Ausgabe 
12.1.1919
 
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gennebel des flachen Wiesengeländes. Sta⸗ eingeladen hatte, gestaltete sich zu einer ein⸗ ken dort Franzosen darin? Ließen sie uns drucksvollen Kundgebung der evangelischen vorbei, um uns von hinten abzufassen? d Da Gemeinde Gießen. Lange vor der festgesetzten

taucht einer vor uns auf. Ihn trifft eine kamösische Handgranate, die gerade daliegt. Er fällt hinten über. Weiter! Es ist alles leer. Der Feind hat sich verflüchtigt. Wir gehen eine große Strecke es zeigt sich nichts. Da faßt uns Schmerz und Enttäu⸗ schung. So weit waren wir nun vorgedrun⸗ gen, so viel hatten wir darangesetzt, um einen Gefangenen zu machen, und nun soll⸗ ten wir mit leeren Händen zurück? Aber wir mußten umkehren. Das Unternehmen hatte so schon zu lange gedauert, und es ward licht. Wir machten kehrt. auf dem Rückweg einen Stollen, den wir

darin. Wir stimmen ein Freudengebrüll an.

Da entdeckten wir

Zeit waren die weiten Räume der Kirche gänzlich überfüllt. Hunderte von Menschen standen in den Gängen und in den Vor⸗ hallen, Hunderte standen vor den Kirchtüren, so daß eine Parallelversammlung in der Stadtkirche mit einer anderen Reihenfolge der Redner abgehalten werden mußte, viele auch gingen aus Platzmangel wieder nach Hause. Im ganzen mögen zu dieser Veran⸗ staltung nahezu 3000 Menschen herbeige⸗ strömt sein. Mit dem Gesang des Liedes Ach, bleib mit deiner Gnade wurde die Versammlung in beiden Kirchen eröffnet.

Als erster Redner trat Professor D. Dr. vorher übersehen hatten. Einer kriecht hin⸗ ein, und, Gott sei dank, ein Franzose sitzt

Mitten in der feindlichen Stellung. Der Mann bekommt ein 1755 Schreckschüsse ums

Ohr, das Gesicht wird ihm massiert, und

dann packen ihn acht Fäuste. Im Lauf⸗ De

schritt geht es zurück. De 6 Gefangene schwebt

über das Draßtber han Er wird durch den Kanal getragen und über das eigene Hinder nis gehoben. Dann steigen wir selbst hinauf. Wir sind wieder zu Hause!

Unser anderer Trupp war schon zurück. 5 hatte Glück mit der eberkaschung ge habt. Aber dann war er auf einen Maschinen gewehrtrupp gestoßen und hatte mit ihm ein gefährliches Pistolengefecht ausgekämpft t, bei dem es auf französischer Seite drei Tote gab und einer von uns leider am Bauch schwer verwundet wurde. Auch sie brachten einen Gefangenen mit.

Ich konnte melden, daß wir keinen Toten berloren und alle unsere Verwun ideten zu rückgebracht hatten. Aus dem Verhör der

Schian auf. Er ging auf die Ereignisse ein, die die Revolution der Kirche gebracht hat; er prüfte die Frage, ob die Sor en⸗ die in den Herzen vieler Kirchenglieder leben⸗ dig geworden sind, berechtigt seien. Nach allem, was wir erlebt haben, glaubte er die Frage bejahen zu müssen. Er erörterte so⸗ dann die bekannte Parole: Religion ist Pri⸗ vatsache. Gewiß sei sie das, aber sie sei keineswegs nur Privatsache Da sie starken Einfluß auf das Leben und Tun der Men⸗ schen besitzt, so wird sie; zur öffentlichen⸗An⸗ gelegenheit, der auch der Staat seine Auf⸗

merksamkeit und da wihm an der 0 die

Gefe angenen ging hervor, daß ihr Regiment

erst in dieser Nacht, einige Stunden vorher, die Stellung bezogen hatte. Sie war ihnen als ruhig geschildert worden. Als nun unser Angriff losbrach, vermuteten sie eine große Sache, fühl ten sich unsicher und wußten nicht aus noch ein. Wäre die alte französische Truppe noch im Graben gewesen, wer weiß, ob wir unseren Auftrag hätten durchführen können und so davongekommen wären. Nach

Religion geförderten Sittlichkeit viel liegen muß seine Fürsorge angedeihen lassen muß. Endlich besprach dieser Redner die For⸗ derungen, die die Kirche für eine Neuordnung des Verhältnisses von Kirche und Staat er⸗ heben muß; sie darf nicht überstürzt an⸗ genommen, nicht einseitig dekretiert werden, sie muß gerecht und mit Abwägung aller Umstände vollzogen werden. Der Redner schloß mit einem kräftigen Appell an die Anwesenden, bei den bevorstehenden Wahlen nach den Interessen der evangelischen Kirche

zu fragen und ihnen entsprechend zu handeln

Abgabe der Gesangenen ließ ich meine Wunde

verbinden. Der Arzt stellte fest, daß ich nicht bei der Truppe bleiben konnte. Ich mußte Abschied nehmen von den Kameraden, die so kreul ich bei mir ausgehalten hatten, und

Hauptlehrer Knauß, der an zweiter Stelle zu Wort kam, sprach von dem hohen Werte des Religionsunterrichtes. Hier redete zu der Gemeinde ein älterer, gereifter Mann, der seit Jahrzehnten im Schuldienst steht, mit dem Herzen bei der Erziehung der ihm anvertrauten Jugend beteiligt ist und eine Fülle von Lebenserfahrung angesammelt hat. Der Redner ging aus von der gegen⸗ wärtig zutage e Verwilderung der

Schuljugend. Diese sei darauf zurückzu⸗

kam ins Lazarett, von wo aus ich die Reise

in die Heimat antrat.

Kleine Mitteilungen. Die evangelische Volksversammlung, zu

Sonntag, den 5. Januar, nachmittags 5 5 Uhr,

führen, daß in den meisten Fällen die Väter zu den Fahnen einberufen gewe sen seien und daß in Deutschland 75 000 Lehrer im Felde gestanden hätten. Auch der häufige Ausfall des Unterrichtes, wenn die Schulhäuser mili⸗

tärisch belegt gewesen seien, oder wenn die Jugend sich der Sammeltätigkeit gewidmet der der Gesamttiechenvorstand auf vorigen

zur Erörterung der FrageTrennung von

Staat und Kirche in die Johanneskirche

habe, habe nachteilig gewirkt. Scharf und entschieden sei der Standpunkt der Bremer Lehrer, die keinen Religionsunterricht mehr erteilen wollen, abzulehnen, der größte Teil