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Am Nachmittag des 14. September kamen zwei Eßlöffel, täglich Brot und ein Stück endlich französische Wagen angefahren und Fleisch. Ich konnte aber so gut wie nichts
brachten uns zu einem in der Nähe liegenden genießen. Die Ruhrkranken waren oft ge⸗ Schlosse. Dort wurden wir in einem Pferde⸗ nötigt, das Zimmer zu verlassen, aber nur stall untergebracht, der Kot war nur mit je ein Mann durfte den Hof betreten, wo einer dünnen Strohschicht zugedeckt. Hier drei Posten standen. Oft standen 15 bis 20 lagen etwa 500 Verwundete. Zwei deutsche Mann wartend da. Infolge meiner Krank⸗ Aerzte und zwei deutsche Schwestern nah⸗ heit war ich mehrere Male genötigt, mich men sich unser an, leider fehlte es an Ver⸗ mit Gewalt durch die Postenreihe durch⸗ bandsstoff. Wir begnügten uns in Geduld zudrängen und bekam zweimal das Ba⸗ schon damit, wenn unsere Wunden gerei⸗ jonett auf die Brust gesetzt, aber bei dieser nigt wurden. Täglich bekamen wir zwei Behandlung gab ich nicht mehr viel auf Trinkbecher Reis und ein kleines Stück Brot, Leben und Wiederherstellung. In der Ka⸗ damit mußten wir uns begnügen In diesem serne lagen 500 Verwundete, zu ihrer Stall erkannte ich unter den Verwundeten Pflege waren ein Arzt, 12 deutsche und
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den Postboten Heinrich Müller aus der Steinstraße in Gießen, der mir klagte, daß er seine Frau und seine Kinder nicht mehr sehen werde, und mir die letzten Grüße an die Seinen auftrug. Sein letzter Wunsch war, noch einmal einen Apfel zu essen. Ich tröstete ihn mit den Worten, daß wir alle wieder geheilt würden. Da er einen dop⸗ pelten Beinbruch hatte, so wurde er am 15. September zu einer Operation wegge⸗ holt. Ich habe nichts mehr von ihm gehört, bis daß ich später zu Hause erfuhr, daß er gestorben sei. Anscheinend hatte er einen großen Blutverlust erlitten.
Am 16. September wurden wir auf Wa⸗
gen nach Vitry gebracht. Nun gerieten wir
unter die französische Bevölkerung, und die Belästigungen fingen an. Gendarmen ohr⸗ feigten uns, ohne daß die Wache sie davon abhielt. Wir waren froh, als wir den Bahn⸗ hof erreicht hatten. Hier ließ ein Offizier absperren, und das Einladen nahm seinen Anfang. Da ich schwer verwundet war, so wurde ich auf allen größeren Stationen verbunden. Auf allen Stationen wurden wir von der Bevölkerung umzingelt, und wo die Leute ankommen konnten, wurden uns Ach⸗ selklappen und Knöpfe abgerissen. Stand zufällig ein Wagen mit belegten Broten
auf dem Bahnsteige, so wurde er auf dem
schnellsten Wege vom Zuge entfernt, so in Orleans und Bordeaux.
Am 18. September kamen wir in Tarbes, nicht weit von der spanischen Grenze, an, und zwar abends um 7 Uhr. Hier wurden wir ausgeladen und zunächst in einem Güter⸗ schuppen untergebracht, wo wir zum ersten⸗
mal einen Trinkbecher warmen Kaffee be⸗
kamen. Alsbald kamen Autos angefahren, die uns in die Kasernen und in die Laza⸗ rette brachten. Ich kam in eine Kaserne. Auf der Eisenbahnfahrt hatte ich zu meiner Verwundung noch eine Krankheit hinzu be⸗ kommen, nämlich die Ruhr. Dadurch wurde ich sehr in meiner Ruhe gestört, die mir wegen meines Lungenblutens nötig gewesen wäre. In den ersten Tagen bekamen wir vormittags halb zwölf Uhr und nachmit⸗ tags halb sechs Uhr Essen, und zwar Brot⸗ suppe, je einen Suppenlöffel, Kartoffeln, je
ebenso viele französische Sanitäter da. Unter
den deutschen Sanitätern befanden sich zwei Freiwillige, die schon in den fünfziger Jah⸗ ren standen, sie wurden fast ein Jahr in Gefangenschaft gehalten. Diese beiden haben manchem Deutschen das Leben gerettet. Fast täglich kamen Sterbefälle vor, die Lei⸗ chen wurden in zusammengenagelte Holz⸗ kisten gelegt und von drei oder vier Fran⸗ zosen auf einen zweiräderigen Karren ge⸗ legt. Wie die Beerdigung erfolgte, ist mir nicht bekannt. Als die Ruhr bei mir immer schlimmer wurde und der Arzt nur nach meiner Wunde sah, ließ ich ihm die schrift⸗ liche Bitte um leichtere Kost und Milch zu⸗ gehen. Darauf wurde mir erklärt, daß das in der Kaserne nicht zu erhalten sei, ich müsse nach einem Hospital überführt werden, und dieses sei überfüllt. Doch bekam ich mit⸗ tags ein Trinkglas Milch und abends ein Trinkglas Fleischbrühe, Brot und Fleisch wurden mir jedoch entzogen. Doch hatte ich dieses ohnedies meinen hungrigen Kame⸗ raden zukommen lassen. Morgenkaffee be⸗ kamen wir erst durch die Vermittlung deut⸗ scher Pfarrer, die als freiwillige Sanitäter in das Feld gezogen, in Gefangenschaft ge⸗ raten waren, aber nach einer Woche wieder nach Deutschland zurückkehren durften.
Am 21. September wurde uns bekannt ge⸗ geben, daß wir nach Hause schreiben durf⸗ ten. Das war für uns eine große Freude. Mein Schreiben kam am 14. Oktober bei meiner Familie an, die schon lange um mich schwer besorgt war und auf ein Lebens⸗ zeichen von mir in großem Kummer gewartet hatte. Den ganzen Tag lag ich auf meiner Matratze und hatte eine schöne Aussicht nach den Pyrenäen. Dieser schöne Ausblick lockte zwei unserer Verwundeten nach dem Dachgeschoß der Kaserne, sie wurden dabei von einem französischen Posten ertappt, so⸗ fort wurden drei Posten mit aufgepflanztem Seitengewehr herbeigeholt und beide wurden, mangelhaft bekleidet, nach dem Arrestlokal abgeführt. Auf der Treppe begegnete ihnen ein Stubenkamerad und fragte ahnungslos: „Was ist denn mit Euch?“ Sofort wurde auch er abgeführt und mußte wie die beiden anderen vier Tage Prison verbüßen. Blau


