zurück. Um ¼12 Uhr waren wir auf un⸗ serem Biwaksplatze eingetroffen, sofort ging ich mit 20 Mann zum Wasserholen weg. Nach einer Stunde nächtlichen Umherirrens fanden wir einen Teich, aus dem wir Wasser entnahmen. Um 2 Uhr kamen wir zur Kom⸗
pagnie zurück, fanden jedoch alles in festem Schlafe. Die Kehlen waren uns in diesen Tagen so ausgetrocknet, daß wir nichts essen konnten. Auf freiem Felde, ohne Zelte und
Decken, nur in unsere Mäntel gehüllt, legten
wir uns nieder, ein leichter Regen über⸗ fiel uns.
Am 10, September schickte die sranzösi⸗ sche Artillerie morgens ihre Granaten in unsere Stellung, folgedessen gingen wir etwa 3 bis 4 Kilometer zurück und bezogen innerhalb der Brigade ein geschlossenes Biwak. Da der Regen einsetzte, so wurden Zelte aufgeschlagen. Gegen 1 Uhr kam auch die Bagage heran, und nun wurden Vor⸗ bereitungen zum Abkochen getroffen, aber wir kamen damit nicht zurecht; denn die feindlichen Schrapnells spürten uns auch
warmes Mahl zu verzichten. Die Zelte blieben zum Teil noch stehen, bald gingen wir wieder zum Angriff vor, es sollte für mich der letzte sein, den ich mitmachte. Bis zum Abend beschoß uns die französische Artillerie, die unsrige antwortete nur
schwach, sie bestand aus zwei Batterien, war
jedoch bis auf vier Geschütze beschädigt. Trotzdem erreichten wir gegen 9 Uhr die französische Infanteriestellung und vertrie⸗ ben den Gegner mit dem Bajonett. Bald stießen wir auf eine zweite Stellung der Feinde. Meine Gruppe bildete den äußer⸗ sten rechten Flügel der Kampflinie. Nun stießen wir an einem Weinberg und einem dahinter liegenden Walde auf harten Wider⸗ stand. Die feindliche Stellung war an ihrem linken Flügel weiter ausgedehnt, und so er⸗ hielten wir Flankenfeuer. Die Kugeln sausten uns um die Ohren, und wir waren ge⸗ zwungen, eine Zeitlang ruhig liegen zu bleiben. Ich änderte mit dem rech⸗ ten Flügel die Front nach halbrechts, und so konnten wir die feindliche Stellung unter Feuer nehmen. In dieser Stellung hatte ich gerade fünf Patronen abgefeuert und einen neuen Rahmen geladen, als ich einen Schuß in die Brust erhielt. Das Ge⸗ wehr fiel mir aus der Hand, ohne Schmerz sank ich zurück und verlor das Bewußtsein. Nach etwa einer Stunde kam ich wieder zur Besinnung, ich versuchte aufzustehen und den Verbandsplatz zu erreichen. Meine Kleidung war schon über und über mit Blut getränkt, ich nahm meinen Mantel vom Tornister und trat den Rückweg an. Landwehrmann Ott vom Postamt Gießen erkannte mich, nahm sich meiner an und führte mich mit noch einem Kameraden nach der ersten Verbands⸗ stelle, wo mir ein Sanitätsunteroffizier einen
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Verband anlegte. Eine halbe Stunde wurde ich von meinem Schwager mit ein
platze gefahren, wo ich von Dr. Böhmer vom Regiment 116 Strohschuppen untergebracht wurde.
Hier lagen etwa 55 Verwundete. An nächsten Morgen begannen die Saniti
neun Uhr vierzig Mann, die alle leicht ber
ich gehörte, wurden mit dem Trostwort ah gefertigt: Ihr kommt alle noch weg. Ne
warteten und warteten auf Hilfe, aber 6
kam niemand mehr, so daß wir nichts Gute
französischen Wagen zum Hauptverband Herrn Stabsar in einen
mit dem Abtransport und hatten um hal
wundet waren, weggebracht. Diejenigen, de nicht transportfähig waren, zu denen auh
ahnten. Um halb zwölf Uhr kam eine I trouille und eröffnete uns, daß französish“
Reiter in Sicht seien; eine Viertelstun
später standen diese vor unserer Tür. ß,
sahen wir unser Schicksal
besiegelt; u
waren sprachlos vor Aufregung. Bei einn“ Versuch aufzustehen, kam mir das Blut as Mund und Nase. Allmählich kam auch fra
A 6277 Ju. orie i 73 ier auf, wir waren gezwungen, auf unser zösische Infanterie heran, mit gefällten W hier auf, wir w 5 1 jonetten und gezogenen Revolvern dran
sie auf uns Wehrlose ein, doch wurden e
von einem menschenfreundlichen Offizier zu
rückgewiesen, nachdem dieser festgestellt hall
daß wir alle schwer verwundet waren. N wurde meine Barschaft, bestehend in 39 N. abgenommen, ebenso meine Feldflasche.
Franzosen versuchten, uns über den une warteten Rückzug unserer Truppen ausz⸗ fragen, aber sie erfuhren nichts von u und rückten wieder ab. Kaum zwei Stun
den später kamen andere Truppen und en
klärten nochmals, daß wir gefangen seien,
So ging es die ganze Nacht vom 11. zun g
12. September hindurch. Gegen Abend nahm
die französische Artillerie 50 Meter hint
unserem Lager Stellung, und so waren un
der Gefahr ausgesetzt, von der eigenen R tillerie beschossen zu werden. Die mei; Geschosse gingen zwar über uns hinge
doch flogen uns Ziegelsteine und Holzsplta
um die Köpfe; abgesehen von einigen kleing
Verletzungen kamen wir jedoch mit de Schrecken davon. Die hereinbrechende Nah machte dieser Gefahr ein Ende. An zu kennen ist, daß wir von den durchziehendg
Franzosen ab und zu etwas Brot, aul einmal Hammelfleisch bekamen. So lage
wir bis zum 14. September an einer Stel!“
ohne daß sich jemand um uns kümmerte
Am 12. kam die Frau, der das Han,
gehörte, weinend zu uns und gab uns J
wissen, daß sie ihr Eigentum verlassen welke Die Deutschen hatten ihr alles gelass, und das, was sie brauchten, bezahlt. Aw
da die eigenen Landsleute durchgezogen eien, so sagte sie, habe sie kein eu, 8 keine Schafe, keine Tauben— überham
nichts mehr. Die Frau brachte uns ab 0 zu Wasser, nach dem wir am meisten be“
langten, zu essen hatte sie selbst nichts m
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