erste wahr.“
„Auf Johannistag 1806 ist der Müller Frey auß der Votter(vielleicht: vorderen) Mühl aus gezohgen. an dessen Platz ist des heichlemer Müller sein tochter Mann Na mens Müller hinein gezohgen.“
„D. 27ten Juny hat sich der Kauf wel⸗ cher als Frucht Dieb auf der haubwacht ge⸗ sessen auf dem Abtritt mit einem Rasier⸗ messer den halß abgeschnitten er ist in die Adannemy(Anatomie) kommen.“
„D. 2gten Juny ist H. Supperintent Müller als Erster H. Profeser Palmer als Iten und H. Profeser Schmitt als Zter Sup⸗ perintent Ernannt worden. d. 27ten July hat H. Doctor Diefenbach seine Antritts Pre tig in der Burgkirch gahalten. ist auch zur nehmlichen Zeit Profeser worden.“ Fortsetzung fol
Gllen
Ein kleines Erlebnis.
Wie wohl manche meiner Freunde wis⸗ sen, so sitze ich mitunter bei Sonnenschein am Bahnhof auf einer Bank; ich freue mich, wenn ich dabei Gelegenheit habe, mit einem oder dem andern schlichten, lieben Menschen⸗ kinde mich zu unterhalten. Ich kann ehrlich sagen, daß ich dabei schon manche über⸗ raschende Erfahrung machte und daß man⸗ ches Gespräch mir für längere Zeit zu denken gab. So saß ich kürzlich wieder einmal auf der einen Bank, die ich gern als mir gehörig betrachte; wirklich unangenehm berührt bin ich, wenn sie schon besetzt ist. Wird mir dann nicht mitunter ein Plätzchen angeboten, so muß ich umkehren. Neulich nun nahm ein freundlicher, schlichter Mann vom Lande neben mir Platz, und bald war unsere Unter⸗ haltung bei dem uns allen nächstliegenden! Thema, dem der schlechten Zeiten und der unheilvollen Umwälzung in unserem Vater⸗ lande, angelangt. Der Mann sprach sich sehr arnglücklich darüber aus und beklagte es sehr, daß unser Volk sich auf diese Abwege be⸗ geben habe; es sei nicht zu verstehen, wie die Menschheit aus der Natur nichts lernen
wolle, i doch die beste Lehrmeisterin ei „Ich bin nämlich Bienenzüchter,“ fügte er hinzu, und sagte mir nun, wie bewunderns⸗ wert gut die Organisation im Bienenstaate sei. Da gäbe es Arbeitsbienen, Drohnen, die nicht arbeiten wollten, und eine Königin. Eine jede Biene kenne genau ihre Pflicht und arbeite rastlos; die Drohnen würden herausgeworfen. Habe aber die Königin ihr kleines Reich verlassen, so kehre zugleich Un⸗ ordnung ein; die Bienen arbeiteten daun
nicht mehr und vernichteten sogar die ein⸗
zesammelten Vorräte, indem sie sie verzehr⸗ ten. Wollten doch die Menschen daran lernen, sagte er weiter, daß die von Gott geschaffene Autorität nötig ist zum Gedeihen dez Staates; hätten sie das bedacht, so wäre dieses Unglück nicht über uns gekommen. Mir schien dies kleine Erlebnis wertvoll genug, um es zu veröffentlichen; liegt doch eine große Weisheit darin verborgen, die, in das tägliche Leben übernommen, von grö⸗ ßerem Segen sein dürfte, als so viele blen dende Schlagwörter, denen mitunter nur zu gerne Gehör geschenkt wird. Baronin R.
Kleine Mitteilungen.
Das Hessische Oberkonsistorium hat für kommenden Sonntag, den 18. Mai, in den evangelischen Kirchen des Landes einen allge⸗ meinen Betgottesdienst angeordnet und folgendes Ausschreiben an die Pfarrämter gerichtet:„Der erschütternde Ernst der Gegenwart veranlaßt uns, anzuordnen, daß zächsten Sonntag, den 18. Mai, ebenso wie in der gesamten deutschen evangelischen Christenheit unseres Landes ein allgemeiner Betgottesdienst stattfinden möge, zu dem Sie die Gemeinden— soweit dies noch möglich ist eindringlichst einladen wollen. Ohne Unterschied des Standes und der Partei wollen wir uns alle vor Gott dem Herrn demütigen und ihn bitten, daß er unser armes, von der Vernichtung bedrohtes Vaterland vor dem völligen Verderben bewahren und uns Kraft geben möge, unter allem schweren Druch und in allem Dunkel der Zeit uns aufrecht⸗ zuerhalten“.
Kirchliche Anzeigen. Sonntag den 18. Mai(Kantate). Gottesdienst(Betgottesdienst). In der Stadtkirche. Vormittags 8 Ulf, zugleich Christenlehre für die Neukonfirmier⸗ ten aus der Markusgemeinde: Pfarrassiste Schaefer. Vormiktags 9½ Uhr: Pfarter Mahr.— Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Matthäusgemeinde: Pfarrer Mahr. In der Johanneskirche. Vormittags 8 Uhs, zugleich Christenlehre für die Neukonfirmier⸗ ten aus der Johannesgemeinde: Pfarrer Ausfeld. Vormittags 9½ Uhr: Pfarter Bechtolsheimer.— Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Lukasgemeinde: Pfarrer Bechtolsheimer.
Verantwortlich: Pfarrer Becht ols heimer. Druck und Verlag der Brühl'schen Universitäts⸗Buck⸗ und Steindruczere N. Lange, Gießen.
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Nr. 21 Chr
Brief an
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