Ausgabe 
11.5.1919
 
Einzelbild herunterladen

athschöffe mitt Bau

hat unser n gantzen

fang ge⸗ leifen zur st daselbst zuly ist er

zebet. es Vater⸗ usammen⸗ che Gottes estern die⸗ die Not t, zu einer samen Ge⸗ tunde der hr, scheint von fern zebetswelle teigen, die Und wenn denen wir sringen, so chversenken che Macht. n das un⸗ und beson⸗ et sich die die Herzen Konfession. ronin R.

1

in unseren digt wie im en gedacht

n die Früh⸗ en Christen⸗ m Tage ist und Lukas⸗ Narkus⸗ und

as Domini!

gs Uhr; rmittags 11 iusgemeinde.

mittags 9

Vormittags kasgemeinde.

id Steindrucherel

onntagsgruß

Gemeindeblatt für die evangelische Kirchengemeinde Gießen

Nr. 19 Gießen, Jubilate, den II. Mai 191

8. Jahrgang

Ein Bekenntnis zu Jesus.

Evangelium des Matthäus 16, 16. Da ant⸗ wortete Simon Petrus und sprach: Du bist Christus, des lebendigen Got⸗ tes Sohn.

Der Vater des großen schweizerischen Dichters Konrad Ferdinand Meyer, der Zü⸗ richer Staatsschreiber Ferdinand Meyer, hatte im Jahre 1838 eine Abhandlung des bekannten Gelehrten David Friedrich Strauß gelesen und hierüber folgende Bemerkungen gemacht:

Ich habe soeben die Straußische Abhand⸗ lung über Wesentliches und Vergängliches im Christentum gelesen. Auch ihm ist Christus der vollendetste Genius, der noch auf Erden gewandelt, aber doch seinem Wesen nach ein Mensch und weiter nichts. Ich gebe zu, daß es kaum möglich ist, auf dem Wege der Re⸗ flexrion weiter zu kommen, aber eben darin liegt Straußens Einseitigkeit. Er reflektiert

über Christus, aber er liebt ihn nicht.

Daher die Eiseskälte, die über die ganze Ab⸗ handlung ausgegossen ist. Jesu Persönlich⸗ keit steht historisch fest. Ich habe sie kennen gelernt und sie hat mich mit unwidersteh⸗ lichem Zauber angezogen. Der Umgang mit ihm hebt mich, beseligt mich und treibt mich freudig zu allem Guten. Wo ist der Mensch in Vergangenheit und Gegenwart, dessen Persönlichkeit diesen Eindruck in gleicher Stärke und immerfort gleicher Weise hervor⸗ brächte? Es gibt keinen und hat keinen ge⸗ geben. Und diese Erfahrung, die Millionen mit mir geteilt haben und noch teilen, sie bürgt dafür, daß Jesus ein Wesen höherer Art war.

Diese Worte enthalten ein freudiges Be⸗ kenntnis zu Jesus. Wer zu ihm die rechte Stellung einnehmen will, der muß ihn lie⸗ ben. Nicht umsonst hat der Meister einst nach seiner Auferstehung an seinen Jünger Petrus die Frage gerichtet: Hast du mich lieb? Wer Jesus liebt, den beseligt er auch, den treibt er zu allem Guten. Und nur ein klödes Auge kann verkennen, daß nie im Lauf der Geschichte eine Persönlichkeit solche Wirkungen hervorgebracht hat, als der Hei⸗ land. Aus dieser Erfahrung heraus kommt der Christ, der seinen Erlöser und Selig⸗ macher lieb hat, zu dem Bekenntnis: Du

bist des lebendigen Gottes Sohn. H. B

Erinnerungen und Betrachtungen.

Von Generalleutnant z. D. Friedrich Klingelhöffer(Gießen).

(Fortsetzung.)

Kaum war ich 14 Tage in meiner neuen Stellung, da kam wie ein Donnerschlag das Extrablatt der Kölnischen Zeitung:Der Krieg ist erklärt. Trotz der Nähe von Ems war man auf diese Nachricht nicht vorbereitet. Von den Benedetti'schen Zumutungen an den König hörte man erst durch die Zei⸗ tungen. Natürlich sofortige Abreise meiner⸗ seits. In Ems großer Sturm der Kur⸗

fremden auf die Gepäckaufgabe des Bahn⸗

hofes. In Gießen ging ich sofort nach dem Regimentsgeschäftszimmer, dort vertrau⸗ lich die Schreckensnachricht:In Offi⸗ zierstelle zum Ersatzbataillon! Ich ging sofort zum Regimentsadjutanten und bat, in das Feld als Unteroffizier mit aus⸗ rücken zu dürfen. Er sagte, ich sei der erste, der sich freiwillig in das Feld melde, er wolle meinen Wunsch möglichst unter⸗ stützen. So wurde ich umbeordert und kam sogar in eine zweitjüngste Offizierstelle. Wer war glücklicher als ich! Mutter und Schwe⸗ ster meinten zwar, ich hätte in mein Schick⸗ sal nicht einzugreifen brauchen, mein Vater sagte:Er hat ganz recht!

Zunächst kam das Regiment auf die

in Richtung Wetzlar liegenden Dörfer. Am

25. Juli fuhr es über Oberlahnstein nach Biebrich⸗Mosbach. In Rheinhessen mach⸗ ten wir Bekanntschaft mit denPothhäm⸗ meln, den Rheinschnaken, und wurden böse zerstochen. Andererseits wurde die freundliche Aufnahme und der reichlich ge⸗ botene Wein dankbar begrüßt.

Im Hinblick auf die gegen Ende des Weltkrieges aufgetretenen Klagen, daß von der Schule kommende junge Leute Vorge⸗ setzte von älteren Unteroffizieren wurden, sei erwähnt, daß sich 1870 derartige Schwie⸗ rigkeiten nicht ergaben. Ich erinnere mich nur eines alten Einstehers, von dem dro⸗ hende Bemerkungen berichtet wurden. Frei⸗ lich hatten sich die betreffenden Einjäh⸗ rigen in einem vollen Dienstjahr das Quali⸗ fikationsattest zum Reserveoffizier erworben. Aber sie trugen zum Teil nur Unteroffizier⸗ abzeichen. Der Regimentskommandeur gab allerdings die Erlaubnis, den Offiziersäbel zu tragen,da er späterhin ins Feld nicht zu beschaffen sei, doch mußte daran die Unteroffiziertroddel bleiben, spöttischWoll⸗ Epée genannt. Bei Berührung mit fremden

0 4 1